06.07.2025
Brown Jr. nicht zum MVP gewählt
Trotz eines mutigen Starts und eines starken Turniers war die USA im WM-Finale zu mächtig: Deutschlands U19 unterlag dem Titelfavoriten mit 76:109. Doch das Team von Bundestrainer Alan Ibrahimagic darf stolz sein, denn es gewann die erste Silbermedaille bei einer U-19-WM in der deutschen Basketballgeschichte.

Vor den Augen von Dirk Nowitzki, der nach dem Spiel die Medaillen überreichte, gehörte die Anfangsphase Deutschland: Nach einem 0:4-Fehlstart legte das Team von Bundestrainer Alan Ibrahimagic einen 8:0-Lauf hin, angeführt von Christian Anderson (18 Punkte, 5 Rebounds, 9 Assists, 4 Steals), Topscorer Hannes Steinbach (19, 7 Rebounds) und Declan Duru. Auch von außen lief es gleich rund - zwei Dreier sorgten zwischenzeitlich für eine 7-Punkte-Führung. Doch die USA konterten mit einem eigenen 8:0-Run und drehten das Spiel zum Ende des ersten Viertels. Mit 24:23 lag der Titelfavorit knapp vorne.
Im zweiten Viertel wurde der Unterschied spürbarer: Die US-Amerikaner kamen wacher ins zweite Viertel und bauten die Führung auf bis zu acht Punkte aus. Doch Eric Reibe (17) hatte etwas dagegen. Der Center legte neun Punkte in Serie auf und verkürzte fast im Alleingang. Als der Rückstand auf drei Punkte geschrumpft war, schien die Partie zu kippen, doch ein Dreier und ein schneller Steal von JJ Mandaquit (7, 6 Assists) bedeuteten fünf einfache Punkte für die USA und damit erstmals eine zweistellige Führung.
Anderson brachte die DBB-Youngster kurz vor der Halbzeitpause auf neun Punkte heran, doch beim Stand von 56:47 ging es in die Kabinen. Mit klaren Vorteilen für das Team USA, vor allem beim Rebounding, 7 davon kamen im zweiten Viertel allein von Koa Peat (12, 9 Rebounds).
Halbzeit zwei begann denkbar ungünstig: Eric Reibe kassierte ein unsportliches Foul nach einem Ellenbogen-Check. Die USA nutzten den Moment eiskalt aus und starteten mit einem 11:3-Run ins Viertel. Auch MVP-Favorit Mikel Brown Jr. (12, 4 Assists) fand jetzt seinen Rhythmus. Deutschland verlor offensiv den Faden, während auf US-Seite nahezu alles funktionierte. Der Vorsprung wuchs immer weiter an. Jack Kayil (13, 5 Assists) stoppte den 0:13-Lauf mit einem starken Dreier und traf auch mit dem Buzzer zum 57:84. Trotzdem: Ein klares 10:28 aus deutscher Sicht im dritten Viertel sorgte für die Vorentscheidung.
Im Schlussabschnitt zeigten die Deutschen Moral und verkürzten direkt durch fünf Punkte von Steinbach, fünf weitere von Reibe sowie einen Dreier von Anderson. Doch nach einer Auszeit der Amerikaner sorgte ein 6:0-Lauf schnell wieder für klare Verhältnisse. Der Rückstand wuchs erneut, das DBB-Team fand keinen Weg mehr zurück. Die USA blieben souverän bis zum Schluss und krönten sich, auch dank MVP AJ Dybantsa (11, 6 Rebounds) und Topscorer Morez Johnson Jr. (15, 10 Rebounds) mit dem 109:76 zum U-19-Weltmeister. Die DBB-Youngster haben ein historisches Turnier gespielt und die erste Silbermedaille einer deutschen U19 bei einer WM gewonnen.
Lukas Hetterich