14.12.2025
Franzose erhält MVP-Gesänge
Nach ihrem Sieg gegen die Los Angeles Lakers haben die San Antonio Spurs das nächste Schwergewicht der NBA aus dem Pokalwettbewerb eliminiert. Bei der Rückkehr von Superstar Victor Wembanyama fügten die Texaner dem amtierenden NBA-Champion OKC die erste Niederlage seit Anfang November zu.

16 Spiele hatten die Thunder zuletzt in Folge gewonnen. Von den ersten 25 Saisonspielen verlor der Titelverteidiger nur eines (5. November vs. Portland). Ausgerechnet im Halbfinale des Pokalwettbewerbs kam nun die zweite hinzu.
Einen großen Anteil daran hatte Superstar Victor Wembanyama (22 PTS, 9 REB, +21), der nach wochenlanger Verletzung und zwölf verpassten Spielen erstmals wieder auf dem Parkett stand. Im ersten Durchgang kam der Franzose, der nicht der Starting Five angehörte, indes noch nicht zum Einsatz. In seiner Abwesenheit waren es zunächst die Thunder, die das Spiel auf ihre gewohnte Art dominierten.
Nur 20 Zähler ließ OKC im ersten Durchgang zu, erzielte selbst 31 und zog nach nur wenigen Minuten auf zweistellige Punkte davon. Die Einwechslung von Wembanyama zu Beginn des zweiten Viertels veränderte das Geschehen dann grundlegend. Bereits in seinen ersten Minuten schnappte sich der 21-Jährige zwei Offensivrebounds, vollstreckte einmal selbst und fand ein weiteres Mal den Mitspieler für den offenen Dreier. 14 Sekunden vor der Pause verwandelte Wemby dann selbst aus der Distanz - mitten ins Gesicht vom ebenfalls nach Verletzung zurückgekehrten Isaiah Hartenstein (10 PTS, 9 REB, 8 OREB). Der Rückstand schmolz auf drei Punkte (49:46).
Nach dem Seitenwechsel blieben die Spurs auch ohne den erneut ausgewechselten Wembanyama mutig. Wenige Minuten nach Beginn der zweiten Hälfte besorgte Fox (22 PTS, 4 AST) den Spurs die erste Führung des Spiels per Korbleger. Vassell erhöhte daraufhin sogar auf +6. Aufseiten des Titelverteidigers musste jetzt zunehmend Starspieler Shai Gilgeous-Alexander (29 PTS, 12/23) aktiv werden. Erst legte der amtierende MVP der NBA Mitchell für Drei auf, dann war er selbst einige Male in der Zone erfolgreich. Mit einem knappen Vorsprung gingen letztlich dennoch die Spurs ins Schlussviertel, weil sich Fox bei schwierigem tiefen Zweier zwei Foulwürfe gegen Caruso abholte (77:78).
Im Schlussviertel war jetzt jede Menge Spannung drin, das Spiel auf Messers Schneide. Wembanyama kehrte aufs Feld zurück und riss die Partie umgehend an sich. 15 seiner 22 Punkte erzielte der Franzose in den finalen zwölf Minuten, wobei er selbst nur acht Zeigerumdrehungen auf dem Feld stand. Durch zwei aggressive Drives von Caruso gingen dann aber doch wieder die Thunder in Führung. Der starke Vassell (23 PTS, 5 REB, 4 AST) hatte per Dreier die richtige Antwort parat (98:99), ehe das Spiel an der Freiwurflinie entschieden wurde. OKC brauchte einen Distanztreffer zum Ausgleich, wurde aber zuvor stets von den Spurs mutwillig gefoult, sodass jeweils nur zwei Punkte pro Ballbesitz drin waren. Der Schachzug ging auf, weil auch alle Akteure San Antonios ihre Würfe von der Linie versenkten.
Julius Ostendorf
Damit stehen die San Antonio Spurs erstmals im Finale des NBA Cups, wo man in der Nacht auf Mittwoch auf die New York Knicks treffen wird (2.30 Uhr). Diese hatten zuvor die Orlando Magic deutlich geschlagen. Nach Cup-Siegen der Los Angeles Lakers (2023) und der Milwaukee Bucks (2024) steht also bereits fest, dass ein Debütant auf dem Thron des neu geschaffenen Pokalwettbewerbs der NBA sitzen wird.