29.08.2025
Sorgen um Bogdanovic
Schwerer als erwartet erwies sich das zweite Gruppenspiel für Topfavorit Serbien. Gegen den krassen Außenseiter Portugal mussten sich die Adler weitaus mehr anstrengen als erwartet - und sorgen sich zudem um ihren Kapitän.

"Eines ist sicher - wir laufen nicht vor solchen Spielen davon", hatte Portugals Travante Williams vor dem Match erklärt und angekündigt: "Wir gehen auf den Platz, um zu kämpfen. Wir werden nicht auf die Namen auf den Trikots schauen - wir werden alles geben, so wie bisher." Und die Iberer hielten ihr Versprechen, sie agierten gallig und schafften es, die Serben in deren Wirken ordentlich einzuschränken.
Erfolgscoach Svetislav Pesic dürfte einen Tag nach einem 76. Geburtstag nicht gefallen haben, wie sich das Spiel entwickelte. Erst recht nicht, als Filip Petrusev bereits in der fünften Minute wegen eines Schlags in die Magengegend von Diogo Brito, der am Ende mit 22 Punkten und neun Rebounds der auffälligste Portugiese war, des Feldes verwiesen wurde.
Petrusevs Fehlen bot aber Tristan Vukcevic mehr Spielzeit - und der Forward der Washington Wizards nutzte seine Chance. Der 22-Jährige erzielte sechs Punkte in Serie und trug maßgeblich dazu bei, dass Serbien das erste Viertel trotz fünf Turnovers (!) letztlich doch noch mit 23:19 für sich entschied. Portugal blieb aber auch in der Folge hart und stellte die Adler vor Probleme.
So musste sich Superstar Nikola Jokic der Sache annehmen. Auf den Schultern des dreimaligen NBA-MVPs zogen die Serben weg und erspielten sich eine Zehn-Punkte-Führung zur Halbzeit (43:33).
Ins dritte Viertel gingen die Serben dann ohne Kapitän Bogdan Bogdanovic, der sich zuvor mit offensichtlichen muskulären Problemen im Oberschenkel hatte auswechseln lassen und anschließend in der Kabine geblieben war. Doch ohne den Clippers-Guard, der in diesem Spiel nicht mehr zum Einsatz kam, fanden die Serben gegen die extrem physischen Portugiesen besser rein und bauten ihren Vorsprung konsequent aus.
Dank eines erfolgreichen Dreiers von Ognjen Dobric gingen die Serben mit 64:49 ins Schlussviertel. Den Sieg ließen sich die Adler nicht mehr nehmen, der vierte Abschnitt war recht zerfahren. Die Serben ließen sich ein wenig einlullen, schossen offensiv ein paar Fahrkarten und mussten deshalb zum Ende hin noch einmal einen Comeback-Versuch der energischen Portugiesen abwehren. Letztlich reichte es zum 80:69-Sieg. Bester Spieler der Serben war am Ende wenig überraschend Jokic, dem ein Double-Double aus 23 Punkten und zehn Rebounds gelang.
drm