vor 14 Stunden
Magic-Star Banchero allein auf weiter Flur
Die Orlando Magic sind aus den Playoffs der NBA ausgeschieden. Im finalen siebten Spiel gegen die Detroit Pistons hielt Star Paolo Banchero die Gäste lange im Spiel. Noch vor der Halbzeitpause wurde es jedoch deutlich, ehe am Ende ein klares 116:94 für den Favoriten stand.

Dass es erneut auf Paolo Banchero ankommen würde, war spätestens dann klar gewesen, als vorab die Nachricht durchgesickert war, dass Franz Wagner wegen seiner Wadenzerrung zum dritten Mal in Folge fehlen würde. Und der US-Amerikaner lieferte: Die ersten elf Magic-Punkte gingen allesamt auf Bancheros Konto, der sich sowohl aus der Distanz (3/3 im ersten Viertel) als auch in der Zone als sehr treffsicher erwies.
Zu einer weiteren Überraschung kam es wenige Minuten später, als Moritz Wagner erstmals in den laufenden Playoffs den Platz betrat. Er ersetzte Goga Bitadze in der Big-Man-Rotation von der Bank. Es dauerte kaum eine Minute, ehe der Berliner per Dreier auch schon seine ersten Zähler erzielte und Orlando in Front brachte (20:18).
Bereits im zweiten Durchgang drehte sich der Wind jedoch. Orlando fand einmal mehr keine Antwort auf Pistons-Star Cade Cunningham (32 PTS, 12 AST), der in dieser Phase nicht nur als Scorer, sondern vor allem auch als Ballverteiler in Erscheinung trat (8 AST bis zur Halbzeit). Momentum brachte den Gastgebern indes Routinier Tobias Harris (30 PTS, 11/18, 9 REB). Der Forward erzielte 13 Punkte binnen rund vier Minuten und erhöhte den Vorsprung Detroits erstmals auf mehr als zehn Punkte.
Die zweite Halbzeit begann so, wie die erste geendet hatte. In einer stagnierenden Magic-Offensive agierte Banchero als Ein-Mann-Armee, der sich ein ums andere Mal zum Korb durchtankte. Im Schatten des Forwards schien allerdings kein anderer Akteur der Magic wirklich Rhythmus generieren zu können. Stattdessen leistete sich Orlando 13 Ballverluste (Detroit nur sechs) und gab elf offensive Rebounds ab. Zeitweise hatten die Hausherren mehr als zehn Wurfversuche mehr auf dem Konto.
Julius Ostendorf

Angetrieben vom teilweise furiosen Dreiershooting spielten sich die Hausherren nach dem Seitenwechsel in einen regelrechten Rausch. Zu diesem trug auch Backup-Point-Guard Daniss Jenkins bei, der vier seiner sechs Versuche von Downtown im Korb unterbrachte. Die Treffsicherheit aus der Distanz eröffnete den Pistons mehr Spielräume unter dem Korb. Ein Nutznießer davon: All-Star-Center Jalen Duren, der mit starken 15 Punkten und 15 Rebounds (6 offensiv) sein erstes Double-Double der Serie erzielte.
Spätestens als Cunningham und Harris die Führung acht Minuten vor Schluss auf +25 hochgeschraubt hatten, war die Luft raus. Auch zwei späte Treffer vom nun aus dem Dornröschenschlaf erwachten Desmond Bane (16 PTS, 5/10) konnten daran nichts mehr ändern.
Für die Orlando Magic endete die Playoff-Reise damit erneut in der 1. Runde der Endrunde. Es war das 15. Mal in der Playoff-Geschichte, dass ein Team nach 3-1-Vorsprung noch als Verlierer aus der Serie ging.
Die Detroit Pistons feierten nicht nur das 15. Comeback nach 1-3-Rückstand der Playoff-Geschichte, sondern auch den ersten Franchise-Seriensieg seit über 18 Jahren. Im Conference-Halbfinale treffen Cade Cunningham und Co. auf die Cleveland Cavaliers.
