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Trainerkoryphäe gewann vier Meisterschaften mit ALBA
Wieder heißt es im BBL-Finale Bayern gegen Alba, und der Klassiker ist die passende Abschiedsvorstellung für Svetislav Pesic.

Sarajevo, Rom, Moskau, Belgrad, Barcelona. Svetislav Pesic ist in Europa ordentlich rumgekommen, doch die längste Zeit verbrachte der 76-Jährige als Trainer in Deutschland. Alles begann in den 90ern bei Alba Berlin, und alles endet nun bei Bayern München. Dass ausgerechnet diese beiden Klubs im Finale der Basketball-Bundesliga aufeinandertreffen, ist der passende Schlusspunkt für eine große Karriere. Der letzte Vorhang fällt ab Freitag.
Pesic zieht sich nach dieser Saison ins Privatleben zurück, das steht seit Ende März fest. "Schluss mit Basketball, hör endlich auf!", hat sich der gebürtige Serbe laut eigenen Angaben nach nachdenklichen Momenten in einem Hotelbett gesagt, es reiche "nun wirklich". Natürlich will der frühere Bundestrainer mit einem Erfolg abtreten. Es geht um nicht weniger als den "Threepeat", zum dritten Mal nacheinander soll der Meistertitel nach München gehen. Das gab es noch nie.
Trainerlegende Pesic, der den Posten kurz vor Weihnachten als Nachfolger von Weltmeistermacher Gordon Herbert übernommen hatte und nach mehr als vier Jahrzehnten im Job in Rente gehen wird, hat beste Aussichten auf einen würdigen Abschied. Der FC Bayern wurde unter seiner Regie Hauptrundensieger, rauschte durch die Playoffs. 3:0 gegen Aufsteiger Trier, 3:0 gegen Bonn, das einzige etwas engere Spiel gewann der Titelverteidiger mit fünf Punkten Vorsprung.
Es ist das größtmögliche Kontrastprogramm, denn während die Bayern den kürzesten Weg nahmen, ging Alba den längsten. 3:2 gegen Vechta, 3:2 gegen Bamberg, ausgeruht gegen ausgepumpt könnte das Motto des Duells lauten, das zum siebten Mal stattfindet. In sechs Finals setzte sich viermal München durch, auch 2023/24 beim bislang letzten.
Die Rollen sind vor dem Klassiker klar verteilt, das war nicht immer so. Favorit sind die Bayern mit ihren vier Weltmeistern. Berlin, das am Dienstag durch einen klaren Heimsieg über Pokalsieger Bamberg (97:66) sein Finalticket löste, weiß das. "Bayern hat die reguläre Saison dominiert, hat die Playoffs dominiert. Es wird nicht einfach", sagte Nationalspieler Malte Delow, "aber wir werden versuchen, sie zu ärgern, sie zu überraschen".

Am Freitag (20.30 Uhr) geht es los im SAP Garden, am Sonntag (15.30/beide Dyn) folgt Spiel zwei an gleicher Stelle. Die Berliner mit NBA-Draftkandidat Jack Kayil und Trainer Pedro Calles, der anders als Titelsammler Pesic erstmals in einem BBL-Finale steht, sollten schon eines stehlen, um nicht schnell unter Druck zu geraten.
Erfahrung könnte eine größere Rolle spielen. Vergleicht man die Startformationen, sind die Bayern gut drei Jahre älter - ohne alt zu sein. Und Calles (42), der bereits seit 2013 als Trainer in Deutschland arbeitet, trifft, wie gesagt, als Neuling auf ein Gegenüber, das im Basketball schon alles gesehen hat.
Mindestens dreimal steht Pesic noch an der Seitenlinie, höchstens fünfmal. Es ist sehr gut möglich, dass er die Basketballbühne in Berlin verlassen wird. Dort besitzt er noch eine Wohnung, neben einem Haus in Barcelona und dem in München. Die Antwort, wo er denn nach dem Karriereende seinen Morgen-Espresso trinken werde, fiel ihm leicht: "In Schwabing."
SID