17.05.2025
Celtics komplett chancenlos
Die New York Knicks haben den Boston Celtics eine historische Demontage verpasst und stehen nach ihrem 119:81-Sieg erstmalig seit 25 Jahren in den Conference Finals.

Den gesamten Abend über war die Stimmung im Madison Square Garden unfassbar. Die 19.500 Fans peitschten die Ihren bei jeder Possession nach vorne, zelebrierten erfolgreiche Dreier wie Championships und zeigten, wie erfolgshungrig sie nach all den schwierigen Jahren sind. Die Knicks verstanden es ab dem Tip Off, mit ihren Fans zu spielen und sich von dem Momentum tragen zu lassen.
Das Spiel war von Beginn an physisch und die Referees ließen vieles laufen. Bei beiden Teams stotterte deswegen der Motor anfangs ein wenig, vor allem bei den Celtics, die ihren Superstar Jayson Tatum (Achillessehnenriss) schmerzlich vermissten, scorte eigentlich nur Jaylen Brown (13 der 20 Punkte des Viertels). Mit dem Start des zweiten Viertels begann dann aber der unaufhaltsame Lauf der Knicks. Während die Celtics so gut wie nichts trafen, ließ NY es von draußen regnen, schnappte sich einen Rebound nach dem anderen (55 zu 36) und dominierte die Zone.
So sicherten sie sich mit Mitte des Viertels ihre bis dato höchste Führung der Serie (+16), die sich bis Ende des Viertels auf +27 aufgeplustert hatte. Und damit war nicht Schluss. Das Heimteam behielt den Fuß komplett auf dem Gaspedal, erzwang einen Turnover nach dem anderen und pushte den Ball in der Transition pausenlos (23 zu 8 Fastbreak-Punkte). Die Folge: Eine zwischenzeitliche Führung von 41 Punkten, die jedem in der Halle klar machte, dass die Knicks tatsächlich ihre erste Serie in heimischer Halle seit 1999 gewinnen würden.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Celtics schon lange nichts mehr entgegenzusetzen. Brown, der sich als einziger Kelte zwei Viertel lang tapfer gewehrt hatte, holte sich mit fünf Minuten zu spielen im dritten Viertel sein fünftes Foul, ehe er zwei Minuten später ausfoulte. Nur kurz darauf strich Coach Joe Mazzulla auch die Segel und nahm seine restlichen Starter vom Feld.
Gianluca Fraccalvieri
Die Starter der Knicks durften noch einige Minuten im vierten Viertel die Euphorie aufsaugen und bekamen dann schließlich auch ihren wohlverdienten Feierabend. Das Scoring verteilte das Team ausgeglichen auf die Schultern seiner vier besten Werfer: Jalen Brunson legte 23 Punkte auf, genau wie OG Anunoby, Mikal Bridges steuerte 22 bei und Karl-Anthony Towns 21. Für ein besonderes Highlight sorgte Josh Hart, der als erster Knickerbocker seit Walt Frazier 1972 ein Triple-Double (10, 11, 11) in den Playoffs auflegte.
Bei den Celtics war Brown mit seinen 20 Zählern der klar beste Spieler, ansonsten punkteten nur Payton Pritchard (11) und Al Horford (10) zweistellig. Derrick White (8 Punkte, 3/11 FG) und Jrue Holiday (4 Punkte, 1/8 FG) erwischten einen rabenschwarzen Tag.
Auf New York warten in den Conference Finals nun die Indiana Pacers - derselbe Gegner wie bei ihrem letzten Einzug vor 25 Jahren. Spiel 1 steigt in der Nacht auf Donnerstag (2 Uhr deutscher Zeit) im Garden.