vor 9 Stunden
Magic bauen Serienführung weiter aus
Die Orlando Magic haben ihren Serienvorsprung gegen den Sieger der Eastern Conference auf 3-1 Siege ausgebaut. In einem Low-Scoring-Spiel fanden die Detroit Pistons erneut keine Antwort auf die physische Defensive Orlandos. Franz Wagner machte eines seiner besten Spiele nach Rückkehr von Verletzung.

Nach einem schwachen Start in die Serie lag das Augenmerk der Gäste von Beginn an darauf, Co-Star Jalen Duren ins Spiel zu bringen. Der Versuch misslang allerdings. Die Pistons häuften sieben Balverluste in den ersten knapp vier Spielminuten an. Auf der Gegenseite spielten sich die Magic - von einem ohrenbetäubend lauten Publikum angetrieben - in einen regelrechten Rausch. Franz Wagner stellte Detroit mehrere Male unter dem Korb vor Probleme. Desmond Bane erhöhte aus der Distanz nach nur wenigen Zeigerumdrehungen auf +12 (19:7).
Es sollte allerdings das letzte erfolgreiche Field Goal der Hausherren für lange Zeit bleiben. Die Pistons blieben ihrer Taktik treu, die Zone abzuriegeln. Zudem spielte ihnen in die Karten, dass Orlando aus der Distanz völlig kalt blieb. Weil Cade Cunningham das Spiel nun immer mehr an sich riss, fehlten den Magic auch die Umschaltmomente, in denen sie typischerweise ihre Stärken sehen. Nach zwei völlig unterschiedlichen Hälften des ersten Viertels ging es recht ausgeglichen in den zweiten Durchgang (26:27).
Hier setzten sich die offensiven Probleme erst mal fort. Dafür sorgte auch ein bärenstarker Isaiah Stewart, der allein in der ersten Hälfte vier Abschlüsse Orlandos blockte. Per Drive stellte Cunningham, der im Angriff mal wieder den Alleinunterhalter gab, auf +10 (30:40). Ein da-Silva-Dreier beendete schließlich die Durststrecke der Hausherren, die bis dahin aus der Distanz weitgehend glücklos agiert hatten. Der Treffer eröffnete neue Möglichkeiten innerhalb des äußeren Rings, von dem insbesondere DBB-Kollege Franz Wagner profitierte. Im letzten Orlando-Angriff vor dem Seitenwechsel besorgte der Berliner dann ebenfalls aus der Distanz den erneuten Führungswechsel (54:52).
In der zweiten Hälfte änderte sich erstmal nicht viel. Beide Teams übten enormen defensiven Druck aus, agierten physisch - und trafen den Dreier nicht. Ein Großteil der Punkte kam jetzt an der Freiwurflinie zustande. Hier erfolgreich war auch , der aus dem Feld einen Abend zum Vergessen erlebte (18 Punkte, 4/18 FG). Fünf aufeinanderfolgende Bane-Punkte brachten Orlando einen knappen Vorsprung vor dem Schlussakt ein (75:69).
Julius Ostendorf
Eine Hiobsbotschaft gab es allerdings gegen Mitte des Durchgangs, als Franz Wagner nach einer Kollision ausgewechselt wurde und anschließend nicht mehr ins Spiel zurückkehrte. Er beendete die Partie mit 19 Punkten (7/15).

Dabei hätte dieser zu diesem Zeitpunkt durchaus höher ausfallen müssen. Bis zum Ende des dritten Durchgangs verbuchten die Gäste satte zwölf Ballverluste mehr. Allein Cunningham, der im Zentrum der Defensivbemühungen Orlandos stand, vereinte acht davon auf sich. Dazu hatte Co-Star Duren erneut mit denselben Problemen zu kämpfen wie bereits in den Spielen eins bis drei: Gegen die Double-Teams in der Zone wirkte der 22-Jährige erneut häufig überfordert. Ein Poster von Jamal Cain gab dem All-Star im Schlussviertel den Rest. Er beendete die Partie mit mageren zwölf Pünktchen.
Problem bei den Magiern blieb aber weiterhin die eigene offensive Ausführung. Nur rund ein Drittel aller Würfe fand sein Ziel, von draußen sogar nur knapp ein Viertel. Und dennoch kam die Entscheidung von außerhalb. Beim Drei-Punkte-Vorsprung 75 Sekunden vor dem Ende verschaffte Topscorer Bane (22) auf Höhe der Birne etwas Platz und knallte einen Dreier mit dem Brett rein. Die Entscheidung.
Bei den Pistons wehrten sich Cunningham (25) und Tobias Harris (20) mit allen Kräften, ihm fehlte am Ende aber schlichtweg die offensive Unterstützung. Tristan da Silva steuerte für die Magic sechs Punkte und vier Rebounds bei.
Damit erhöhen die Orlando Magic die Serienführung auf 3-1. Bereits in zwei Tagen findet das fünfte Duell der Serie statt. Für die Detroit Pistons gilt: Verlieren verboten Das Gute aus ihrer Sicht: Das Heimrecht wechselt wieder.
