20.05.2025
College-Geld setzt Europa unter Druck
Real Madrid und der FC Barcelona könnten eine ihrer wichtigsten Basketball-Traditionen überdenken: Laut einem Bericht der MARCA erwägen beide Vereine, ihre Jugendabteilungen aufzulösen.

Grund sei der zunehmende Abgang von Talenten in Richtung NCAA und die Frage, ob sich Investitionen in Nachwuchsförderung überhaupt noch lohnen, berichtet die MARCA.
Seit 2022 dürfen NCAA-Spieler in den USA über sogenannte NIL-Rechte (Name, Image, Likeness) legal Geld verdienen. Mit gravierenden Folgen für europäische Top-Klubs. Zahlreiche Nachwuchstalente verlassen bereits im Teenageralter ihre Ausbildungsvereine in Europa, um in den USA sportlich und finanziell zu profitieren.
Für Real Madrid und Barcelona, beide bekannt für exzellente Jugendarbeit, stellt sich nun die Frage: Lohnt sich diese Struktur noch? Oder sollten Mittel lieber direkt in die Profi-Kader fließen?
Mehrere Nachwuchsspieler beider Vereine wechselten zuletzt in die NCAA, zum Teil mit kaum professioneller Spielerfahrung. Beispiele sind Kasparas Jakucionis und Dame Sarr (Barcelona) sowie Ismaila Diagne, Jan Vide und Egor Demin (Real Madrid). Letzterer soll an der BYU fast so viel über NIL-Deals verdient haben wie Facundo Campazzo im Profikader bei Real.
Mit Hugo Gonzalez, der trotz verlockender NCAA-Angebote blieb und sich nun für den NBA-Draft angemeldet hat, konnte Real Madrid gerade noch ein Top-Talent halten. Doch die Liste der Abgänge wächst weiter. Sidi Gueye steht bereits in den Startlöchern.
Auch der FIBA ist das Problem bewusst. Generalsekretär Andreas Zagklis kritisierte jüngst: "Unsere Klubs investieren jahrelang in Spieler und dann endet es mit einem siebenstelligen Scheck für einen 18-Jährigen."
Um dem entgegenzuwirken, fordert die FIBA künftig einen "Authorization Letter" für Wechsel in die NCAA. Damit sollen Klub und Verband dem Wechsel zustimmen und sicherstellen, dass die Spieler weiterhin unter kontrollierten Bedingungen aktiv bleiben und der Nationalmannschaft zur Verfügung stehen.
In Spanien läuft parallel ein Projekt, bei dem ACB-Reserveteams in einer eigenen Liga mehr Spielzeit und Entwicklungsmöglichkeiten für Nachwuchskräfte bekommen sollen. Gemeinsam mit dem Hochleistungssport-Rat arbeitet man an Lösungen.
kon