vor 8 Stunden
DBB-Team trotzt Israels Aufholjagd
Das dritte Fenster der WM-Qualifikation beginnt für die deutsche Nationalmannschaft mit einem verdienten Erfolg gegen Israel (86:92), indem man zwischenzeitlich mit bis zu 23 Punkten führte. Im Schlussviertel war allerdings nochmal Zittern angesagt.

Mehr als ein halbes Jahr nach ihrem erstmaligen Aufeinandertreffen in Neu-Ulm kam es im lettischen Riga zum zweiten Duell zwischen Deutschland und Israel. Viel miteinander hatten Hinspiel und Rückspiel allerdings nicht zu tun - zumindest aus deutscher Sicht. Gerade mal vier Spieler vom Duell im November nahmen auch diesmal den Weg auf sich (Mattisseck, Olinde, Delow, Sengfelder).
Eine namhafte Änderung im DBB-Team war Kapitän Dennis Schröder, der sich die Gelegenheit trotz einer langen NBA-Saison nicht nehmen ließ und das Spiel aus der Mitteldistanz auch kurzerhand eröffnete. Ebenfalls einen heißen Start erwischte Champions-League-Sieger Kay Bruhnke (15 PTS, 5 REB), der mittels acht schneller Punkte in Folge einen frühen zweistelligen Vorsprung herstellte (0:10).
Israel kämpfte sich in der Folge jedoch besser ins Spiel, was auch an einigen deutschen Ballverlusten lag (neun bis zur Halbzeitpause). Der mal wieder neu zusammengewürfelte Kader forderte da seinen Tribut. Nach der ersten Viertelpause fanden die Israelis dann ihren Rhythmus von Downtown. Dreier von Ginat (16 PTS, 8 REB, 7 AST) und Ex-Münchner Madar (31 PTS, 11/19) verkürzten zwischenzeitlich auf -3 (25:28). Dass das Spiel in dieser Phase allerdings nicht kippte, ist primär Chris Sengfelder (16 PTS, 5/8) zuzuschreiben, der in den Schlussminuten der ersten Hälfte drei Dreier in Folge durch den Ring schweißte. Debütant Simonas Lukosius schraubte die Führung wieder auf +10 hoch (35:45).
Wieder zu Beginn erwischte Deutschland erneut den besseren Start aus den Kabinen heraus. Schröder eröffnete per Dreier und schien dem Welt- und Europameister damit weitere Leichtigkeit zu verleihen. Neun verschiedene DBB-Akteure trugen sich im dritten Durchgang in die Scoringliste ein. Das Viertel, in dem Israel offensiv nahezu überhaupt nicht stattgefunden hatte, ging mit 31:18 an Deutschland. Deutschlands Vorsprung vor dem Schlussakt: 21 Punkte.

Wer gedacht hätte, die Messe sei bereits gelesen, irrte gewaltig. Israel rappelte sich nochmal auf und machte es spannend. Das Aufbäumen war neben Importspieler Khadeem Carrington vor allem auch dem auffälligen Point Guard Yam Madar zuzuschreiben, der alle Spieler mit überragenden 31 Punkten anführte. Der Akteur von Maccabi Tel Aviv war es auch, der den Rückstand vier Minuten vor Schluss erstmals wieder in den einstelligen Bereich drückte.
Deutschland reagierte allerdings erwachsen und ließ sich trotz dessen nicht aus der Ruhe bringen. Dafür mitverantwortlich war auch NBA-Star Dennis Schröder, der Mitte des Viertels einen wichtigen Dreier ins israelische Momentum hinein getroffen hatte und in den Schlussminuten die offensiven Fäden zog. Mit 20 Zählern war er zugleich Topscorer des Titelverteidigers.
Deutschland feiert damit den vierten Sieg im fünften Spiel der WM-Qualifikation. Wegen des Parallelsieges von Gruppenkonkurrent Kroatien gegen Zypern (123:50) und deren gewonnenem direkten Duell gegen das DBB-Team verbleibt die Mumbru-Mannschaft dennoch auf Platz zwei. Für die zweite Gruppenphase ist man bereits qualifiziert.
Weiter geht es bereits am kommenden Montag in Bamberg gegen Zypern (19 Uhr/MagentaSport).
jos