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    NBA

    vor 15 Stunden

    Sommer-Flops der NBA

    Verzweifelte Lakers und Betrugsvorwürfe: Die schlechtesten Offseason-Deals

    Die Free Agency der NBA ist nun drei Wochen alt und jede Menge Bewegung liegt hinter uns. Wir blicken auf die schlechtesten Deals des Sommers. Unter anderem mit dabei: Eine fragwürdige Entscheidung verzweifelter Lakers, die Panne der Pelicans und eine offizielle Untersuchung wegen möglichen Betrugs.

    Rob Pelinka ist GM der Los Angeles Lakers.
    Rob Pelinka ist GM der Los Angeles Lakers. Kirby Lee-USA TODAY Sports

    Platz 5: John Collins (Detroit Pistons)

    Vertrag: 3 Jahre, 51 Millionen Dollar

    Bei Collins passen Theorie und Praxis seit Jahren nicht zusammen. Der Forward lebt noch immer von seinen guten Playoffs 2021, als die Atlanta Hawks die Conference Finals erreichten. Seither betrieb der Flügelspieler aber wenig Eigenwerbung und konnte nie das bestätigen, was man sich von ihm erhofft hatte.

    Collins ist gewissermaßen ein Tweener. Für die Fünf besitzt er nicht die Länge und auch nicht die defensiven Qualitäten, während er auf der Vier nicht gut genug als Schütze ist. Am besten ist Collins, wenn er im Pick’n’Roll als Roll Man seine Athletik ausspielen kann, doch dafür muss ein Center an seiner Seite stehen, der auch den Wurf in petto hat. Bei den Pistons wird aber (wenn man sich endlich einigt) Jalen Duren diese Position besetzen. Auch er ist ein klassischer Rim Runner.

    Prinzipiell sind die Konditionen in Ordnung, doch ob es Detroit weiterbringt, ist anzuzweifeln. Cade Cunningham braucht Platz und Playmaking an seiner Seite, Collins hilft in dieser Hinsicht nicht. Umso verwunderlicher ist es, dass Detroit stattdessen Tobias Harris ziehen ließ, der sich seine Würfe selbst kreieren kann - und stattdessen für zwei Jahre und 31 Millionen Dollar in San Antonio unterschrieb.

    Harris ist kein perfekter Spieler, aber erfüllte als zweiter oder dritter Scorer trotz seiner defensiven Limitationen eine klare Rolle. Das macht den Wechsel von Harris zu Collins zu einem (teureren) Downgrade.

    DeAndre Jordan hat in New Orleans überraschend einen Zweijahresvertrag erhalten.
    DeAndre Jordan (l.) hat in New Orleans überraschend einen Zweijahresvertrag erhalten. Darren Yamashita-Imagn Images

    Platz 4: DeAndre Jordan (New Orleans Pelicans)

    Vertrag: 2 Jahre, 8 Millionen Dollar

    Ok, diese Beträge machen den Kohl nicht fett, aber Fehler wie solche sieht man in der NBA selten und sie sprechen nicht unbedingt für das Front Office der Pelicans, welches schon im Vorjahr für den Draft-Trade von Derik Queen massiv in der Kritik stand.

    Jordan wird auch in der kommenden Saison kaum spielen, vielmehr ist er der Veteran in der Kabine, und doch warfen die Pelicans mal eben drei Millionen Dollar unnötig aus dem Fenster. Denn: Ein Minimumvertrag über 3,9 Millionen Dollar zählt nur 2,45 Millionen Dollar gegen den Cap. Das Problem: Das gilt nur für Einjahresverträge, wobei die Regel für Jordan nicht greift.

    Die Pelicans verschenken so drei Millionen für einen 38-Jährigen, der in der vergangenen Saison zwölf Spiele absolvierte. Das ist sehr unnötig und selbst solche Beträge können Teams aus kleinen Märkten wie New Orleans durchaus wehtun.

    Walker Kessler hat einen langfristigen Vertrag in L.A. unterschrieben.
    Walker Kessler hat einen langfristigen Vertrag in L.A. unterschrieben. Jayne Kamin-Oncea-Imagn Images

    Platz 3: Walker Kessler (Los Angeles Lakers)

    Vertrag: 4 Jahre, 130 Millionen Dollar

    Haben sich die Lakers mit diesem Deal in eine Sackgasse befördert? Natürlich ist Kessler einer der besten Shotblocker der Liga und ist mit 2,16 Meter ein echtes Hindernis unter dem Korb, doch zu welchem Preis? Neben den über 30 Millionen Dollar pro Jahr gaben die Lakers eben auch zwei Erstrundenpicks und zwei Pick-Swaps für den Sign-and-Trade-Deal mit den Utah Jazz her.

    Das ist im Prinzip alles, was die Franchise bieten konnte. Es wurde schon geunkt, dass die Jazz auch noch das Hollywood-Schild hätten fordern können, so verzweifelt schienen die Lakers hier zu sein. Kessler legte über vier Jahre 9,5 Punkte, 9,3 Rebounds sowie 2,4 Blocks im Schnitt auf, absolvierte aufgrund von Verletzungen aber auch nur 201 Partien - davon gerade einmal fünf im Vorjahr wegen einer Schulteroperation.

