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    NBA

    16.03.2026

    Chamberlain lässt Rekorde purzeln

    50 Punkte pro Spiel: Der wahre Rekord für die Ewigkeit - und wie es möglich war

    Wilt Chamberlain produzierte in seiner Ära zahlreiche Rekorde, die auch heute noch Bestand haben. Einer davon sind seine 50 Punkte pro Partie - eine Bestmarke, die wohl nie geknackt werden wird. Wie war das möglich?

    1962 - Philadelphia, PA: Close up of Wilt Chamberlain (#13), as he comes down with rebound and looks for teammate.  Behind him are John Kerr (#10) of the Syracuse Nationals and Paul Arizin of the Philadelphia Warriors.  Color slide.
    Bettmann Archive

    13 Spiele mit über 50 Punkten von zwölf verschiedenen Spielern (Nikola Jokic schaffte es zweimal) gab bisher in dieser Saison, was ungefähr dem Schnitt der vergangenen Jahre entspricht. Vor 64 Jahren legte ein gewisser Wilt Chamberlain das im Schnitt auf!

    Richtig gelesen. In der Saison 1961/62 verbuchte der Center schier unglaubliche 50,4 Punkte pro Partie, das Ganze garniert mit 25,7 Rebounds. Sind seine 100 Punkte aus jener Saison womöglich mal zu knacken, ist es sein Saisonschnitt sicherlich nicht. Es ist eine Marke, die vermutlich niemals übertroffen wird.

    In 45 von damals 80 Saisonspielen erzielte Chamberlain mindestens 50 Zähler, nur zweimal blieb er unter 30 Punkten - beide Male gegen den späteren Champion Boston Celtics mit seinem ewigen Kryptonit Bill Russell. Jener Russell war es, der mit seinem Team zwischen 1957 und 1969 elf von 13 möglichen Titeln abräumte, Chamberlain konnte lediglich 1967 und 1973 triumphieren.

    Chamberlain: Seine Stats 61/62

    SpieleMINPTSFG%FT%REB
    8048,550,450,661,325,7

    Auch in Wilts historischer 50-Punkte-Saison zogen die Philadelphia Warriors den Kürzeren, Boston siegte in sieben Spielen und im Entscheidungsspiel erzielte Wilt lediglich 22 Zähler sowie 22 Rebounds. Über die Serie verbuchte Chamberlain "nur" 33,6 Punkte und 26,9 Rebounds im Schnitt.

    Wie aber war es möglich 50 Punkte im Schnitt zu erzielen? Zunächst einmal sei gesagt, dass die NBA damals noch immer in ihren Kinderschuhen steckte. Die Liga war vornehmlich weiß, mehr als zwei schwarze Spieler pro Team gab es selten, da die Franchises befürchteten, dass sonst weniger Zuschauer kommen würden. Überhaupt gab es lediglich neun Teams, sodass Philly zum Beispiel gleich zwölf Spiele gegen die Celtics machte (19, wenn man die Playoffs mitrechnet).

    Ewige Rivalen: Wilt Chamberlain und Bill Russell
    Ewige Rivalen: Wilt Chamberlain und Bill Russell picture alliance / ZUMAPRESS.com

    50 Punkte im Schnitt: Wie war das möglich?

    Dazu ließ sich Chamberlain nie auswechseln. 48,5 Minuten pro Partie sind ebenfalls ein Rekord für die Ewigkeit, über die Saison verpasste der Center gerade einmal acht Minuten und spulte zudem zehn Verlängerungen ab. Das ist bemerkenswert, da das Spiel damals deutlich schneller war. 126-mal pro Spiel hatte jedes Team den Ball, in dieser Saison sind es knapp 100.

    Zudem war Wilt mit seinen 2,16 Meter körperlich komplett überlegen und würde vermutlich auch in der heutigen NBA zu den athletischsten Spielern gehören. "Coach Frank [McGuire] hatte damals mit Wilt beschlossen, dass er 50 Punkte pro Spiel machen solle", erinnerte sich Mitspieler Al Attles später.

    Das sorgte dafür, dass gegen Ende der Saison Wilt alles versuchte, um seinen Schnitt zu halten und so kam auch das legendäre 100-Punkte-Spiel gegen die New York Knicks zustande. Doch trotz aller Dominanz: Die Warriors hatten nach der Spielzeit nur die drittbeste Bilanz der Liga (49-31) und Chamberlain bekam dafür nicht einmal den MVP-Award.

    Meiste Punkte in einer Saison

    RangSpieler (Team)SaisonPunkte
    1WIlt Chamberlain (Warriors)1961/624029
    2Wilt Chamberlain (Warriors)1962/633586
    3Michael Jordan (Bulls)1986/873041
    4Wilt Chamberlain (Warriors)1960/613033
    5Wilt Chamberlain (Warriors)1963/642948
    6Michael Jordan (Bulls)1987/882868
    7Kobe Bryant (Lakers)2005/062832
    8Bob McAdoo (Braves)1974/752831
    9 Kareem Abdul-Jabbar (Bucks)1971/722822
    10James Harden (Rockets)2018/192818

    Chamberlain: Trotz Rekord-Saison nicht MVP

    Dieser ging - natürlich - an Russell. Damals wählten übrigens die Spieler selbst den wertvollsten Spieler, was auch das Standing von Rekordjäger Chamberlain zeigt. Dieser wurde in seiner Prime zweimal getradet, spielte in 14 Jahren unter neun verschiedenen Coaches (woran er auch einen gewissen Anteil hatte) und hatte gegen Russell meist das Nachsehen.

    Viele individuelle Rekorde stehen noch heute, einige von ihnen - wie die 50-Punkte-Saison - werden es vermutlich für immer bleiben und befeuern den Mythos Chamberlain.

    rar