vor 9 Stunden
Sixers-Quartett erzielt 100 Punkte
Die Philadelphia 76ers haben das entscheidende siebte Spiel bei den Boston Celtics gewonnen und sind somit als zweites Team ins Halbfinale der Eastern Conference eingezogen. Damit setzte die Franchise ihrem Celtics-Trauma nach Jahrzehnten ein Ende.

Überragender Akteur war einmal mehr Star-Center Joel Embiid, der - nur einen Monat nach seiner Blinddarm-Operation - alle Spieler mit 34 Punkten sowie zwölf Rebounds anführte. Zusammen mit Co-Star Tyrese Maxey sowie den beiden Flügelspielern VJ Edgecombe (23) und Paul George (13) erzielte Embiid also exakt 100 der insgesamt 109 76ers-Punkte.
Die Schlagzeilen dominiert hatten in den Minuten vor Spielbeginn noch die Boston Celtics. Einerseits wog der Ausfall von Starspieler Jayson Tatum schwer. Der Forward, der erst vor einigen Wochen von seinem Achillessehnenriss zurückgekehrt war, hatte sich eine Wadenzerrung zugezogen. Für Erstaunen sorgte zudem Coach Joe Mazzulla, der nach den beiden Niederlagen in den Spielen 5 und 6 in Ron Harper Jr., Luka Garza und Baylor Scheierman drei Spielern zu ihren Playoff-Starting-Debüts verhalf.
Das funktionierte allerdings nur bedingt. Boston geriet frühzeitig mit 15:30 in Rückstand, spielte allerdings weiter mit ihrem gewohnt hohen Tempo und versuchte damit augenscheinlich Joel Embiid zu entkräften.
Nachdem die 76ers das Spiel nahezu über die gesamte Spielzeit und mit bis zu 18 Punkten angeführt hatten, schien den Gästen im Schlussviertel auch tatsächlich die Luft auszugehen. Ein schwieriger Mitteldistanzwurf plus Foul von verkürzte bereits acht Minuten vor Schluss auf einen Zähler (92:91).
Julius Ostendorf
In der Crunchtime stand das Spiel auf der Kippe, wobei auch die Celtics mehrere Chancen hatten, selbst in Führung zu gehen. Fast fünf Minuten blieben die Hausherren allerdings ohne erfolgreichen Wurf aus dem Feld. Besser machte es Tyrese Maxey auf der Gegenseite. Insgesamt acht Punkte erzielte der flinke Guard in den zwei Schlussminuten nacheinander und führte damit die Entscheidung herbei.

Für die Philadelphia 76ers kommt der Seriensieg gleich in mehrfacher Hinsicht einem Befreiungsschlag gleich. Nicht nur gelang dem Team das erste Comeback nach 1-3-Rückstand in den Playoffs seit den Nuggets 2020, auch konnte Philly damit seinem Celtics-Trauma ein Ende setzen. Nach zuletzt sechs Playoff-Niederlagen in Folge fuhren die Sixers nun ihren ersten Seriensieg gegen die Grünen seit 1982 ein. Zudem war es das erste Mal überhaupt in der Sixers-Geschichte, dass sie von einem 1-3 noch zurückgekommen sind (davor 0-18).
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt Embiid und Co. allerdings nicht. Bereits in zwei Tagen absolvieren sie das Auftaktspiel der zweiten Runde bei den New York Knicks (Nacht auf Dienstag, 2 Uhr).
Für die Boston Celtics ist die Saison damit bereits vorzeitig beendet. Es ist das früheste Ausscheiden seit der 1-4-Niederlage gegen die Brooklyn Nets im Jahr 2021.
