28.10.2025
Kanadier mit 29 Punkten
Nach zwei EuroLeague-Niederlagen in Serie haben die Basketballer des FC Bayern den Weg zurück in die Erfolgsspur gefunden. Trotz eines deutlichen Rückstands zur Pause drehten die Münchner nach dem Seitenwechsel auf und zeigten eine klare Leistungssteigerung. Bayern gewinnt mit 90:84.

Fast genau zwei Monate nach seinem letzten Einsatz feierte Johannes Voigtmann im Spiel gegen Real Madrid sein lang herbeigesehntes Debüt. Zuletzt hatte Trainer Gordon Herbert die Bedeutung des deutschen Nationalspielers mit der vom noch anzukommenden Hoffnungsträger Spencer Dinwiddie verglichen. Es dauerte keine 20 Sekunden, da stellte Voigtmann klar, was sein Basketballlehrer gemeint haben könnte.
Nach Zuspiel an der Birne fackelte der 33-Jährige nicht lange, versenkte den Distanzwurf und leitete damit gleich einen Münchner Auftakt nach Maß ein. Isaiah Mike und Andi Obst erhöhten, plötzlich stand es 10:0. Von langer Dauer sollte die Führung allerdings nicht bleiben. Stattdessen versenkten die Königlichen ein paar Dreier und waren wieder auf Augenhöhe. In einem unterhaltsamen Auftakt ging es hin und her, wobei es die Münchner waren, die sich dank guten 27 Punkten die erste Viertelführung eintragen konnten (27:25).
Das Offensiv-Problem der vergangenen Wochen gelöst? Mitnichten. Einzig Mike konnte mit 15 Punkten bis zur Pause für Entlastung sorgen. Ansonsten wirkten die Münchner nun wieder weniger schwungvoll. Im Halbfeld fehlte Voigtmann, der sich früh sein drittes Foul abholte. Besser machte es Real, das besonders über seinen Frontcourt zu Punkten kam. Ex-NBA-Spieler Trey Lyles hatte 13 Zähler zur Pause, Edy Tavares verbuchte elf - und Madrid die erste zweistellige Führung (44:57).

Geschlagen geben wollten sich die Bayern allerdings nicht. Gerade als die Halle das Gefühl bekam, den Anschluss zu verlieren, kam das Team von Trainer Gordon Herbert mit völlig neuer Energie aus den Kabinen. Defensiv bekam man nun immer mehr Zugriff, wobei es half, dass die Spanier aus der Distanz völlig abkühlten. Ein 19:6-Lauf, angeführt vom überragenden Mike, brachte die Hausherren zurück in Gleichstand (63:63). Doch dabei allein sollte es nicht bleiben. Nach Steal und mit der Schlusssirene des dritten Durchgangs brachte Baldwin die Münchner sogar in Front (69:67).
Julius Ostendorf
Im Schlussviertel setzte sich dieser Trend fort. Madrid wirkte offensiv weiter völlig ideenlos, während die Bayern - angepeitscht vom nun aktiven Publikum - den Gegner mit ihrer Energie zu überrennen schienen. Immer wieder beteiligt war Oscar da Silva, der seine begrenzten Minuten sehr gut zu nutzen wusste. Der Deutsch-Brasilianer war es auch sechs Minuten vor Schluss, der seine Mannschaft mit zehn Punkten in Führung brachte (82:72). Diesen Vorsprung ließ man sich danach nicht mehr nehmen, die Münchner feierten den dritten Sieg in dieser EL-Saison.
Weiter geht es für die Bayern bereits in zwei Tagen an gleicher Stelle, wenn Virtus Bologna um Ex-Münchner Carsen Edwards im SAP Garden gastiert. Der Tip-Off erfolgt 20.30 Uhr.