vor 13 Stunden
Guter erster Test vor Heim-WM
Die deutschen Basketballerinnen sind erfolgreich in die WM-Vorbereitung gestartet. Auch ohne ihre vier WNBA-Stars schlug sich das DBB-Team respektabel, wenngleich offensiv noch Luft nach oben ist (60:65). Kapitänin Marie Gülich feierte ihr viel umjubeltes Comeback nach einjähriger Verletzungspause.

Rund ein Jahr war Marie Gülich nach Kreuzbandriss außen vor. Interims-Bundestrainer Stefan Möller hatte vorab Hoffnungen auf ein Comeback der Kapitänin gemacht. Dazu sollte es direkt von Beginn an kommen: Die Centerspielerin teilte sich das Parkett schon in den Anfangsminuten mit WNBA-Abgängerin Luisa Geiselsöder sowie Alexis Peterson-Smalls, Lina Sontag und Alina Hartmann.
Nur knapp zwei Minuten nach Beginn verschaffte sich die 1,95 Meter große Innenspielerin dann nach schönem Spin-Move Platz unter dem Korb und sorgte auch im Boxscore für ihr Comeback. Von Spanien war dagegen lange wenig zu sehen. Weil Deutschland dank Größenvorteilen die Bretter konsequent kontrollierte, dauerte es fast sechs Zeigerumdrehungen, ehe die Gäste erstmals aus dem Spiel heraus erfolgreich waren. Daraufhin nahm das Spiel allerdings Fahrt auf, wenngleich der Dreier auf beiden Seiten nicht fallen wollte. Für die erste Pausenführung sorgte Peterson-Smalls, die bei 0,6 Sekunden Restlaufzeit ein Foul zog und beide Freiwürfe versenkte (13:11).
Im zweiten Durchgang machten die deutschen Bigs einfach da weiter. Gülich (7 PTS in 12 MIN) und Geiselsöder (11 PTS, 7 REB) stellten auf +8 (19:11). Mit Auswechslung der Starting Five wurde es jedoch holprig. Angriffe waren jetzt viel Stückwerk, irgendwann hatte sich Spanien allerdings auf das Give-and-Go eingestellt und profitierte von diversen deutschen Ballverlusten. Ende der ersten Hälfte fand Spanien dann auch den Rhythmus von jenseits der Dreierlinie. Die auffällige Martin (19 PTS, 6/7) erzielte acht Punkte in Folge und drehte damit das Spiel (25:29). Nach weiteren Peterson-Smalls-Freiwürfen ging es mit -2 aus deutscher Sicht in die Kabinen.

jos
Auch nach dem Seitenwechsel schenkten sich beide Mannschaften nicht viel und Turnover blieben präsent. Allerdings erfreulich: Drei Minuten nach Beginn der zweiten Hälfte erlöste Alex Wilke die deutschen Basketballerinnen endlich von der Dreierlinie - nach zuvor zwölf Fahrkarten in Folge. Ohne Marie Gülich, die nur in den ersten 20 Minuten auflief, tat sich Deutschland etwas schwerer unter dem Korb, konnte allerdings auf eine glänzend aufgelegte Alexis Peterson-Smalls bauen. Die kleine Aufbauspielerin stellte Spanien mit ihren Drives immer wieder vor Probleme.
Im Schlussdurchgang entwickelte sich die Partie zum Krimi. Körbe auf beiden Seiten wechselten sich ab. Bessoirs Dreier brachte Deutschland in Front, Ayuso konterte jedoch umgehend. In der Schlussminute stand erneut Spaniens Martin im Fokus, die per Drive scorte und auch den zugesprochenen Foulwurf verwandelte (54:59). Geiselsöder verkürzte unter dem Korb doppelt. Letztlich blieb der entscheidende Wurf zum Ausgleich allerdings aus.
Weiter geht es mit der Vorbereitung für Deutschlands Basketballerinnen in acht Tagen. In Göttingen empfängt der DBB die Nationalmannschaft Ungarns (17.30 Uhr). Die WM-Generalprobe erfolgt am darauffolgenden Donnerstag in Köln gegen die Türkei. Hier geht's zum WM-Spielplan.