27.04.2025
Sieg nach 19-Punkte-Rückstand
Dem FC Bayern Basketball ist eine beeindruckende Aufholjagd gegen seinen Angstgegner MBC gelungen. Die Münchner lagen zwischenzeitlich mit 19 Zählern zurück. Am Ende führte Napier die Entscheidung mit dem letzten Wurf herbei.

Mit einer Heimstatistik von elf Siegen aus zwölf Spielen gingen die Bayern selbstverständlich erneut als Favorit ins Spiel mit dem Syntainics MBC. Ganz so klar war das aber dann doch nicht: Sowohl im Hinspiel als auch im Finale des BBL-Pokals hatten die Weißenfelser überraschend gegen den Goliath gewonnen.
Und auch im dritten Duell zwischen den zwei Teams in dieser Saison waren es die Sachsen-Anhalter, die den deutlich besseren Start erwischten. Angeführt vom bärenstarken Tyren Johnson (25, 9/15) dominierte der MBC die Zone, traf schließlich 70 Prozent seiner Würfe im Zweierbereich.
Die Bayern taten sich ohne ihren noch immer verletzten Topscorer Carsen Edwards dagegen erneut schwer, haderten lange mit ihrem Dreierwurf, weshalb man das offensive Tempo der Gäste nicht mitgehen konnte. Kurz vor der Halbzeitpause stellte Akeem Vargas per Dreier auf +19 (31:50).
Erst im Schlussviertel wachten die Bayern auf und profitierten dabei auch davon, am gegnerischen Brett kaum Gegenwehr zu erfahren. Acht ihrer 16 offensiven Rebounds sammelten die Münchner im Schlussviertel ein.
Sechs Minuten vor Schluss gingen die Hausherren durch einen Dreier von Shabazz Napier (21, 6/12) erstmals wieder in Führung (74:73). Danach wechselte die Oberhand des Spiels hin und her. Zwölf Sekunden vor dem Ende verwandelte Weiler-Babb (5/3/5) einen Korbleger zur erneuten Führung (87:86).
Mit 0,7 Sekunden auf der Uhr schnappte sich Weißenfels' Tkachenko einen offensiven Rebound und wurde durch das Foul von Hollatz an die Linie geschickt. Der Ukrainer traf beide Würfe (87:88). Das letzte Wort sollten in diesem verrückten Finish aber erneut die Bayern haben. Shabazz Napier nutzte die Verwirrung nach einem Abpraller für einen Dreier zum Sieg (90:88).
Auf den Siegtreffer folgte eine minutenlange Überprüfung. Unklar erschien, ob der Ball die Hand von Napier noch vor Ablauf der Uhr verlassen hatte. Die Beurteilung wurde dadurch erschwert, dass Tkachenko den Ball möglicherweise beim Einwurf berührt hatte, weshalb die Spieluhr schon früher hätte gestartet werden müssen. In dem Fall wäre der Wurf Napiers nicht mehr innerhalb der regulären Zeit gewesen. Die Unparteiischen entscheiden sich letztlich allerdings gegen eine Berührung des Ukrainers, da der Ball nicht "seinen Drall veränderte". Die Verantwortlichen des MBC wüteten nach Abpfiff über die Entscheidung des Unparteiischen-Gespanns. Dennoch verzichtete man auf einen Einspruch.
jos
Mit dem Sieg bleiben die Bayern Tabellenführer vor ratiopharm Ulm. Der MBC rutscht hingegen auf den achten Platz ab.