NBA
vor 39 Minuten
Die Post-Ball-Ära in Charlotte
Ohne LaMelo, mit zwei Deutschen: Die neuen Hornets im Detail

Ohne LaMelo, mit zwei Deutschen: Die neuen Hornets im Detail
44 Siege, Play-In und trotzdem ein großer Umbau: Die Charlotte Hornets haben LaMelo Ball und Miles Bridges abgegeben und setzen ab sofort auf Kon Knueppel und Brandon Miller. Dazu kommen reichlich Erfahrung und gleich zwei deutsche Erstrundenpicks.
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GUARDS - Coby White
Nach dem Abschied von LaMelo Ball zieht White die Strippen. Der 26-Jährige kam im Februar aus Chicago und erhielt im Sommer einen neuen Dreijahresvertrag über 74 Millionen Dollar. Scoren kann White, auch als sekundärer Playmaker funktioniert er gut. Jetzt muss er deutlich häufiger die Offensive organisieren. Ob er dafür wirklich der ideale Point Guard ist, bleibt eine der großen Fragen dieses Kaders.
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Kon Knueppel
Was für ein erstes Jahr! Knueppel legte als Rookie 18,5 Punkte, 5,3 Rebounds und 3,4 Assists auf und landete bei der Wahl zum Rookie of the Year auf Rang zwei. Seine 273 verwandelten Dreier waren sogar Bestwert in der gesamten NBA. Nach dem LaMelo-Abschied dürfte seine Rolle noch größer werden. Knueppel soll beweisen, dass er eines der Gesichter einer Franchise sein kann.
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Grayson Allen
Allen kam im Trade für Miles Bridges aus Phoenix und passt auf dem Papier hervorragend zu diesem Team. Der 30-Jährige verbuchte dort zuletzt 16,5 Punkte und 3,8 Assists und gehört seit Jahren zu den gefährlichsten Distanzschützen der Liga. Er kann neben White und Knueppel den Ball bewegen oder einfach auf seinen offenen Dreier warten. Kein Star, aber ein ziemlich luxuriöser Spieler für die Bank.
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Christian Anderson
Der zweite Deutsche wurde im Draft an Position 18 gezogen. Mit gerade einmal 1,83 Meter ist Anderson zwar klein, dafür bringt er Geschwindigkeit, Ballhandling und Playmaking mit. Als Rookie dürfte er hinter White lernen und um Backup-Minuten kämpfen. Diese Rolle könnte aber früh wichtig werden, schließlich besitzt Charlotte nach Balls Abgang keinen klassischen Star-Spielmacher mehr.
Brad Penner
Tre Mann
Vor zwei Jahren schien Mann in Charlotte noch auf dem Weg zu einer größeren Rolle zu sein, inzwischen ist die Konkurrenz enorm. In der vergangenen Saison waren es nur noch 5,5 Punkte und 1,6 Assists. Mann kann sich seinen eigenen Wurf kreieren und heißlaufen, doch davon gibt es in diesem Kader genug. Für ihn könnte es schwierig werden, dauerhaft Teil der Rotation zu bleiben.
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Sion James
Kein spektakulärer Name, aber ein Spieler, den Coaches lieben. James absolvierte als Rookie tatsächlich alle 82 Saisonspiele und überzeugte vor allem mit Physis, Defense und Einsatz. Offensiv braucht der Guard kaum den Ball und passt deshalb hervorragend neben Charlottes zahlreiche Scorer.
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FORWARDS - Brandon Miller
Jetzt muss Miller liefern. Der Nummer-zwei-Pick von 2023 war mit 20,2 Punkten Charlottes bester Scorer und traf 38,3 Prozent seiner Dreier. Gleichzeitig musste er sich im Mai an der linken Schulter operieren lassen. Ist Miller zum Saisonstart wieder vollständig fit, bildet er mit Knueppel eines der interessantesten jungen Wing-Duos der Liga. Nach Balls Abschied gibt es allerdings auch keine Ausreden mehr.
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Royce O'Neale
Noch ein Teil des Bridges-Trades und ein ziemlich sinnvoller dazu. O'Neale traf für Phoenix zuletzt über 40 Prozent seiner Dreier und ist seit Jahren ein verlässlicher Rollenspieler. Er verteidigt mehrere Positionen, braucht offensiv kaum den Ball und bringt Erfahrung mit. In einer Mannschaft mit vielen jungen Spielern ist der 33-Jährige die Art Veteran, die man gebrauchen kann.
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Dorian Finney-Smith
Seine besten Jahre hat Finney-Smith wohl hinter sich. In Houston spielte er zuletzt nur eine kleine Rolle und kam auf 3,3 Punkte. Charlotte erhielt bei dem Deal allerdings sogar noch Draftkapital dazu. Wenn der 33-Jährige defensiv noch einmal an frühere Zeiten anknüpfen kann und offene Dreier trifft, ist er als Spezialist brauchbar. Viel mehr sollte man inzwischen aber nicht erwarten.
