15.01.2026
Franz mit starkem vierten Viertel
Die Orlando Magic und die Wagner-Brüder haben das erste NBA-Spiel auf deutschem Boden gewonnen. Dafür war in der Uber Arena in Berlin allerdings ein großes Comeback vonnöten.

Mit NBA-üblicher Verspätung, wenn nicht noch darüber hinaus, waren es die Orlando Magic, die dank gewonnenem Jump Ball den ersten Ballbesitz der Partie verbuchten. Franz Wagner, der sein Comeback nach fünfwöchiger Verletzung gab, wurde umgehend gesucht - die ersten Punkte gingen allerdings auf das Konto von Co-Star Banchero. Und auch in den Folgeminuten tat sich der Rückkehrer noch etwas schwer und verließ - unter Minutenrestriktion - das Feld Mitte des Durchgangs weiterhin punktlos.
Etwas befreiter konnte indes Memphis aufspielen. Neun Dreier (von 14) verwandelte das offiziell als auswärts deklarierte Team im ersten Durchgang. Die Durststrecke der Magic, die zunächst etwas schlaff wirkten, ging ungemindert weiter. Ein offener Aldama-Dunk stellte kurz vor Ende des Eingangsviertels auf +16 (39:23). Sinnbildlich für den schleppenden Start Orlandos stand das deutsche Trio, das in den ersten zwölf Minuten ganz ohne Punkte geblieben war.
Nach einer Minute im zweiten Durchgang setzte Franz Wagner der Durststrecke ein Ende, nachdem Memphis zwischenzeitlich mit +20 geführt hatte. Gleich darauf war es Bruder Moritz, der aus der Distanz nachlegte und dem offensichtlich Orlando zugeneigten Publikum neue Euphorie verlieh. Memphis verlor jetzt an Energie und blieb zwischenzeitlich knapp vier Minuten ohne eigenen Punkt. Aufseiten der Magic riss Banchero die Partie nun stärker an sich. Auch kurz vor Ende der ersten Hälfte war er es, der per Dreier den Rückstand in den einstelligen Bereich drückte.

Nach dem Seitenwechsel setzte sich der Trend fort, wobei es wieder Franz Wagner war, der nach Wiederbeginn den ersten Leistungsnachweis besorgte. Das Momentum war jetzt vollkommen gedreht: Während den Grizzlies jeglicher Rhythmus fehlte, wurden die Magic immer selbstbewusster. Noch in den Anfangsminuten der zweiten Hälfte brachte Anthony Black sein Team erstmals seit Spielbeginn wieder in Führung. Lediglich die Deutschen hatten weiter mit Ladehemmungen zu kämpfen.
Julius Ostendorf
Im Schlussviertel entwickelte sich die Partie zum erhofften Krimi. Angeführt von den beiden Jacksons kämpfte sich Memphis zurück ins Spiel. Ein Williams-Dreier besorgte vier Minuten vor Ende gar den nächsten Führungswechsel. Ausgerechnet der bis dahin etwas glücklose Franz Wagner stellte per Dreier den erneuten Ausgleich her.
Anschließend sorgte Black mit einem krachenden Poster-Dunk gegen vier (!) Grizzlies-Spieler für das Highlight des Spiels, ehe Banchero von der Linie auf +4 stellte. Mit einer Minute auf der Uhr besorgte Franz Wagner mit einem Floater die Fünf-Punkte-Führung und die Vorentscheidung.
Franz Wagner stand am Ende nach einem starken vierten Viertel bei 18 Punkten und acht Rebounds, bester Werfer der Magic war Banchero mit 26. Wichtige Produktion kam auch von Black (21) und den beiden weiteren Deutschen Moritz Wagner (8, 4 Rebounds) und Tristan da Silva (9). Bei den Grizzlies überragte Jackson Jr. mit 30 Zählern, gefolgt von Santi Aldama (18) und Cedric Coward (15).
Im Rahmen des zweiten Global Games stehen sich beide Teams übrigens bereits am Sonntag erneut gegenüber. Den Flug nach London treten die Teams aufgrund des hiesigen Nachtflugverbots allerdings erst am Freitagmorgen an.
