15.04.2025
Madrid wartet im Playoff-Endspiel
Der FC Bayern München hat sich seine Chancen auf die Playoffs gewahrt. Im ersten Play-In-Spiel setzte sich der deutsche Meister in einem weiteren Thriller mit 97:93 nach Verlängerung gegen Roter Stern Belgrad durch.

Am Karfreitag spielen die Bayern in einem Do-or-Die-Spiel dann um das letzte Ticket gegen Madrid. Grundstein für den Sieg der Münchner war ein starkes drittes Viertel, welches die Bayern mit 32:15 für sich entschieden, dennoch wurde am Ende noch einmal gezittert. Carsen Edwards (17 Punkte, 7/18 FG, 5 TO) traf mutmaßlich zum Sieg, doch Roter Stern glich durch den überragenden Filip Petrusev (30, 13/17) in letzter Sekunde aus.
In der Verlängerung waren es dann die Dreier von Vladimir Lucic (13) sowie ein Geniestreich von Nick Weiler-Babb (15, 4/8 3P, 6 Assists), die Bayern nach 45 Minuten Spielzeit den Sieg brachten. Bester Scorer der Bayern war Devin Booker (21, 5/12 FG, 9/10 FT), der die letzten drei Punkte für die Bayern in der Verlängerung erzielte.
Im Vergleich zu den vergangenen Euroleague-Spielen begannen die Bayern deutlich konzentrierter, vor allem defensiv. Vladimir Lucic konnte sich einigen Steals auszeichnen, vorne fielen die Dreier. Dafür dauerte es fast sechs Minuten bis zum ersten Zweier, es war ein Putback von Danko Brankovic (14:12). Die Gäste waren jetzt aber besser im Spiel, gingen wenig später erstmals in Führung und erzwangen mit einem 9:0-Lauf die erste Bayern-Auszeit.
Bayerns Offense stockte, es brauchte einen Funken und den brachte Youngster Ivan Kharchenkov (11, 5/5) mit fünf Zählern am Stück, sodass Belgrad nach zehn Minuten nur mit 21:23 führte. Der U-18-Europameister machte auch nahtlos weiter, doch die Gäste antworteten durch den cleveren Nemanja Nedovic. Der Guard und Petrusev ärgerten die Bayern in Korbnähe massiv und ließen den Vorsprung wieder anwachsen.
Das physische Spiel setzte den Bayern zu, die Schiedsrichter ließen vieles laufen. Ganz zum Unmut von Coach Gordon Herbert, der sich kurz vor dem Wechsel noch ein technisches Foul abholte. Belgrad ging mit einer 46:39-Führung in die Pause.
Nach dem Wechsel erhöhten die Bayern den Druck auf den Ring und waren bereits nach knapp drei Minuten im Bonus. Edwards scorte per And-1 erstmals in der Zone und ließ einen weiteren Drive folgen. Das brachte Energie, auch in der Verteidigung. Edwards räumte Nedovic spektakulär ab, Weiler-Babb traf von draußen.
Es war ein 17:4-Lauf der Bayern, Roter Stern brauchte in diesem Zeitraum zwei Auszeiten (63:57). Und auch das half nicht, ein Dreier von Niels Giffey (9, 3/4 3P) im Fastbreak brachte die erste zweistellige Führung, Bayern war vor dem Schlussabschnitt mit 71:61 vorne.
Robert Arndt
Die Offense kühlte zwar etwas ab, doch die Präsenz in der Verteidigung war weiter da. Dennoch waren die Gäste noch nicht geschlagen, Petrusev verkürzte per Tip-In wieder auf 74:71. Ein And-1 von Lucic brachte wichtige Entlastung, doch Belgrad hatte wieder Oberwasser und ging durch Petrusev wieder in Front. Nikola Kalinic legte mit knapp zwei Minuten vor dem Ende nach (77:80). Edwards verkürzte, Weiler-Babb traf einen Dreier eiskalt, doch Kalinic gleich von der Freiwurflinie wieder aus.

Einen Angriff hatten die Bayern aber noch und natürlich ging der Ball zu Edwards. Der stellte sich seinen Gegenspieler zurecht, zog in die Zone und vollendete akrobatisch. Belgrad blieben noch 2,4 Sekunden, doch die reichten den Gästen, die von einem Missverständnis in der Bayern-Defense profitierten, sodass Petrusev völlig blank ausgleichen konnte. Es ging in die Overtime.
In dieser erwischten die Bayern wieder den besseren Beginn, Lucic traf doppelt von draußen. Doch die Gastgeber machten den Sack nicht zu. Booker vergab einen einfachen Leger, im Gegenzug foulte Lucic bei einem And-1 von Petrusev. Kurz darauf verdribbelte sich Edwards, doch Belgrad verpasste den Ausgleich und Weiler-Babb zauberte aus der Bedrängnis mit einem No-Look-Pass über den Rücken den Ball zu Booker, der per Dunk 16 Sekunden vor dem Ende auf fünf Zähler erhöhte. Petrusev zog noch einmal das Foul, doch sein absichtlich vergebener Freiwurf landete nicht in den Händen der Belgrader, die Münchner konnten endlich feiern.