11.01.2026
Hartes Foul von Horne sorgt für Aufregung
Die Krise der MLP Academics Heidelberg verschärft sich weiter. Bei Alba Berlin kassierte das Kellerkind der Basketball-Bundesliga bereits Niederlage Nummer sechs in Folge. Dabei flammte vor Spielende sogar nochmal Hoffnung auf.

Seit knapp einem Monat warten die Academics inzwischen auf einen Sieg. In der Basketball Champions League unter der Woche ging das Warten weiter. Das einzige Positive am BCL-Aus ist die Möglichkeit, sich nun voll und ganz auf den Klassenerhalt zu konzentrieren.
Bei Alba Berlin gelang das in den ersten Minuten auch durchaus gut. Während die Hausherren zunächst ein kaltes Händchen aufwiesen, spielten die Gäste - angeführt von Rückkehrer Ryan Mikesell (15 PTS, 6/13, 6 REB) - eine frühe Führung heraus (2:9). Erst nach über fünf Minuten brachte Moses Wood (7 PTS, 7 REB) die ersten Punkte aus dem Spiel heraus für Alba auf die Anzeigetafel. Es war der Auftakt in einen überragenden 16:2-Lauf, der die Hauptstädter auf die Siegerstraße brachte.
Denn auch viertelübergreifend sollte der Run weitergehen. Weil bei Heidelberg aus der Distanz erneut nur wenig zu fallen vermochte (6/23), rannte Berlin schnell zweistellig, später sogar auf +20 Punkte davon.
Ein Aufbäumen war erst nach dem Seitenwechsel zu sehen - da lag man aber bereits mit bis zu 27 Zählern zurück. Und doch: Alba blieb in dieser Phase über fünf Minuten ohne Punkte und Heidelberg schnupperte Morgenluft. Zwei Minuten vor Ende des Durchgangs vollendete der auffällige Osunniyi (10 PTS, 5 REB) einen 14:1-Lauf. Der Tabellenletzte der BBL war plötzlich nur noch 14 Punkte vom Gleichstand entfernt. Ein Korbleger-plus-Eins von Neskovic mit der Sirene verkürzte gar auf zwölf Zähler.
Ein Comeback blieb letztlich aber dennoch aus, weil Alba diesem schnell den Stecker zog. Nur wenige Ballbesitze nach Start des Schlussviertels ließen es Mattisseck und Hermansson (16 PTS, 5/9) aus der Distanz regnen. Letzterer stellte später wieder den ursprünglichen Vorsprung von über 20 Zählern her. Die Entscheidung.
Für einen Aufreger sorgte eine Minute vor Spielende nochmal Heidelbergs Aufbauspieler DJ Horne (6 PTS, 2/11). Einen Drive von Alba-Topscorer Jack Kayil (19 PTS, 7/12) stoppte der US-Amerikaner unsportlich durch einen Griff ins Gesicht, wodurch der deutsche Nationalspieler hart auf dem Boden aufprallte - aber glücklicherweise einer Verletzung entgehen konnte.
Mit dem Sieg ziehen die Berliner an Aufsteiger Trier vorbei auf Rang drei. Heidelberg, die damit ihre 13. Niederlage im 15. Spiel einsammeln, bleiben hingegen das Schlusslicht der Bundesliga.
Julius Ostendorf