vor 42 Minuten
Langer Rückstand
Die Basketballer des FC Bayern haben auch das dritte EuroLeague-Spiel in Folge verloren. Gegen Virtus Bologna - die Mannschaft von Bundestrainer Alex Mumbru - liefen die Münchner nahezu die gesamte Spielzeit einem Rückstand hinterher. Offensiv agierte das Gavel-Team erneut zu einfallslos.

Der tiefe Münchner Kader fordert von Trainer Anton Gavel seinen Tribut: Gegen Bologna blieben Kamar Baldwin, Miles Norris und erneut Tobias Jensen nur die Plätze auf der Bank übrig. Ersterer stand in der Vorwoche gegen Partizan noch in der Starting Five, musste nun aber für Justus Hollatz Platz machen.
Der deutsche Nationalspieler war es auch, der die offensiven Zügel in den Anfangsminuten in die Hand nahm und per Dreier und Assist die ersten Punkte initiierte. Dann kam aber Bologna besser in Fahrt. Über aggressive Verteidigung schnürten sie Bayerns Guards vom Spiel ab (vier Blocks standen nach einem Viertel bereits zu Buche). Selbst startete die Mannschaft von Bundestrainer Alex Mumbru brandheiß: Fünf von acht Dreierversuchen gingen durch die Reuse. Nach zehn Minuten stand Klintman (15 Punkte) bei zehn Punkten und die Anzeigetafel bei 23:35 für die Gäste.
Mehr Schwung brachte Münchens zweite Garde nach der ersten Viertelpause. MarJon Beauchamp (15, 9 Rebounds) fand an der Seite von Duane Washington Jr. (18, 5 Assists) sofort Rhythmus und führte einen 7:0-Lauf zu Beginn an. Per Dreier aus dem Dribbling verkürzte der Ex-NBA-Spieler kurze Zeit später auf -5 (33:38). Wirklichen Nutzen konnten die Bayern aus Bolognas Durststrecke allerdings nicht ziehen. Mit der Wiedereinwechslung von Moore (20, 9 Rebounds) und Klintman behielt der ursprüngliche zweistellige Vorsprung auch bis in die Pause hinein (fast) seine Gültigkeit (43:52).

Julius Ostendorf
Aus den Kabinen kamen die Bayern mit einer Änderung: Der bis dato gute Beauchamp ersetzte Lucic und brachte umgehend mehr Spacing, um die aggressive Hedge-Defense der Gäste zu kontern. Das funktionierte. Bologna musste gegen die Guards zurückhaltender agieren, wovon auch Andi Obst (9, 3/9 3PM) profitierte. Der Edelschütze hatte die erste Halbzeit mit null Punkten beendet, schmiss jetzt direkt zwei Dreier nacheinander in den Korb. Nach weniger als drei Minuten verkürzte er damit auf 52:55.
Ein Momentumwechsel war das allerdings nicht. Offensiv blieb bei den Münchnern vieles Stückwerk, zumeist über Washington oder den unermüdlichen Oscar da Silva (18, 7/8 FG), der mal wieder vieles richtig machte. Das lag auch am behäbigen Spielaufbau. Ganz anders beim Mumbru-Team, das die schnellen Umschaltmomente für viele hochprozentige Abschlüsse in Korbnähe forcierte.
Im Schlussviertel robbten sich die Münchner dann aber doch immer weiter heran. Bologna gingen augenscheinlich die Körner aus. Über mehrere Minuten blieb Virtus punktlos. Erneut verpassten es die Gastgeber jedoch, daraus Profit zu schlagen. Zu viele hastige Angriffe mündeten in zu vielen Ballverlusten. Und so war es Ex-Würzburger Marcus Carr (13), der per Dreier in der Schlussminute die vorzeitige Entscheidung herbeiführte.
Die Bayern verlieren damit das dritte EuroLeague-Spiel in Folge und stehen nun bei einer Bilanz von 1-3. Weiter geht es für den deutschen Vizemeister am Samstag in der BBL gegen Chemnitz. Anschließend stehen zwei EuroLeague-Auswärtsspiele in Istanbul (14.10. vs. Anadolu Efes, 16.10. vs. Besiktas) an.