    Die Hoffnung ist, dass Kessler dies nicht weiter beeinträchtigen sollte. Gleichzeitig ist das aber auch nicht die Mavs-Blaupause, wie man um Luka Doncic aufbaut. Die Texaner stellten damals so viel Athletik wie möglich um den Slowenen auf, das kann Kessler nur bedingt liefern.

    Vielmehr stellt sich die Frage, ob man hier nicht zu viele versunkene Kosten angesammelt hat. Mit ein wenig Geduld wären sicherlich früher oder später auch andere Center verfügbar gewesen. Stattdessen koppelte man das Schicksal der Doncic-Ära an einen talentierten Center, der aber noch bewiesen hat, dass er mehr als ein solider Starter in der NBA sein kann. Das ist definitiv ein großes Risiko.

    16 Mio. Dollar Jahressalär für die nächsten vier Saisons - trotz einer schwachen Vorsaison? Kein Wunder, dass die NBA die Vertragsverlängerung von Gary Trent Jr. untersucht.
    16 Mio. Dollar Jahressalär für die nächsten vier Saisons - trotz einer schwachen Vorsaison? Kein Wunder, dass die NBA die Vertragsverlängerung von Gary Trent Jr. untersucht. picture alliance / ASSOCIATED PRESS

    Platz 2: Gary Trent Jr. (Milwaukee Bucks)

    Vertrag: 4 Jahre, 64 Millionen Dollar

    Dass dieser Deal jetzt von der NBA untersucht wird, überrascht nicht. Zwei Jahre in Serie bekam Trent Jr. nun einen Minimumvertrag von den Bucks - und plötzlich kriegt er vier Jahre und 64 Millionen? Da ist etwas faul und die ganze Liga weiß es. Auf der tiefsten Position der Liga wurden zuletzt kaum noch große Verträge abgeschlossen und auch aus Bucks-Sicht sind die Dienste von Trent eigentlich gar nicht nötig.

    Shooting Guards haben sie genug, darunter All-Star Tyler Herro. Warum also einen Spieler für solch ein Paket halten, der im Vorjahr acht Punkte pro Spiel auflegte und offensichtlich nicht zum Rebuild in Wisconsin passt?

    Die Antwort dürfte sein, dass dies schon zuvor abgesprochen war, weil Trent, vor ein, zwei Jahren noch ein starker Schütze und damit guter Rollenspieler, deutlich weniger Geld als möglich bekam. Inzwischen haben sich die Parameter aber verändert. Giannis Antetokounmpo ist weg, Trent spielte eine schwache Saison und die Bucks starten in die Post-Giannis-Ära.

    Alles deutet darauf hin, dass dieser Deal schon lange vorbereitet war, auch wenn er erst vor gut einer Woche (natürlich heimlich an einem Samstag!) bekanntgegeben wurde. Die Frage lautet nun nur noch, ob die Liga den Bucks ein Fehlverhalten nachweisen kann.

    Trae Young hat in der Hauptstadt den erhofften großen Deal erhalten.
    Trae Young hat in der Hauptstadt den erhofften großen Deal erhalten. Getty Images

    Platz 1: Trae Young (Washington Wizards)

    Vertrag: 4 Jahre, 213 Millionen Dollar

    Ähnlich dürfte es sich auch im Fall von Trae Young abgespielt haben. Zusammen mit Trent ist er umgehend ein Kandidat für den schlechtesten Vertrag der Liga. Auch bei ihm dürfte man sich bereits schon lange vorher unter dem Tisch geeinigt haben, nämlich als die Wizards im Januar den Spielmacher via Trade aus Atlanta holten.

    Im Gegensatz zu Trent ist Young aber ein klarer Impact-Spieler, ein Guard, der bereits mehrfach All-Star war und einer der besten Offensiv-Spieler der NBA ist. Allerdings ist auch bekannt, dass Young gerne den Ball dominiert und zuletzt nicht mehr so gut darin war, wie noch vor einigen Jahren.

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    Das größere Problem ist aber, wie das im Team-Konstrukt alles zusammenpassen soll. Anthony Davis ist auch im Kader, dazu muss Top-Pick AJ Dybantsa integriert und entwickelt werden. Der nimmt selbst gern viele Würfe und bekanntlich gibt es nur einen Ball.

    Washington hat hier klar überbezahlt und scheint einige Schritte überspringen zu wollen. Ob das sinnvoll und erfolgreich ist, da gibt es Fragezeichen. Letztlich bekam Young alles, was er wollte. Einen Maximalvertrag, eine Spieler-Option für sein letztes Vertragsjahr. Das ist ganz klar Superstarbehandlung, auch wenn Young in den vergangenen beiden Jahren wenige Argumente dafür lieferte, dass er wirklich einer ist.

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    Robert Arndt