vor 6 Stunden
San Antonio verpasst Gamewinner, Edwards gibt Comeback
Die San Antonio Spurs und die Minnesota Timberwolves haben sich in Spiel 1 der Conference Semifinals einen absoluten Thriller geliefert. Während Anthony Edwards sein Wunder-Comeback gegeben hat, reichte der Playoff-Rekord von Victor Wembanyama nicht zum Sieg.

Die San Antonio Spurs und Minnesota Timberwolves lieferten sich über 48 Minuten einen Ritt auf Messers Schneide, bei dem kein Team jemals zweistellig führte. Sowohl beim Scoring (beide knapp 45 Prozent aus dem Feld) als auch bei den Rebounds (47 zu 46 Wolves) und Assists (24 zu 20 Spurs) gaben sie sich nicht viel und punkteten auch in der Zone ähnlich (58 zu 54 Spurs).
Wenig verwunderlich also, dass das Spiel erst in den Schlusssekunden entschieden wurde. Julius Randle schnappte mit 50 Sekunden auf der Uhr Devin Vassell an der Birne, zog den Guard in die Zone und traf einen starken Floater übers Brett zur Sechs-Punkte-Führung, die wie die Vorentscheidung wirkte. San Antonio war aber noch nicht geschlagen: Victor Wembanyama zog in die Zone für seinen gefühlt ersten Dunk des Spiels und Topscorer Dylan Harper (18 Punkte) stellte nach einem Steal von Vassell in der folgenden Possession auf -2.
Randles anschließender Wurf verpasste und Harper schnappte sich mit sechs Sekunden Restspielzeit den Rebound. Coach Mitch Johnson entschied, kein Timeout zu nehmen, sondern seine Jungs spielen zu lassen. Wilson fand an der Dreierlinie Julian Champagnie, der bisher 50 Prozent seiner Dreier versenkt hatte (3/6). Der Shooter ließ seinen Mann aussteigen, verschaffte sich mit einem Sidestep Platz und ließ den potenziellen Gamewinner kurz vor der Sirene los, sein Wurf knallte aber nur an den Ring.

Gianluca Fraccalvieri
Für die Wolves war es ein verdienter und hart erarbeiteter Sieg, der vor allem aus einem starken Gameplan gegen Wemby resultiert ist. Der Franzose kam offensiv überhaupt nicht in seinen Rhythmus, da die Wolves ihm so gut wie nie erlaubten, mit dem Ball in die Zone zu ziehen. Sie ließen den gesamten Abend über ihre großen Verteidiger um Randle, Jaden McDaniels und Rudy Gobert auf ihn los. In der Folge versuchte Wembanyama es viel von draußen, sein Wurf wollte aber einfach nicht fallen (0/8 Dreier, 11 Punkte).
Trotz seiner Shooting-Probleme machte Wemby in der Defensive ein überragendes Spiel. Er schnappte sich 15 Rebounds und blockte unfassbare zwölf Würfe, was einen neuen Playoff-Rekord in einem einzelnen Spiel darstellt. Man darf nicht vergessen, dass es erst sein 5. Playoff-Spiel überhaupt war.
Dass es für die Spurs am Ende nicht reichte, lag auch am Auftritt des restlichen Teams, allen voran De'Aaron Fox. Der zweimalige All-Star fand überhaupt keinen Touch und traf nur 5/14 aus dem Feld (10), auch Stephon Castle, der frühzeitig ausfoulte, konnte das trotz seiner 17 Punkte nicht auffangen. Generell wollte der Dreier bei den Spurs an diesem Abend nicht fallen (27,8 Prozent), was dem Gameplan der Wolves entgegenkam.
Wie schon gegen die Denver Nuggets kamen sie über den Kampf in das Spiel. Mental getragen wurden sie dabei auch von Anthony Edwards' Wunder-Comeback: Der Guard spielte 28 Minuten von der Bank kommend, nachdem es vor wenigen Tagen noch geheißen hatte, er würde mindestens ein paar Spiele verpassen. Nach Randle (21) war er mit 18 Punkten (8/13 FG) auch direkt der beste Werfer und lieferte immer wieder in wichtigen Momenten große Würfe. Auch TJ Shannon zeigte erneut ein starkes Spiel und kam auf 16 Zähler, genau wie McDaniels. Oldie Mike Conley zeigte mit zwölf Punkten und sechs Assists zudem, dass er weiterhin ein wichtiger Teil des Teams sein kann.
Die beiden Mannschaften haben jedoch nur kurz Zeit, sich von dem intensiven Duell zu erholen: Spiel 2 in San Antonio steigt bereits in der Nacht auf Donnerstag (3.30 Uhr deutsche Zeit).
