NBA
vor 6 Stunden
San Antonios Rebuild im Fokus
Nicht nur Wemby: Wie die Spurs in wenigen Jahren einen Titelkandidaten bauten

Nicht nur Wemby: Wie die Spurs in wenigen Jahren einen Titelkandidaten bauten
Die San Antonio Spurs haben sieben Jahre nach ihrer letzten Playoff-Teilnahme sofort die Conference Finals erreicht. Sicher, Victor Wembanyama draften hilft, doch die Texaner bauten in den vergangenen Jahren clever ein neues Team auf.
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Keldon Johnson (seit 2019)
Dienstältester Profi ist Johnson, den die Spurs mit dem 29. Pick im Draft 2019 auswählten. Der Forward etablierte sich in seinem zweiten Jahr, wurde zum Starter und legte in der Saison vor Wembanyama sogar 22 Punkte im Schnitt auf.
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Keldon Johnson (seit 2019)
2024 folgte der Rollenwechsel, der explosive Flügelspieler wurde zum Sixth Man und gewann in der abgelaufenen Saison den Award des besten Bankspielers der Liga. 13,2 Punkte und 5,4 Rebounds legte der 26-Jährige im Schnitt auf.
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Devin Vassell (seit 2020)
Ein Jahr später landeten die Spurs erstmals seit 23 Jahren in der Lottery, weil sie in den Play-Ins unterlagen. Dafür gab es den elften Pick und San Antonio wählte Vassell. Keine schlechte Wahl, allerdings ging einen Pick dahinter ein gewisser Tyrese Haliburton von der Theke.
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Devin Vassell (seit 2020)
Auch Vassell brauchte etwas Anlaufzeit und kämpfte immer wieder mit Verletzungen. Wenn fit aber ein guter sekundärer Scorer auf dem Flügel, der vor allem Gefahr aus der Distanz ausstrahlt und ebenfalls 14 Punkte pro Partie liefert. Aus der Distanz trifft Vassell über seine Karriere 37 Prozent und ist auf der Drei in San Antonio gesetzt.
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Julian Champagnie (seit 2023)
Die heimliche Erfolgsstory. Der Forward wurde 2022 nicht gedraftet und nach wenigen Monaten in Philadelphia entlassen. Die Spurs griffen zu, gaben Champagnie einen Two-Way-Vertrag und als exzellenter Schütze mit solider Verteidigung konnte der 24-Jährige sofort überzeugen, als die Spurs für einen langen, jungen Franzosen versuchten, Spiele zu verlieren.
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Julian Champagnie (seit 2023)
2023 gab es einen richtigen NBA-Vertrag und seitdem nicht mehr aus der Starting Five wegzudenken. Steigerte seine Minuten, Quoten und Punkte Jahr für Jahr und spielt auch in seiner ersten Postseason eine starke Rolle.
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Victor Wembanyama (seit 2023)
San Antonio ging als Dritter in die Draft Lottery und zog das große Los. Jede Franchise hätte Wembanyama ausgewählt, die Spurs durften es. Der Franzose galt am Draft-Tag als das womöglich größte Talent seit LeBron James - und Wemby erfüllte diese Erwartungen umgehend. Hätte der Franzose nicht im Vorjahr fast 40 Spiele mit Thrombose aussetzen müssen, hätte es vielleicht schon 2025 für die Playoffs gereicht.
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Victor Wembanyama (seit 2023)
Der Durchbruch zum absoluten Superstar gelang in dieser Spielzeit. 25 Punkte, 11,5 Rebounds, 3,1 Blocks - der 22-Jährige ist an beiden Enden des Feldes eine Macht und mischte am Ende sogar im MVP-Rennen mit. Bleibt er fit, deutet vieles darauf hin, dass er für Jahre die NBA dominieren wird. Diese Saison ist nur der Anfang.
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Stephon Castle (seit 2024)
Wembys Rookie-Saison war eher ein Experimentieren, die Spurs blieben ein Lottery Team und wieder sprangen die Texaner ein Stück nach oben und bekamen Pick vier. Und auch hier gelang mit Castle ein Volltreffer, obwohl viele an seinem Wurf zweifelten. Der Spielmacher wurde direkt Rookie of the Year - in einem zugegeben auch recht schwachen Jahrgang.
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Stephon Castle (seit 2024)
Castle lernte ein Jahr an der Seite von Chris Paul, danach rückte er auf die Position zwei, wo er nicht komplett den Angriff dirigieren muss und sich auch defensiv mehr einbringen kann. Für einen Guard sehr groß und bullig, somit flexibel einsetzbar. In ihm schlummert ein kommender All-Star.
