31.07.2025
Basketball, U-18-EM in Belgrad
Nach durchwachsener Vorrunde hatten die deutschen U-18-Basketballer die Chance, sich fürs Halbfinale zu qualifizieren. Gegen Lettland führte das DBB-Team dann auch über weite Strecken, verlor am Ende aber in einem Herzschlagfinale denkbar knapp 79:80 - damit ist der Titelverteidiger raus.

Kaum jemand hatte mit dem Viertelfinale Deutschland gegen Lettland gerechnet, da sich beide Teams in der Vorrunde nicht gerade in guter Form präsentiert hatten. Die Deutschen hatten zwei Niederlagen kassiert, Lettland gar drei. Im Achtelfinale aber meldeten sich beide Teams eindrucksvoll zurück, das DBB-Team mit einem 89:62 über Schweden, und Lettland mit einem 101:94 über Turnierfavorit Litauen. Stellte sich die Frage: Wer konnte das Momentum auch im Viertelfinale nutzen?
Lettland erwischte den besseren Start und dominierte das erste Viertel. Vor allem unter dem Korb dominierte Jaroslavs Pihtovs nach Belieben, der Center stach am Ende mit 18 Punkten (8/10 aus dem Feld), acht Rebounds und fünf Blocks bei den Letten besonders heraus. Deutschland lag zu Beginn des zweiten Viertels mit 18:25 zurück, steigerte sich dann aber erheblich. Das DBB-Team bekam gerade defensiv besseren Zugriff und fand offensiv immer wieder gute Lösungen und kam über Fastbreaks auch zu leichten Punkten.
DBB-Trainer Stephen Arigbabu dürfte zufrieden gewesen sein mit dem, was er zu sehen bekam, zumal der Titelverteidiger das zweite Viertel 26:12 (!) für sich entschied und mit 44:37 in die Halbzeit ging. Nach der großen Pause erhöhten die Letten dann wieder die Schlagzahl und die Intensität. Zwischenzeitlich näherten sich die Balten auch immer wieder an, doch Deutschland um den einmal mehr herausragenden Mathieu Grujicic hatte stets eine Antwort parat. Der College-Student der Ohio State University kam am Ende auf 31 Punkte, 7 Rebounds und 5 Assists.
Dennoch: Das Match war eng, Lettland blieb in Schlagdistanz - und sorgte so für Spannung. Das DBB-Team hielt jedoch den knappen Vorsprung: Mit einem 6:0-Lauf kamen die Balten aber in der Schlussphase auf 71:72 ran und glichen drei Minuten vor Schluss per Dreier von Ralfs Rudusans aus (74:74). Nun war es ein Nervenspiel, indem unter anderem Pihtovs und Jamie Edoka mit spektakulären Blocks glänzten - die Zügel in die Hand nahm jedoch Grujicic, der nicht nur einen enorm wichtigen Rebound vor dem 77:74 durch Tom Brüggemann holte, sondern kurz darauf auch starke Nerven zeigte, als er zwei Freiwürfe zum 79:74 versenkte.
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38 Sekunden vor Schluss gab es dann auf der DBB-Bank bange Blicke, nachdem Grujicic vergeben und beim anschließenden Fastbreak Brüggemann Adrians Andzevs foulte. Die Schiedsrichter schauten sich das Foul genau an, es ging um die Frage, ob es als unsportlich gewertet werden würde. Am Ende gab es Einwurf für die Balten, die dennoch via Andzevs auf 78:79 verkürzten. Den folgenden Angriff verteidigten die Letten exzellent, erzwangen eine Shot-Clock-Violation und hatten auf einmal sechs Sekunden für den Buzzerbeater übrig.
Und Valters Valdis, dessen Großvater, Vater und Onkel auch schon Basketball-Nationalspieler waren, traf mit einem Layup zur 80:79-Führung - es waren die Punkte Nummer 17 und 18 für den Guard, der damit gemeinsam mit Pihtovs Topscorer seiner Mannschaft war. Das war aber in diesem Moment nicht von Belang, denn jetzt hatte Deutschland noch 1,4 Sekunden, um zu kontern: Grujicic probierte sein Glück von draußen. Sein Dreier aber prallte vom Ring ab - und löste Riesenfreude bei den Letten und deren etwa 25 mitgereisten Fans aus, die sich nun auf ein Halbfinale gegen Frankreich freuen.