13.02.2026
Nach 21 Saisons in der NBA
Kurz nachdem er von den Toronto Raptors gewaived wurde, hat Chris Paul das Ende seiner Basketball-Karriere verkündet. Dies tat der "Point God" mit einem emotionalen Statement auf Instagram.

"Das war’s! Nach über 21 Jahren trete ich vom Basketball zurück. Während ich das hier schreibe, ist es schwer zu sagen, was ich wirklich fühle, aber ausnahmsweise (was die meisten überraschen würde) habe ich keine Antwort darauf, lol", begann Paul sein Statement.
"Vor allem aber bin ich erfüllt von so viel Freude und Dankbarkeit. Auch wenn dieses Kapitel als "NBA-Spieler" nun beendet ist, wird das Spiel Basketball für immer fest in der DNA meines Lebens verankert sein. Ich war mehr als die Hälfte meines Lebens in der NBA, über drei Jahrzehnte hinweg. Das überhaupt auszusprechen, ist verrückt! Basketball zum Beruf machen zu dürfen, war ein unglaublicher Segen. Einer, der auch mit enormer Verantwortung einherging. Ich habe alles angenommen. Das Gute wie das Schlechte. Als jemand, der ein Leben lang lernt, weiß ich: Führung ist hart und nichts für Schwache. Manche werden dich mögen, viele nicht. Aber das Ziel war immer klar, und meine Absichten waren immer ehrlich. (Verdammt, ich liebe es, zu konkurrieren!!)", führte er aus.
Paul wollte seine Karriere eigentlich nach dieser Saison beenden, nachdem er im Sommer bei seinem Heimteam L.A. Clippers unterschrieben hatte. Aufgrund von internen Streitigkeiten wurde er aber Anfang Dezember freigestellt und zur Trade Deadline dann nach Toronto verschifft. Am Freitag gaben diese bekannt, dass sie den Point Guard gewaived haben. Trotz dieses ungeplanten Endes ist der 39-Jährige voller Dankbarkeit und blickte noch mal auf den Beginn seiner Karriere zurück.

"Es fühlt sich richtig gut an, zu wissen, dass ich dieses Spiel seit dem Tag, an dem mein Vater es mir gezeigt hat, mit dem größtmöglichen Respekt behandelt habe. Es war die allererste Beziehung, die ich je hatte. Basketball gab mir einen Grund, um 5 Uhr morgens aufzustehen und vor der Schule zu trainieren. Er gab mir einen Grund, selbst an verschneiten Tagen einen Weg ins YMCA zu finden, obwohl die Straßen vereist waren. Er gab mir einen Grund, als kleiner Bruder immer meinen großen Bruder schlagen zu wollen. Er gab mir einen Grund, gute Noten zu schreiben, um überhaupt die Chance zu haben, College-Basketball zu spielen. Er gab mir einen Grund, 61 Punkte in einem Spiel zu erzielen, obwohl mein Großvater gerade ermordet worden war. Er gab mir einen Grund, Tag für Tag zur Reha zu erscheinen, nach dem Meniskusriss, dem Jones-Bruch, der ausgekugelten Schulter und fünf Handoperationen …", schrieb Paul.
Nach seinem Abgang aus L.A. 2017 spielte Paul für die Houston Rockets, Oklahoma City Thunder, Phoenix Suns, Golden State Warriors und San Antonio Spurs. Während der gesamten Zeit blieb seine Familie allerdings in Los Angeles, was nicht immer leicht für ihn war. "Mit all der Dankbarkeit, die ich nur haben kann, ist es nun Zeit, für andere da zu sein und auf andere Weise. In dieser letzten Saison wusste ich, dass ich das nur schaffen würde, wenn ich zu Hause bei meiner Familie bin. Diese sechs Jahre in der Ferne waren für uns alle ein großes Opfer, und ich wusste, dass das ein Ende haben musste. Heute weiß ich aus tiefstem Herzen: Der beste Teamkollege, der ich sein kann, bin ich für Jada, Chris II und Cam", führte Paul aus.
Wie es nach seinem Karriereende weitergeht, ist aktuell noch offen. Paul freut sich aber jetzt schon auf sein nächstes Kapitel: "Ich freue mich unglaublich darauf, all die großartigen Dinge, die mir der Basketball beigebracht hat, mit in das nächste Kapitel zu nehmen. Und noch wichtiger: all das, was mir die Menschen beigebracht haben, die ich durch den Basketball kennenlernen durfte. An alle Mitspieler, Coaches, Mitarbeiter, Verantwortlichen und vor allem an meine Familie: Ich kann euch gar nicht genug danken, aber die gute Nachricht ist, dass ich jetzt endlich viel mehr Zeit habe, damit anzufangen!"
Paul spielte 21 Saisons in der NBA und wurde in dieser Zeit zwölfmal All-Star. In den Kategorien Steals und Assists liegt er auf dem zweiten Rang All-Time.
gfr