12.05.2025
Schwaches Scoring in Spiel 4
Die Oklahoma City Thunder haben das vierte Spiel der Serie gegen die Denver Nuggets für sich entschieden. In einem Spiel mit wenig offensiver Kreativität war es schließlich Starspieler Shai Gilgeous-Alexander, der die Entscheidung herbeiführte.

Als Hauptrundensieger und mit fast einwöchiger Pause in die Playoffs gestartet, galten die Oklahoma City Thunder lange als klarer Favorit gegen die Denver Nuggets. Der Realitätscheck für das junge OKC-Team kam allerdings schnell. Nach drei Spielen lagen Shai Gilgeous-Alexander und Co. mit 1-2 zurück. Das nachfolgende vierte Spiel glich da bereits einem Do-or-Die-Spiel.
Und durchaus versuchte der Tabellenführer der Western Conference früh dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken, was ihm vor allem defensiv gelang. Denver blieb im Auftaktviertel völlig kalt, spielte langsam und einfallslos, aber vor allem mit wenig Energie. Auch OKC zeigte offensive Probleme. Holmgren schob die Startschwierigkeiten beider Teams in einem Pauseninterview auf das erst knapp 36 Stunden zurückliegende dritte Spiel der Serie, welches erst nach Verlängerung einen Sieger fand.
Die Quoten waren dennoch erschreckend: Oklahoma startete mit 1/16 von der Dreierlinie, Denver sogar 1/17. Zwar erzielten die Nuggets im ersten Durchgang nur acht Punkte, die gute Nachricht aus ihrer Sicht allerdings: OKC brachte ebenfalls nur 17 Zähler zustande. In keinem NBA-Playoffspiel jemals hatte es weniger Punkte im ersten Viertel gegeben!
Wenngleich der Motor weiterhin stotterte, liefen beide Teams im zweiten Viertel so langsam warm. Shai Gilgeous-Alexander, der im ersten Viertel mehr Punkte als die gesamte Nuggets-Mannschaft erzielt hatte (10 zu 8), bekam nun Unterstützung: Alex Caruso (10) verwandelte zwei Dreier nacheinander. Bei den Nuggets erwachte nun auch Jokic (27/13/3). Nachdem der Serbe im Durchgang zuvor punktlos geblieben war, erzielte er im zweiten Viertel elf Zähler - inklusive einem spektakulären Floater von der Dreierlinie 0,1 Sekunden vor der Halbzeitsirene, der den Rückstand auf -6 verkürzte (36:42).
Den Schwung nahm Denver auch mit in die zweite Hälfte. Aaron Gordon (15, 5/10) brachte die Nuggets erstmals seit Spielbeginn wieder in Führung (53:52). Danach sorgte der von der Bank kommende Russell Westbrook immer wieder für Energieschübe. Kurz vor Ende des dritten Viertels traf der sträflich vernachlässigte Guard einen weiteren Dreier und stellte auf +6 aus Nuggets-Sicht (69:63).
Julius Ostendorf
Doch Oklahoma wehrte sich - und das ausgerechnet in Form der Bankspieler. Wiggins und Wallace (beide 11) trafen direkt zu Beginn des vierten Durchgangs drei Dreier und drehten das Spiel wieder ihren Gunsten (73:75). Denver hingegen fiel zurück in alte Muster und traf aus der Distanz plötzlich nichts mehr. In den Schlussminuten sorgte Shai Gilgeous-Alexander (25, 8/19) für die Entscheidung. Immer wieder zog der MVP-Kandidat zum Korb, schloss entweder direkt darunter ab oder aus der Mitteldistanz. Denver fehlte in der Phase Wurfkreation dieser Art und konnte das Schritttempo der Gäste nicht mehr mitgehen.
OKC gleicht die Serie damit bei zwei Spielen aus. Bereits in zwei Tagen, in der Nacht auf Mittwoch, kommt es zum fünften Aufeinandertreffen der beiden Teams. Nach zwei Spielen in Denver wechselt das Heimrecht nun wieder nach Oklahoma.