NBA
02.01.2026
Nr.1-Pick nicht mal auf der Liste
Schröder macht großen Sprung nach vorn: Der NBA-Re-Draft 2013

Schröder macht großen Sprung nach vorn: Der NBA-Re-Draft 2013
Bis heute gilt die 2013er Draft-Klasse als eine der weniger guten der jüngeren NBA-Geschichte. Auch mit Blick auf den Redraft zeigt sich: im Vergleich zu den damaligen Entscheidungen ergibt sich aus heutiger Sicht ein ganz anderes Bild. Ein Beispiel dafür: DBB-Kapitän Schröder, der einen großen Sprung nach vorn machte.
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Toppick nicht auf dieser Liste
Nicht auf die Liste - so viel sei vorab schon mal verraten - hat es der damalige Toppick Anthony Bennett geschafft. Die Einordnung des Big Man als bester Spieler dieses, zugegeben unterdurchschnittlichen Jahrgangs, gilt bis heute als eine der größten Fehleinschätzungen in der NBA-Geschichte. Seine nicht zeitgemäße und qualitativ unzulängliche Spielweise mündete in seinem Karriereende nach lediglich vier Jahren.
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14. Gorgui Dieng
Ursprünglich an 21. Stelle gezogen, erfüllte Dieng mehr oder minder die an ihn gestellten Erwartungen. Über den Verlauf seiner Karriere blieb der Senegalese weitestgehend ein Backup-Center, der sich auch einen recht respektablen Dreier aneignete. Mit 4,8 Punkten und 5,0 Vorlagen wurde er in seiner Auftaktsaison auch ins All-Rookie-Team aufgenommen.
Brace Hemmelgarn-USA TODAY Sports
13. Michael Carter-Williams
Der Rookie of the Year der 2013er Class! Bereits in seiner ersten Saison sollte der Guard seine Erwartungen übertreffen (11. Pick). 16,7 Punkte, 6,3 Vorlagen, 6,2 Rebounds - es war allerdings auch die beste Spielzeit seiner weiteren Karriere. Mit der zunehmenden Bedeutung des Distanzwurfs in der NBA, den er nie in sein Repertoire aufnehmen konnte, schwand zugleich sein Wert. 2023 beendete er seine NBA-Karriere in Orlando, heute versucht er sich als Amateur-Boxer.
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12. Cody Zeller
Rückblickend lässt diese Entscheidung einen sprachlos zurück. Die Hornets krallten sich Zeller 2013 an vierter Stelle des Drafts! Was man auch damals hätte wissen können: Der 2,11 Meter große Center wuchs über seine Rolle als Pick-and-Roll-Partner und solider Rebounder nie hinaus. Nach elf Jahren war für den Center 2024 Schluss.
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11. Mason Plumlee
Weiterhin aktiv ist indes Mason Plumlee, der seiner Zeit an 22. Stelle von den Nets ausgewählt wurde. Heute geht der kräftige Big Man für die Charlotte Hornets auf Korbjagd - seine inzwischen siebte Station in der NBA. In 874 Spielen kam der ehemalige All-Rookie-Spieler 7,9 Punkte sowie 6,6 Rebounds.
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10. Otto Porter Jr.
An dritter Stelle des Drafts wurde 2013 Otto Porter Jr. ausgewählt. Der Allrounder mit gutem Distanzwurf hatte in seiner Karriere aber immer wieder mit hartnäckigen Verletzungsproblemen zu kämpfen und erreichte sein Potenzial daher wohl nie. Kurz vor Ende seiner Karriere belohnte sich der Forward im Trikot der Warriors mit seinem ersten und einzigen NBA-Titel. Im Frühjahr 2024 erklärte er seine Karriere für beendet.
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9. Kelly Olynyk
Auch Olynyk war Teil der Lotterie 2013. Auf seine erste Station in Dallas folgten allerdings noch zahlreiche weitere. Bis heute spielte der Kanadier für acht unterschiedliche Teams, für die er 818 NBA-Spielen durchschnittlich 10,0 Punkte und 5,1 Rebounds bei 37,0 % Dreierquote erzielte.
