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Alba gleicht die Finals aus
Alba Berlin hat die BBL Finals gegen den FC Bayern Basketball ausgeglichen. Die Hauptstädter fügten dem amtierenden Champion die erste Play-off-Niederlage zu und überstanden dabei auch eine eigene Schwächephase.

Wo Berlin ansetzen musste, war nach dem Auftakt klar. Mit 102 zugelassenen Punkten würden die Hauptstädter kein Spiel in dieser Serie gewinnen, das war Alba klar und das betonte auch Jung-Nationalspieler Jack Kayil bei Dyn. "Wir wollten physischer spielen, weil wir mit 102 Punkten viel zu viel abgegeben hatten."
Diesmal waren es dagegen nur 79 Zähler, allerdings trafen die Bayern auch nur 9/32 Dreier. Klar, Alba machte es den Münchnern mit viel Körpereinsatz deutlich schwerer, hatte bisweilen aber auch Glück, dass offene Würfe nicht fielen. Geschenkt, Alba hatte vor allem Andreas Obst nach seinen 31 Punkten in Spiel 1 viel besser im Griff.
Es wurde aggressiver gedoppelt, hauteng verteidigt. Die Folge: Obst hat seit der Pause in Spiel 1 nur 19 Zähler verbucht, in Spiel 2 waren es 12 bei einer Wurfquote von gerade einmal 23 Prozent. Das kann sich jederzeit wandeln, doch man muss natürlich auch so etwas nutzen. "Wir haben uns natürlich ein paar Clips mehr von ihm angeschaut", verriet auch Kayil.
Es schien stattdessen so, dass Alba mit Würfen von Nenad Dimitrijevic leben konnte. Der Nordmazedonier drückte immer wieder aus der Mitteldistanz und von draußen ab, erzielte 20 Punkte, doch das waren zumeist Einzelaktionen und half dem Flow der Offense nur bedingt. So hielt Berlin die Bayern nicht nur bei 79 Punkten, sondern auch bei lediglich 40,6 Prozent aus dem Feld.

Auf der anderen Seite trafen die Berliner ihre Dreier - nicht immer gegeben bei diesem Playoff-Run und auch ein Grund dafür, warum Alba sowohl gegen Vechta als auch gegen Bamberg je fünf Spiele brauchte.
Berlin wird nicht in jedem Spiel elf von 23 Versuchen, gerade Kayil kreierte hier viel für sich selbst. Alba traf seine Dreier aber stets in wichtigen Momenten, als das Momentum zu Gunsten der Bayern hätte kippen können. Positiv aus Alba-Sicht: Am Ende fanden sie auch Wege, anders erfolgreich. Berlin beendete die Partie mit einem 10:3-Lauf, wo Martin Hermannsson erst einen Korbleger kreierte und dann Kayil sowie Moses Wood schwere Mitteldistanzwürfe trafen.
Dazu liefen die Gäste im vierten Viertel nur noch einen einzigen Offensiv-Rebound zu und nahmen den Bayern so ihre größte Stärke. Kein BBL-Team kann so viel Größe und Länge wie der Meister aufbieten, die 15 Punkte nach Offensiv-Rebounds brachen Alba am Ende das Genick. Diesmal konnten die Berliner dies ausgeglichen gestalten (12:12) und ließen darüber hinaus keinen einzigen Punkt im Fastbreak zu.
Es ist simpel: Gegen die Bayern müssen die Fundamentals passen. Keine Offensiv-Rebounds, wenig eigene Turnover und keine Transition - dies sind die Schlüssel, um gegen einen scheinbar überlegenen Gegner erfolgreich zu sein. Am Sonntag gelang Alba dies und somit stehen die Chancen gut, dass Berlin den Münchnern in dieser Final-Serie tatsächlich einen großen Kampf liefern können.
Robert Arndt