22.05.2025
Deutsches Finalduell möglich
Tibor Pleiß spielt zum vierten Mal im Final Four der EuroLeague und könnte seinen dritten Titel holen. Bei der Premiere in Abu Dhabi winkt auch noch ein deutsches Duell.

Spanien, USA, Türkei, Italien. Tibor Pleiß ist gut rumgekommen. Was der Basketballer aber seit einigen Monaten in Griechenland erlebt, stellt alles in der Schatten. "Wir hatten einen Tag der offenen Tür und es standen einfach 12.000 Fans in den Rängen", erzählt der Center und lacht, "da habe ich mir auch gedacht, Leute, habt ihr nichts Besseres zu tun? Das Wetter ist doch schön draußen. Was wollt ihr hier?"
Seit Ende Februar läuft der Nationalspieler für Panathinaikos Athen auf. Die Begeisterung in der Stadt sei verglichen mit seinen vorherigen Stationen "nochmal eine andere Nummer", sagt Pleiß im SID-Gespräch, der Basketball "eine Kultur, eine Religion, es wird hier gelebt".
Dass Pleiß all das erleben darf, hat er Ergin Ataman zu verdanken. Mit dem türkischen Trainer (und Anadolu Istanbul) gewann der Kölner zweimal die EuroLeague, deshalb lotste dieser ihn von Trapani auf Sizilien nach Athen. Und am Wochenende spielt Pleiß zum vierten Mal beim Final Four der Königsklasse, in Abu Dhabi kann der 35-Jährige seinen dritten Titel holen.
"Ich bin sehr gespannt auf die Atmosphäre, wie viele Fans rüberkommen werden", sagt Pleiß zum ungewöhnlichen Austragungsort. Über die politische Komponente, Stichwort Sportswashing, mache er sich "relativ wenig Gedanken. Am Ende ist es ein Final Four. Es ist egal, wo es gespielt wird."

Vor Pleiß hatte Patrick Femerling (2003 mit Barcelona) als einziger Deutscher den Titel im wichtigsten europäischen Klub-Wettbewerb geholt. 2021 zog der frühere NBA-Profi Pleiß in seiner Heimatstadt Köln gleich und legte ein Jahr später in Belgrad nach. Emotional ist der erste Triumph nicht zu toppen, auch wenn wegen Corona keine Fans dabei waren.
"Köln war definitiv special", sagt Pleiß. "Es war schön, das in der eigenen Stadt, in der eigenen Heimat feiern zu können." Seinen Eltern, die mit Sondergenehmigung dabei und "oben in der letzten Reihe ganz klein zu sehen waren", habe er aus der Ferne zumindest "den Pokal auch irgendwie zeigen" können.
Nun also der nächste Anlauf. Im Halbfinale geht es für Titelverteidiger Panathinaikos am Freitag (17.00 Uhr) gegen Fenerbahce Istanbul, danach (20.00/beide MagentaSport) trifft Olympiakos Piräus auf die AS Monaco mit Daniel Theis. Es winkt ein deutsches Finalduell. Das "wäre natürlich cool", sagt Pleiß.
Er rechnet sich Chancen auf seine dritte Krone aus. "Alle sagen natürlich, dass der Favorit Olympiakos ist. Aber im Final Four werden die Würfel nochmal neu gemischt. Da geht es dann auch oft darum, wer den besseren Schlaf gehabt hat, wer einen guten Tag erwischt hat. Darum stehen da alle Türen offen."
Der 2,18-m-Riese ist bis zum Saisonende ausgeliehen, hat noch einen Vertrag in Trapani. Wie es im Sommer weitergeht, ist aber offen. Auch ein Comeback in der Bundesliga sei denkbar. "Es ist immer eine Idee, nochmal in Deutschland zu spielen", sagt der frühere Bamberger. "Ich kann es mir gut vorstellen. Mal schauen, was sich am Ende herauskristallisiert."
SID