18.04.2026
Orlando trifft auf Detroit
Die Orlando Magic haben im finalen Play-In-Aufritt ihr wohl bestes Spiel der gesamten Saison gezeigt und die Charlotte Hornets mit 121:90 komplett zerlegt. In den Playoffs treffen sie nun auf Top-Seed Detroit.

Vergleicht man diese Version der Orlando Magic mit der, die gegen die Philadelphia 76ers verloren hat, würde man denken, es wären zwei komplett unterschiedliche Teams gewesen. Anders als gegen Philly spielten die Magic ab Sekunde eins an mit einer Intensität und Konzentration, die wir in dieser Saison so noch nicht gesehen haben.
Sie verließen sich nicht auf schwere Würfe in der Mitteldistanz, sondern zogen ein Mal nach dem anderen in die Zone und nutzten ihren physischen Vorteil gegen Charlotte gnadenlos aus. Vor allem Paolo Banchero hatte an diesem Abend einen Blick in den Augen, der für den Gegner Ärger bedeutet. Der Superstar gab mit zwölf Punkten und unaufhaltbaren Drives früh den Ton an, war aber wie der Rest des Teams auch defensiv sehr engagiert. Sein Dreier mit zwei Minuten Restspielzeit im ersten Viertel stellte auf 27:10, nach zwei Freiwürfen von Jamal Cain ging es sogar mit 38:16 in die erste Pause.
Und die Magic blieben mit dem Fuß komplett auf dem Gaspedal. Vorne attackierten sie konsequent die Zone und warfen fast gar nicht von Downtown (5 Versuche im zweiten Viertel), während sie in der Defensive alles zumachten. Sie nahmen den Hornets ihren geliebten Dreier weg und ließen keine einfachen Punkte zu. Gefühlt bekamen sie bei jedem Abschluss ihres Gegners eine Hand dazwischen und sammelten im zweiten Viertel fleißig Blocks (3) und Steals (3), die zu einfachen Punkten in Transition führten. Ein Dreier von Jalen Suggs eine Minute vor der Halbzeit baute die Führung auf +35 aus. Nach 24 Minuten stand es dann 68:37, was die höchste Halbzeit-Führung in der Play-In-Geschichte bedeutete.

Gianluca Fraccalvieri
Nach der Pause taute der bis dato katastrophale LaMelo Ball (2 Punkte, 1/6 FG) auf einmal auf und schenkte Orlando 21 Punkte im dritten Viertel ein, die die Führung zwischenzeitlich auf +25 drückten. Die Magic waren aber nicht gewillt, in diesem Spiel noch mal etwas anbrennen zu lassen. Sie blieben offensiv weiter aggressiv und Charlotte wusste sich nur mit Fouls zu helfen (insgesamt 22 in den Vierteln 2 & 3). So nahm Franz Wagner allein im dritten Viertel neun Freiwürfe und führte sein Team mit elf Punkten in diesem Abschnitt an.
So blieb es auch nach drei Abschnitten bei einer komfortablen 30+-Führung, was Coach Jamahl Mosley erlaubte, seine Starter früh vom Feld zu nehmen und für die anstehende Playoff-Runde gegen die Detroit Pistons zu schonen.
Bei Orlando glänzte die gesamte Starting Five: Alle fünf Spieler punkteten zweistellig, wobei Banchero mit 25 Punkten (9/17 FG) der beste Scorer war. Wagner steuerte weitere 18 Punkte (5/10 FG), sieben Rebounds und sieben Assists bei einem Plus-Minus von +29 (zweitbester Wert) bei. Wendell Carter Jr. kam auf 16 Punkte, Desmond Bane auf 13 und Suggs auf zwölf. Auch Big Man Goga Bitadze hatte mit seinen vier Blocks einen wichtigen Einfluss auf das Spiel. Tristan da Silva kam auf fünf Punkte und drei Rebounds in 19 Minuten, Moritz Wagner schnappte sich in der Garbage Time drei Rebounds, blieb aber punktlos.
Auf der Gegenseite war Ball mit 23 Punkten (7/17 FG) klar der beste Scorer eines Hornets-Teams, das gegen die knallharte Magic-Defensive 33,7 Prozent aus dem Feld und 26,7 Prozent von Downtown traf. Miles Bridges steuerte weitere 15 Punkte bei, Rookie Kon Knueppel elf (1/6 Dreier).
Orlando hat jetzt nicht viel Zeit, sich auf die erste Playoff-Runde gegen die Pistons vorzubereiten, Spiel 1 steigt schon in der Nacht auf Montag (0:30 Uhr deutscher Zeit).