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8. Steven Adams
Ein weiterer Center entsprechend dem früheren Rollenbild: groß und stark für Screens und Rebounds. Das macht der sympathische Australier bis heute: in 788 Auftritten kommt Adams auf 8,7 Punkte und 8,0 Rebounds. Aktuell die zweite Saison in Folge bei den Rockets im Einsatz.
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7. Tim Hardaway Jr.
Als 24. gedraftet, entwuchs Hardaway Jr. bereits in seiner Rookie-Saison den eher niedrigen Erwartungen. 10,2 Punkte in seiner Debütspielzeit brachten ihm den fünften Rang im RoY-Rennen ein. Bis heute gab es nur eine Saison, in der der Distanzspezialist nicht wenigstens zehn Punkte im Schnitt erzielte. Bei den Nuggets schießt er derzeit sogar überragende 41,2 Prozent von außen.
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6. Kentavious Caldwell-Pope
Der Shooter erwischte einen durchwachsenen Start in seine NBA-Karriere, erholte sich davon aber schnell. Dabei machte er sich als 3-And-D-Spieler nach Lehrbuch einen Namen: tolle Quoten aus der Distanz und gute On-Ball-Verteidigung gegen einige der besten Spieler der Liga. Sein von Erfolg geprägter Spielstil trug zweimal konkret Früchte: auf seinen ersten Titel mit den Lakers 2020 folgte eine weitere Championship 2023 mit den Nuggets.
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5. Victor Oladipo
Ehemaliger zweiter Draft-Pick, zweifacher All-Star sowie eine All-NBA- und eine All-Defensive-Nominierung. Eine Zeit lang zählte Oladipo zu den faszinierendsten Spielern der Liga. Der einzige Grund, wieso er auf dieser Liste nicht höher erscheint: Bereits 2023 - und nach zuvor langer Verletzungsgeschichte - war die NBA-Reise für den explosiven Guard vorbei. Heute vertreibt er sich die Zeit in der G-League.
Jeremy Brevard-USA TODAY Sports
4. Dennis Schröder
Statistisch tendenziell leicht hinter Oladipo, dafür mit satten 362 NBA-Spielen mehr auf dem Buckel ist der deutsche Nationalspieler und -Kapitän Dennis Schröder. 2013 noch an 17. Stelle ausgewählt, macht der Braunschweiger einen der größten Sprünge nach vorn auf dieser Liste. In seinen inzwischen 13 NBA-Jahren hat der Guard schon so einiges gesehen, ist für zehn unterschiedliche Teams aufgelaufen. Das kommt nicht zufällig: Als zumeist sechster Mann mit guten Aufbaufähigkeiten und aggressiver Defensive ist er ein gerngesehener Kandidat für Tauschgeschäfte.
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3. CJ McCollum
Bis heute ein begnadeter Scorer. Der damalige zehnte Pick hat inzwischen ebenfalls über 800 Spiele auf dem Buckel und kratzt dabei an der Marke von 20 Punkten pro Spiel (19,6). Mit dem Wechsel in die US-Hauptstadt ist er dem Rampenlicht etwas entgangen, weniger produktiv ist er in Washington allerdings nicht.
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2. Rudy Gobert
Gerade so schaffte es der Center 2013 in die erste Draftrunde (#27). Heute würde diese Entscheidung gewiss niemand mehr hinterfragen, wenngleich Gobert in seiner Karriere immer wieder viel Kritik einstecken musste. Dafür sprechen seine Erfolge längst für sich: ein Double-Double im Karriereschnitt, 3x All-Star-Nominierungen sowie satte vier Defensive-Player-Of-The-Year-Titel. Seit 2022 mit Maximalvertrag in Minnesota.
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1. Giannis Antetokounmpo
Als langer, aber etwas dünner Junge aus Griechenland galt Antetokounmpo vor dem Draft noch als großes Fragezeichen. Letztendlich wählten ihn die Bucks nur an Position 17 aus. Doch entwickelte sich der gebürtige Athener zu einem der physisch dominantesten Big Men der NBA-Geschichte. NBA-Titel und Finals-MVP 2021, neunmal All-Star, neun All-NBA-Nominierungen - kurzum: dieser Mann ist ein zukünftiger Hall of Famer und rückblickend der klar beste Spieler der 2013er Class.
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