25.01.2026
Nationalspieler trifft 16 Freiwürfe
Alba Berlin hat das BBL-Traditionsduell mit den Bamberg Baskets knapp für sich entschieden. Youngster Jack Kayil avancierte dabei zum Matchwinner. In der Verlängerung war er an fast allen Punkten der Albatrosse beteiligt.

Kein anderes deutsches Duell hat wohl so viel Historie wie dieses: Bereits zum 130. Mal standen sich Alba Berlin und die Bamberg Baskets am Sonntagnachmittag gegenüber. Dem erwarteten Topspiel wurde auch diese Ausgabe durchaus gerecht.
Über die vollen 40 Spielminuten ging es zwischen beiden Mannschaften hin und her, nie distanzierte Berlin und Bamberg mehr als neun Punkte voneinander. Bereits im ersten Durchgang wechselte die Führung viermal, wobei es Bamberg war, das infolge eines Legers von Austin Crowley das erste Viertel knapp für sich entschied.
Nach Dreiern von Williams (11, 4/10) und Ensminger (19 PTS, 10 REB) erspielten sich die Gäste dann sogar erstmals etwas Luft. Alba-Youngster Jack Kayil sorgte mit drei verwandelten Freiwürfen nach Dreierfoul erst für den Ausgleich, dann legte er Norris Agbakokos sehenswerten Dunk auf. Mit knappem Vorsprung für die Berliner ging es dann auch die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel verbuchten beide Teams dann ein paar Startschwierigkeiten. Zur Viertelmitte stand es erst 4:3, was auch am fehlenden Dreierwurf auf beiden Seiten lag. Als die Durststrecke endete, spielte sich Kayil erneut in einen Rausch. Erst traf er aus der Distanz, dann hängte er Crowley zwei Wurffouls an. Insgesamt ging in dieser Phase viel über die Freiwurflinie. Eben ein klassisches Traditionsduell, dass beide Teams nicht abgeben wollten.
Diesen Willen stellten die Bamberger im Schlussviertel auch nochmal selbst unter Beweis. Defensiv zeigte sich das Team von Trainer Anton Gavel nun griffiger, offensiv fielen endlich die Würfe. Fünf Dreier verwandelten die Unterfranken im vierten Abschnitt - und damit mehr als im gesamten bisherigen Spielverlauf (4). Ensminger stand dabei besonders im Fokus: An der Linie stellte er erst den Ausgleich her, wenig später brachte er seine Baskets sogar erstmals wieder in Führung. Ein weiterer Dreier war aber letztlich nicht genug, weil Hermansson und Wood die umgehenden Antworten parat hatten. Das letzte Wort behielt allerdings Watson (25 PTS, 8/17), der den Berliner Kapitän aus dem Dribbling schlug und kurz vor der Sirene die Verlängerung erzwang.
Die Overtime, die wegen technischer Probleme mit kurzer Verzögerung startete, riss Jack Kayil dann wieder vollends an sich. Mit Ausnahme des Hermansson-Wurfs im ersten Angriff, war der deutsche Nationalspieler an allen folgenden neun Alba-Punkten beteiligt. Dabei schaffte es der 19-Jährige vor allem gleich mehrfach, an die Linie zu kommen. Hier fiel letztlich auch die Entscheidung. Acht Sekunden vor Schluss blieb er beim Stand von +2 cool, versenkte beide Würfe und brachte seine Berliner damit auf die Siegerstraße. Seine 24 Punkte (16/17 FW) bedeuten für Kayil nicht nur den Bestwert an diesem Abend, sondern auch sein persönliches Career-High.
Julius Ostendorf