vor 22 Stunden
Ärger nach Overtime-Niederlage
Nach der bitteren Niederlage in der WM-Qualifikation hat Dario Brizuela die Schiedsrichter scharf angegriffen. Der spanische Nationalspieler sprach von fehlender Professionalität und forderte die FIBA auf, die Leistung des Gespanns zu überprüfen.

Wie Dario Brizuela nach dem 106:108 nach Verlängerung gegen Griechenland gegenüber der spanischen Zeitung Marca erklärte, fühlte sich sein Team bei mehreren wichtigen Situationen benachteiligt. "Wir wussten, wo wir waren. Die Schiedsrichterleistung war absichtlich schlecht. Das ist die FIBA, und sie müssen sich das anschauen", sagte der Guard des FC Barcelona.
Spanien hatte in Athen einen Rückstand von zwölf Punkten im Schlussviertel aufgeholt. Juancho Hernangomez erzwang mit einem Dreier kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit die Verlängerung. Dort setzte sich Griechenland knapp durch.
Brizuela störte sich besonders an der unterschiedlichen Bewertung zweier Szenen. Aday Mara wurde nach einer Videoüberprüfung ein unsportliches Foul zugesprochen. Nach Ansicht des Spaniers hatte sein Teamkollege den Gegenspieler aber nicht im Gesicht getroffen. "Auf der Videoleinwand konnte man eindeutig sehen, dass Aday Mara nicht sein Gesicht, sondern seine Schulter berührt", erklärte Brizuela.
Wenige Sekunden vor dem Ende der Verlängerung verlor Tyler Dorsey beim Stand von 107:105 den Ball und stoppte Joel Parra auf dem Weg zum Korb mit einem Foul. Dorsey war dabei der letzte Verteidiger. Die Schiedsrichter werteten die Aktion als gewöhnliches persönliches Foul und verzichteten auf eine Videoüberprüfung. "Bei einer anderen, viel eindeutigeren Szene, die ein unsportliches Foul hätte sein müssen, schauen sie es sich nicht an", kritisierte Brizuela. "Denn wenn sie die Szene überprüft hätten, hätten sie das unsportliche Foul geben müssen."
Parra erhielt zwei Freiwürfe, traf aber nur den ersten. Griechenland brachte den knappen Vorsprung anschließend über die Zeit. Eine offizielle Stellungnahme der FIBA zu den Vorwürfen liegt bislang nicht vor.
Brizuela erhob noch einen weiteren Vorwurf. Der spanischen Mannschaft sei nach der Partie nicht gestattet worden, den Spielberichtsbogen zu unterschreiben und damit möglicherweise offiziell Protest einzulegen.
"Sie haben uns nicht erlaubt, den Spielberichtsbogen zu unterzeichnen. Ich würde gerne wissen, warum", sagte der 31-Jährige. Als Begründung habe man den Spaniern mitgeteilt, sie seien zu spät gewesen. Brizuela widersprach: "Wie viel Zeit haben wir nach einem Spiel, wenn die Schiedsrichter einfach davonlaufen?"
"Das ist weder unser Fehler noch der von Griechenland. Die FIBA muss sich darum kümmern", erklärte Brizuela. Ein Schiedsrichtergespann müsse die notwendige Professionalität besitzen, um eine Partie in der hitzigen Atmosphäre von Athen zu leiten. Auf Nachfragen zu ihren Entscheidungen hätten die Unparteiischen teilweise selbst keine Antwort gewusst.
Unabhängig von der Schiedsrichterkritik räumte Brizuela ein, dass Spanien eigene Chancen nicht genutzt habe. Immer wenn die Mannschaft einen guten Lauf erwischte, habe sie Griechenland zu schnell wieder davonziehen lassen.
Für Spanien war es nach den Niederlagen gegen Georgien und Portugal bereits die dritte Pleite in Serie. Mit einer Bilanz von fünf Siegen und drei Niederlagen liegt der frühere Welt- und Europameister zwar weiterhin auf einem Qualifikationsplatz, kann sich in der extrem engen Gruppe I aber kaum weitere Ausrutscher erlauben.
kon