01.02.2026
14:0-Lauf sorgt für die Entscheidung
Ratiopharm Ulm hat ein Ausrufezeichen gesetzt und den FC Bayern Basketball erstmals in dieser Saison in eigener Halle in der BBL bezwungen. Beim 79:62-Erfolg in München präsentierte sich der Vizemeister vor allem defensiv stabil, treffsicher von außen und entschlossener in den entscheidenden Momenten.

Ulm erwischte den besseren Start in die Partie und setzte den Meister früh unter Druck. Die Münchner taten sich schwer, in einen offensiven Rhythmus zu kommen, während Ulm ruhig spielte und das Tempo kontrollierte. Nach dem ersten Viertel führte der Vizemeister verdient mit 18:14. Auffällig: Der ehemalige Ulmer Justinian Jessup zeigte sich bei den Bayern engagiert, insgesamt blieb die Offensive der Gastgeber aber blass.
Im zweiten Viertel bauten die Ulmer ihren Vorsprung zwischenzeitlich auf acht Punkte aus. Doch der Meister blieb dran, arbeitete sich zurück und ging nach einem Treffer von Isiaha Mike kurzzeitig sogar mit 32:31 in Führung. Ulm reagierte abgeklärt: Ein Dreier von Nelson Weidemann und ein Korbleger von Mark Smith stellten den 41:37-Halbzeitstand her. Schon zur Pause zeichnete sich ein Trend ab: Ulm traf vier Dreier, Bayern lediglich einen. Das Fehlen von Andi Obst machte sich spürbar bemerkbar.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Bild ähnlich. Ulm agierte effizient, traf weiter verlässlich von außen und zeigte sich makellos an der Freiwurflinie (9/9 bis dahin). Während die Münchner offensiv weiter suchten, hielt Ulm den Vorsprung konstant. Nach drei Vierteln stand ein 60:55 für die Gäste auf der Anzeigetafel.
Die Entscheidung fiel früh im Schlussviertel. Zwar verkürzte Jessup kurz nach Wiederbeginn auf 59:62, doch danach brach das Spiel aus Münchner Sicht komplett weg. Ulm startete einen 14:0-Lauf, spielte sich in einen Rausch und zog binnen weniger Minuten auf 76:59 davon. Die Bayern wirkten ratlos, trafen kaum noch Würfe und erzielten lediglich sieben Punkte im gesamten Viertel.
Lukas Hetterich
Ulm spielte den Vorsprung souverän herunter und feierte einen wichtigen Auswärtssieg. Topscorer der Partie war Ulms Ledlum mit 16 Punkten, gefolgt von Jensen mit 15. Bei den Münchner war es Jessup mit 14. Für den Meister war es ein Abend zum Vergessen. Mit dem Erfolg in München meldet sich Ulm aus der Krise zurück.