17.06.2025
Thunder brauchen noch einen Sieg
Angeführt von einem überragenden Jalen Williams haben die Oklahoma City Thunder Spiel 5 mit 120:109 gegen Indiana gewonnen und sind nur noch einen Sieg von ihrer ersten Championship entfernt. Bei den Pacers war Superstar Tyrese Haliburton dagegen komplett abgemeldet.

Ein Karrierebestwert von 40 Punkten bei 14/25 aus dem Feld und 3/5 von Downtown standen am Ende für J-Dub auf dem Statistikbogen. Dazu spielte der 24-Jährige vier Assists, schnappte sich sechs Rebounds und hatte das beste Plus-Minus aller Akteure auf dem Feld (+14). Gleichzeitig war es bereits sein drittes Spiel in Serie in den Finals mit 25+ Punkten. "Meine Teamkollegen haben so viel Vertrauen in mich, Mark (Daigneault) hat mir gesagt, ich soll einfach ich selbst sein, und das hat mir viel Selbstvertrauen gegeben", schwärmte Williams nach dem vielleicht besten Spiel seiner Karriere.
Dabei lief es für ihn und OKC von Beginn an richtig gut. Nach einem heißen Start beider Teams (beide 5/6 zu Beginn) wurde die Defensive der Thunder immer besser, erzwang einen Turnover nach dem anderen und sorgte für die erste zweistellige Führung der Partie. Auch von draußen wollte der Wilson nach dem schlechten Shooting in Spiel 4 (3 Dreier insgesamt) wieder fallen, sodass OKC die Marke aus dem vorherigen Spiel schon nach wenigen Minuten übertroffen hatte.
Für Haliburton ging derweil gar nichts zusammen. Der Superstar der Pacers verletzte sich früh an seinem ohnehin schon lädierten Bein und musste in die Kabine, um sich behandeln zu lassen. Er kam zwar schnell wieder zurück, war aber bei weitem nicht so aggressiv, wie man es von ihm in dieser Serie gewohnt war. Nach den ersten zwei Vierteln blieb er ohne Punkte, was ihm zuvor in keiner Halbzeit in seiner Playoff-Geschichte passiert war.
OKC blieb dagegen mit dem Fuß auf dem Gas. Sie ließen den Ball gut laufen, fanden offene Räume und trafen gut aus dem Feld. So hatten sie früh im zweiten Viertel schon mehr Assists angesammelt als im gesamten Spiel 4 (12). Mit +14 aus Sicht der Gastgeber ging es schließlich in die Kabine (59:45).
In der Halbzeit schien es in der Pacers-Kabine eine ordentliche Ansprache von Coach Rick Carlisle gegeben zu haben, denn sein Team kam mit einer deutlich veränderten Körpersprache zurück aufs Feld. Sie gewannen auf einmal mehr 50/50-Bälle und robbten Stück für Stück näher an OKC heran. Vor allem T.J. McConnell war überall im dritten Viertel (13 Punkte) und brachte die Seinen mit drei schnellen Scores mit neun gespielten Minuten in Halbzeit zwei auf -6 ran.
Im vierten Viertel war es dann Pascal Siakam, der das Zepter für Indiana in die Hand nahm. Der Kameruner erzielte zwölf Zähler in den ersten drei Minuten und verkürzte für Indiana auf -2. Näher sollten die Pacers OKC aber nicht mehr kommen. Nach dem Lauf von Siakam fuhr das Heimteam die defensive Intensität merklich hoch, erzwang vier Turnover in Folge und stellte - angeführt von Williams - mit fünf Minuten auf der Uhr wieder auf +16. Die Entscheidung.
Gianluca Fraccalvieri
Neben Williams war Shai Gilgeous-Alexander der überragende Mann des Abends. Der MVP kam auf 31 Punkte (9/21 FG), verteilte starke zehn Assists und war auch defensiv eine Pest (vier Blocks, zwei Steals). Chet Holmgren verpasste ein Double-Double knapp (9 Punkte, 11 Rebounds), blockte dafür aber drei Würfe. Isaiah Hartenstein durfte erneut von Beginn an ran und kam in 20 Minuten Spielzeit auf vier Punkte, acht Rebounds und vier Assists.

Als Team erwischten die Thunder einen starken Wurfabend und versenkten 14 ihrer 32 Dreierversuche (43,8 %). Dazu dominierten sie Indiana auch im Fastbreak (17 zu 13) sowie in Points of Turnover (32 zu 9). Insgesamt warfen die Pacers 22 Mal den Ball weg, OKC nur elfmal.
Siakam war am Ende mit 28 Punkten (9/15 FG) bester Scorer der Pacers, die zum ersten Mal in diesen Playoffs in einer Serie hinten liegen und zwei Spiele in Folge verloren haben. McConnell war mit 18 Punkten schon der zweitbeste Werfer seines Teams, gefolgt von Aaron Nesmith (14). Haliburton stand am Ende ohne Treffer aus dem Feld da (0/6, 4 Punkte), spielte aber sechs Assists und schnappte sich sieben Rebounds.
OKC könnte in Spiel 6 in der Nacht auf Freitag (2.30 Uhr) in Indiana die Serie zumachen und sich zum ersten Mal in der Franchise-Geschichte zum Champion krönen. Sollten die Pacers allerdings gewinnen, würde Spiel 7 in der Nacht auf Montag in Oklahoma City steigen.