04.12.2025
Fans pfeifen eigene Mannschaft aus
Auch ihr fünftes EuroLeague-Spiel in Folge haben die Basketballer vom FC Bayern verloren. Der emotionale Abend in Belgrad stand jedoch ganz im Zeichen des zurückgetretenen Partizan-Coaches Zeljko Obradovic, bei dem die Anhänger der Heimmannschaft ihren Unmut lautstark zum Ausdruck brachten.

Sportlich stecken Partizan Belgrad und die Bayern bereits seit Wochen in der Krise. Bei den Serben forderte die Talfahrt zuletzt ein prominentes Opfer: Trainerlegende Zeljko Obradovic trat ob der Misere zurück und löste damit eine Welle der Empörung im Fanlager seines langjährigen Klubs aus. Sogar ein Spielabbruch wegen der Proteste der Anhänger stand im Raum.
Dazu kam es nicht. Stattdessen drückten die Zuschauer ihren Unmut verbal aus. Minutenlang hallten Obradovic-Sprechchöre durch die Belgrade Arena in der serbischen Hauptstadt. Das Sportliche geriet in den Anfangsminuten in den Hintergrund, während die Zuschauer besonders das Wirken ihrer eigenen Spieler kritisch beäugten.
Die Umstände gingen durchaus nicht spurlos an den Akteuren von Partizan vorbei. Nach sechs Minuten brachte Lokalmatador Lucic (unter Applaus der eigentlich gegnerischen Fans) seine Münchner mit neun Punkten in Führung (9:18). Nach der ersten Viertelpause ebten die Gesänge von den Rängen zwar zunehmend ab. Auf dem Parkett taten sich beide Teams aber noch immer schwer.
Das Offensivspiel der Bayern strotzte mal wieder vor Stückwerk. Gegen eine der schwächsten Defensiven der EuroLeague war das phasenweise deutlich zu ideenlos. Zu ihrem Glück: Bei Belgrad, die im ersten Viertel auch noch Starter Pokusevski verletzt verloren, ging noch weniger.

Julius Ostendorf
Das änderte sich jedoch nach dem Seitenwechsel. Tyrique Jones (21 PTS, 10 REB), zu Beginn noch lauthals ausgebuht, versuchte scheinbar die Gunst der Heimfans im Alleingang zurückzugewinnen. Mit seiner intensiven Arbeit - vor allem unter dem gegnerischen Brett (7 OREB) - hauchte er Belgrad wieder Leben ein. Mitte des dritten Durchgangs übernahmen die Gastgeber dann in Person von Jabari Parker die Führung. Mit der Sirene erhöhte Washington sogar auf +6 aus Belgrader Sicht.
Bayern wirkte dagegen nun stehend K.o. Das Trainerteam, um Rückkehrer Gordon Herbert, verpasste es erneut, funktionierende Kombinationen auf dem Platz zu finden. Wenn etwas bei den Münchnern klappte, dann war zumeist Johannes Voigtmann involviert, dessen Wirken an beiden Enden jederzeit spürbar war. Mit 18 Rebounds stellte der Center zudem einen Saisonbestwert der gesamten EuroLeague auf.
In den Schlussminuten schnupperten die Bayern sogar nochmal am Comeback. Ein 12:2-Lauf verkürzte den Rückstand auf -2. Die erfolgreiche Aufholjagd blieb allerdings aus, nachdem Jabari Parker per Dreier den Schlusssprint Partizans einleitete. Duane Washington avancierte mit 22 Zählern zum Topscorer des Spiels.
Für die Bayern ist es die fünfte EuroLeague-Niederlage in Folge. Der Rückstand auf die Playoff-Ränge wächst zunehmend an. Eine Verschnaufpause sei dem FCBB allerdings nicht gegönnt. Bereits am Sonntag wartet im Duell mit Pokalsieger MBC das nächste Topspiel.