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Harrison Barnes (seit 2024)
Die gute Seele des Teams. Die Spurs bekamen Barnes im Sommer 2024 quasi via Trade geschenkt, weil Sacramento dessen Gehalt nicht zahlen wollte. Der Forward hat zwar etwas nachgelassen, ist aber weiterhin ein Muster an Beständigkeit und ein absoluter Vollprofi. Sein Wort in der Kabine hat Gewicht, der "Unc" der Mannschaft.
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Harrison Barnes (seit 2024)
Für das Team hat der 33-Jährige auch eine kleinere Rolle akzeptiert. Kommt inzwischen nur noch von der Bank, in diesen Playoffs sind es für den Forward sogar nur noch knapp zehn Minuten im Schnitt. Wenn er aber gebraucht wird, dann dürfte er zur Stelle sein.
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De'Aaron Fox (seit 2025)
Schnell wurde klar, dass Castle nicht der klassische Einser ist, also fädelten die Spurs einen ihrer seltenen Trades während der Saison ein und eisten Fox als neuen Co-Star für Wemby aus Sacramento los. Der All-Star war dort in Ungnade gefallen, die Spurs legten drei Erstrundenpicks auf den Tisch.
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De'Aaron Fox (seit 2025)
Im Sommer bekam Fox schließlich wie erwartet seine vorzeitige maximale Verlängerung um vier Jahre bis 2030. Vermutlich war dies schon beim Trade mit eingebacken. Wie ein Superstar perfomt Fox allerdings selten, dennoch verleiht der Spielmacher Struktur und hilft damit auch Wembanyama. Doch brauchen die Spurs Fox überhaupt langfristig?
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Dylan Harper (seit 2025)
Denn: Auch 2025 hatten die Spurs "Lottery Luck" und hüpften von Position acht auf zwei. Plötzlich bekam man die Finger an Dylan Harper, ein weiterer Spielmacher. San Antonio achtete nicht auf den Fit und wählte einfach den besten verfügbaren Spieler, Harper wurde Vierter bei der Wahl zum Rookie of the Year, obwohl er nur von der Bank kam.
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Dylan Harper (seit 2025)
Sein Einfluss war aber spürbar. Auch ohne guten Wurf, traf er 51 Prozent aus dem Feld für knapp 12 Punkte - starke Werte für einen Rookie. Das bestätigte Harper auch in den Playoffs mit Auftritten, die von einen kommenden All-Star träumen lassen.
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Carter Bryant (seit 2025)
Die Spurs durften sogar zweimal ziehen, an Position 14 wählte man Bryant, der als kleines Projekt gesehen wurde. Der 1,98-Meter-Mann kann von Position zwei bis fünf alles spielen und eröffnet San Antonio vor allem für die Regular Season jede Menge Möglichkeiten.
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Carter Bryant (seit 2025)
In den Playoffs hatte er in der Portland-Serie gute Momente, seine Zeit dürfte noch kommen. Gerade am Wurf wird der 20-Jährige noch arbeiten müssen, wenn er langfristig eine größere Rolle spielen möchte. Das Potenzial dazu ist definitiv da.
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Luke Kornet (seit 2025)
Der einzige Rotationsspieler, der via Free Agency kam. Die Spurs profitierten davon, dass Boston den Center nicht bezahlen konnte und bekamen für 40 Millionen Dollar für vier Jahre einen der besseren Backup-Fünfer der NBA.
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Luke Kornet (seit 2025)
Kornet ist nicht spektakulär, aber er erledigt seinen Job. Auch in diesen Playoffs sind seine Minuten zumindest solide, wodurch San Antonio mit Wemby und ihm über 48 Minuten starken Ringschutz aufbieten kann.
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Coach: Mitch Johnson
Die Fußstapfen waren riesig, schließlich folgte Johnson auf die Trainer-Ikone Gregg Popovich, der sich nach einem Schlaganfall umgehend zurückziehen musste. Assistant Coach Johnson übernahm im November 2024 zunächst interimsweise, doch bald wurde klar, dass Pop nicht zurückkehren würde.
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Coach: Mitch Johnson
Seit Mai 2025 ist Johnson auch offiziell Head Coach und führte die Spurs umgehend zu 62 Siegen. Seit 2016 ist der Coach in der Spurs-Organisation und arbeitete sich über die G-League auf die Bank neben Popovich und nun zum Boss bei den Texanern nach oben.
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