24.01.2026
Ulm verspielt 22-Punkte-Führung
Ratiopharm Ulm hat gegen Kellerkind Heidelberg einen 22-Punkte-Vorsprung nicht über die Zeit gebracht und am Ende dank eines Last-Minute-Gamewinners von Michael Weathers verloren.

Das Baden-Württemberg-Derby war dabei zu Beginn eine mehr als deutliche Angelegenheit. Die Ulmer kamen stark ins Spiel und führten bereits Mitte des ersten Viertels zweistellig, nach dem ersten Spielabschnitt lagen sie sogar mit +14 in Führung. Angeführt wurden sie dabei vom bärenstarken Tobias Jensen (22 Punkte, Karrierebestwert), der vor allem von draußen richtig stark war (5/10 Dreier).
Nach der Halbzeit schraubten die Gastgeber ihren Vorsprung sogar auf +22, ehe Heidelberg endlich ein bisschen besser ins Spiel fand und nach zwei erfolgreichen Freiwürfen von Weathers zum Viertelende auf -12 verkürzte. Und auf einmal war der Tabellenletzte in der Partie.
Ein viertelübergreifender 11:0-Lauf der Heidelberger brachte sie auf einmal auf zwei Possessions dran, wodurch es in der Schlussphase tatsächlich noch mal spannend wurde. Bei den Academics ging in diesem Abschnitt beinahe alles über Rückkehrer Weathers, der enorm effektiv aus dem Feld war und ein neues Career-High auflegte (26 Punkte bei 9/11 aus dem Feld).
Ulm musste sich dagegen jeden Punkt hart erkämpfen, Damariae Horne verkürzte von draußen mit rund einer Minute auf der Uhr sogar auf -1. Im Gegenzug warfen die Ulmer den Ball weg und Ryan Mikesell stellte an der Linie auf Ausgleich. Danach wurde es hektisch. Mark Smith vergab von draußen, Heidelberg holte sich den Rebound und Weathers traf auf der anderen Seite den Floater zur Führung. Ulm bekam anschließend keinen Wurf mehr los, wodurch die Sensation perfekt war.
Bester Mann bei den Heidelbergern war neben Weathers der starke Horne, der 22 Punkte erzielte bei ordentlicher Quote (10/20 FG). Mikesell steuerte weitere 15 Punkte, sieben Rebounds und vier Assists bei.
Bei den Ulmern, denen man im Schlussviertel die Müdigkeit nach dem Auftritt in London unter der Woche anmerkte, glänzte neben Jensen Christian Sengfelder mit 16 Punkten und sieben Rebounds. Auf Topscorer Chris Ledlum konnten sie sich anders als gewohnt nicht verlassen, der Forward traf nur 3/12 für magere sechs Punkte.
Gianluca Fraccalvieri