29.05.2025
Löwen-Saison beendet
Wahnsinn in Braunschweig! Die Würzburg Baskets haben das entscheidende fünfte Spiel gegen die Löwen Braunschweig nach Verlängerung für sich entschieden. Jungstar Hannes Steinbach avancierte mit seinem Ausgleichstreffer zum Matchwinner.

Während die drei anderen Halbfinalisten bereits Tage zuvor feststanden (Ulm, Bayern, Heidelberg), ging es in der Serie zwischen Braunschweig und Würzburg bislang heiß her. Nach vier Spielen stand noch immer kein Sieger fest. Die Entscheidung würde also im finalen Spiel 5 fallen. Dabei schien die Rollenverteilung vor Tip-Off zumindest in einer Hinsicht klar: In allen vier bisherigen Partien setzte sich jeweils das Heimteam durch. Vorteil Braunschweig?
Im entscheidenden fünften Spiel sah es zu Beginn allerdings nach einem ganz anderen Verlauf aus. Die Gastgeber aus Braunschweig wirkten nervös, trafen zunächst überhaupt nichts von außerhalb der Dreierlinie. Würzburg präsentierte sich hingegen wacher und belohnte sich mehrfach über den auffälligen Zach Seljaas (24, 8/13). Mit der Schlusssirene des Viertels erhöhte Mike Lewis II. per Dreier auf +13 (10:23).
Im zweiten Durchgang setzte sich die Wurfproblematik der Hausherren fort. Weiterhin wollte kein Dreier fallen. Stattdessen probierte man es nun vermehrt über die Zone - mit Erfolg! Besonders Jungstar Sananda Fru (21 Punkte, 15 Rebounds) übernahm in dieser Phase Verantwortung und duellierte sich immer wieder mit seinem jungen Gegenpart Hannes Steinbach. Dessen Würzburger blieben allerdings die dominante Mannschaft und erhöhten ihren Vorsprung bis zur Pause weiter (27:45). Ernüchterung machte sich bei den anwesenden Zuschauern, zu denen auch NBA-Star Dennis Schröder gehörte, breit.
Doch dessen Braunschweiger sollten sich so leicht nicht geschlagen geben. Dank eines frühen 12:0-Laufs nach der Pause kamen die Niedersachsen nicht nur wieder in Schlagdistanz, sondern reaktivierten auch das Publikum. Das Momentum drehte sich in diesen Minuten völlig. Besonders Aufbauspieler Arnas Velicka (19, 7/19) führte die Comeback-Bemühungen der Hausherren an. Eine Minute vor Viertelende erzielte er per Korbleger Braunschweigs Punkte 26 und 27 dieses Durchgangs - und damit so viel wie in der gesamten ersten Hälfte!
Die Euphorie nahmen die Löwen gleich mit ins Schlussviertel. Nun waren sie es, die mit der höheren Intensität spielten. Braunschweig schnappte sich einen Offensivrebound nach dem anderen (20:10) - und belohnte sich schließlich auch selbst offensiv. Mit sieben Punkten in Folge bescherte Fru seinen Braunschweigern die erste Führung seit Spielbeginn. Mit drei Punkten Vorsprung und Ballbesitz sah das Spiel Sekunden vor Ende nach einem beinahe sicheren Sieg für die Löwen aus. Doch es kam anders: Seljaas gelang zunächst der Ballgewinn nach Einwurf. Dann war es der erst 19-jährige Steinbach (20 Punkte, 10 Rebounds), der nur zwei Sekunden vor Abpfiff den Dreier zum Ausgleich versenkte (77:77).
Julius Ostendorf
In der Verlängerung wirkte Braunschweig - auf und abseits des Platzes - wie erstarrt. Würzburg machte sieben Punkte am Stück. Für die Entscheidung sorgte schließlich Lewis II., der allein neun seiner 14 Punkte in den fünf finalen Minuten erzielte.
Viel Zeit zur Regeneration bleibt den Würzburg Baskets allerdings nicht. Bereits am kommenden Sonntag gastieren die Unterfranken im Rahmen des Halbfinals bei ratiopharm Ulm.