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Grant Williams
Williams ist weiterhin einer dieser Spieler, die irgendwie in fast jede Aufstellung passen. Der kräftige Forward kann mehrere Positionen verteidigen, kleinere Center-Minuten übernehmen und offene Dreier treffen. Seine vergangene Saison war statistisch unspektakulär, aber darum geht es bei ihm nicht. Das größere Problem: Charlotte besitzt inzwischen so viel Tiefe, dass selbst für Williams die Minuten knapp werden könnten.
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Tidjane Salaun
Langsam wird es ernst für den sechsten Pick von 2024. Salaun ist inzwischen 21 und besitzt mit 2,08 Meter, langen Armen und guter Athletik weiterhin hervorragende Voraussetzungen. In seiner zweiten Saison waren zumindest Fortschritte zu erkennen, darunter 43,4 Prozent von draußen bei allerdings geringem Volumen. Das theoretische Potenzial bleibt riesig.
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Liam McNeeley
McNeeley kam als Rookie nur sporadisch zum Einsatz, zeigte aber zumindest seinen größten Trumpf: den Wurf. 40 Prozent seiner NBA-Dreier fanden ihr Ziel, in der G League deutete er mit fast 20 Punkten pro Spiel mehr offensives Potenzial an. Das Problem ist die Konkurrenz. Auf den Flügelpositionen ist Charlotte derart tief besetzt, dass McNeeley um jede Minute kämpfen muss.
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BIGS - Naz Reid
Der wichtigste Gegenwert im LaMelo-Trade. Reid kommt aus Minnesota und bringt das mit, was moderne Frontcourts brauchen: Größe, Scoring und Shooting. Zuletzt waren es 13,6 Punkte und 6,2 Rebounds. Er kann neben einem klassischen Center spielen oder selbst auf die Fünf rücken. Charlotte plant derzeit wohl mit ihm als Starting-Power-Forward. Das dürfte dem Team offensiv enorm viele Möglichkeiten geben.
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Hannes Steinbach
Und plötzlich steht ein deutscher Rookie veilleicht in der Starting Five. Charlotte zog Steinbach an Position 14, nachdem er am College 18,5 Punkte und 11,8 Rebounds aufgelegt hatte. Auch in der Summer League lieferte der 20-Jährige direkt ab. Steinbach reboundet stark, bringt Physis mit und besitzt offensiv deutlich mehr Skill als ein klassischer Center.
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Moussa Diabate
Diabate ist vielleicht der klassische Fall eines Spielers, dessen Wert die Boxscores nur teilweise zeigen. 7,9 Punkte und 8,7 Rebounds waren ordentlich, noch beeindruckender waren seine 3,7 Offensiv-Rebounds pro Partie. Dafür erhielt er sogar den NBA Hustle Award. Sein offensives Repertoire ist begrenzt, aber das ist in diesem Kader kein großes Problem. Rebounden, verteidigen, screenen, dafür ist Diabate da.
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Ryan Kalkbrenner
Auch Kalkbrenner überraschte in seinem Rookie-Jahr. Der 2,16-Meter-Center kam auf 7,6 Punkte, 5,5 Rebounds und 1,5 Blocks und verwandelte 75,3 Prozent seiner Feldwürfe. Seine Aufgabe ist klar definiert: Er soll den Ring beschützen, Screens stellen, abrollen und abschließen. Mit Steinbach, Reid und Diabate ist der Konkurrenzkampf deutlich größer geworden.
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PJ Hall
Viel schwieriger könnte es Hall haben. Seine vergangene Saison endete aufgrund eines Bruchs am rechten Sprunggelenk vorzeitig, gleichzeitig hat Charlotte den Frontcourt im Sommer weiter verstärkt. Hall kann durchaus Minuten auf der Vier und Fünf übernehmen, steht in der internen Hierarchie momentan aber ziemlich weit hinten. Ein Kandidat, der um seinen Platz kämpfen muss.
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COACH - Charles Lee
Endlich wieder Hoffnung in Charlotte. Lee führte die Hornets in seinem zweiten Jahr von 19 auf 44 Siege und damit zur ersten positiven Bilanz seit Jahren. Noch wichtiger: Charlotte entwickelte erstmals wieder eine erkennbare Identität. Jetzt wartet die nächste Herausforderung, denn ohne Ball und Bridges muss Lee aus einem extrem tiefen, aber an der Spitze weniger prominenten Kader ein funktionierendes Team formen.
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Fazit
Ein bisschen verrückt ist dieser Sommer schon. Charlotte gewann 44 Spiele, machte einen riesigen Schritt nach vorne und gab anschließend mit LaMelo Ball und Miles Bridges trotzdem zwei der besten Spieler ab. Dafür ist der Kader jetzt enorm tief. Das Play-In sollte für diesen Kader das Mindestziel sein. Auch die direkte Playoff-Qualifikation ist absolut drin.
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