NBA
vor 6 Stunden
Point Guard hängt die Schuhe an den Nagel
Lowrys größter Erfolg: Das unterschätzte Raptors-Titelteam von 2019

Lowrys größter Erfolg: Das unterschätzte Raptors-Titelteam von 2019
Kyle Lowry hat bei den Toronto Raptors noch einmal einen Vertrag über einen Tag unterschrieben, um bei den Kanadiern seine Karriere zu beenden. 2019 gewann der Guard mit Toronto die bisher einzige Meisterschaft. Wir blicken zurück auf dieses unterschätzte Team, welches kaum Schwächen hatte.
Sergio Estrada-USA TODAY Sports
GUARD - Kyle Lowry
Franchise-Spieler war schon damals Lowry, der 2012 nach Toronto kam und neun Jahre blieb. Der sechsmalige All-Star war kein Premium-Scorer, aber enorm zuverlässig, ein guter Passgeber und ekliger Verteidiger. Das alles macht ihn zum GROAT („Greatest Raptor of all time). Seine Nummer sieben wird bald unter der Hallendecke hängen.
IMAGO/USA TODAY Network
Danny Green
Wo Green war, da war Erfolg. Einer der besten Rollenspieler seiner Ära, weil er defensiv mit seiner Länge enorm wertvoll war und darüber hinaus ein sicherer Schütze war. Einer von nur vier Spielern, der mit drei verschiedenen Teams die Meisterschaft gewann (San Antonio, Toronto, Lakers).
IMAGO/USA TODAY Network
Fred VanVleet
Einst nicht gedraftet mauserte sich FVV zu einem wichtigen Rollenspieler in Toronto, der wenige Jahre später sogar mal All-Star wurde. In der Meistersaison kam VanVleet noch von der Bank und war vor allem mit seinem Shooting gefragt. Wurde während der Playoffs 2019 Vater und traf immer besser. Seine 22 Punkte in Spiel 6 der Finals waren essentiell. Inzwischen in Houston, wo er nach Kreuzbandriss wieder angreifen möchte.
imago images/ZUMA Press
Norman Powell
Noch so ein Glücksgriff. Ihn zogen die Raptors mit dem 46. Pick und der einmalige All-Star war ebenfalls ein fester Bestandteil der starken Second Unit. Legte zwar nur 6,5 Punkte im Schnitt in den Playoffs auf, war aber mit seinem Wurf stets eine Gefahr.
Nick Turchiaro-USA TODAY Sports
Jeremy Lin
„Linsanity” kam lediglich als Absicherung für den Backcourt, spielte aber vor allem in den Playoffs kaum. Es war sein letztes Jahr in der NBA, bevor er schließlich in Taiwan seine Karriere fortsetzte.
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Patrick McCaw
Drei Titel in Serie schafft nicht jeder, McCaw aber schon. In Mini-Rolle 2017 und 2018 mit Golden State erfolgreich, danach der Triumph mit den Raptors. Dabei spielte der Guard aber keine Rolle und kam nur, wenn die Spiele entschieden waren. Seit 2021 nur noch in der G-League aktiv.
Mark J. Rebilas-USA TODAY Sports
Jodie Meeks
Meeks war als exzellenter Schütze bekannt, war aber ebenso wenig Teil der Playoff-Rotation, nachdem er erst im Februar zu den Raptors gestoßen war. Der Guard sollte danach keine Chance mehr in der NBA erhalten.
Dan Hamilton-USA TODAY Sports
FORWARD - Kawhi Leonard
Was war das für ein kontroverser Trade? Leonards Vertrag lief 2019 aus, dennoch schoben die Raptors die Chips in die Mitte und behielten recht. Kawhi spielte überragende Playoffs, wurde Finals-MVP - und wechselte im Sommer ohne Gegenwert zu den Clippers. Allein wegen dieser Saison ist Leonard in Toronto eine Ikone, nun kehrt "The Klaw" noch einmal zurück. Gelingt ihm Ähnliches?
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Pascal Siakam
Der Kameruner feierte in seiner dritten Saison den Durchbruch und wurde nach fast 17 Punkten pro Spiel zum Most Improved Player gewählt. Nach Kawhis Abgang wurde Siakam All-Star und war einige Jahre das Gesicht des Teams. Ging dann 2023/24 via Trade nach Indiana, wo er an der Seite von Tyrese Haliburton erneut die Finals erreichte.
IMAGO/ZUMA Press
OG Anunoby
Eine Blinddarmentzündung kurz vor Beginn der Playoffs beendete die Saison des Flügelspielers vorzeitig. Während der Regular Season ein solider Rollenspieler, der aber offensiv noch nicht ausgereift war. Verteidigen konnte er schon immer, doch zu einem starken Allrounder wurde er in den folgenden Jahren. Für die New York Knicks in der abgelaufenen Saison einer der Finals-Helden neben MVP Jalen Brunson.
Getty Images
Malcolm Miller
Nach einem Jahr bei Alba erhielt Miller seine NBA-Chance in Toronto und hielt sich dort immerhin für drei Jahre. Absolvierte in dieser Zeit aber lediglich 53 Partien, entsprechend gering war der Einfluss auf die Raptors im Championship-Jahr.
Kevin Sousa-USA TODAY Sports
Chris Boucher
Der Lokalmatador, der aber ebenso kaum Minuten sah. Erst in den kommenden Jahren wurde der Kanadier ein solider Rollenspieler für die großen Positionen, inzwischen aber auch schon wieder raus aus der NBA.
Alonzo Adams-Imagn Images
Eric Moreland
Das gilt auch für Moreland, der es immer geschafft hat, seit 2019 sich in der chinesischen Liga zu halten. Das schaffen nicht viele, weil die Trauben für Ausländer dort hoch hängen. Für die Raptors kam er stets nur der in der Garbage Time auf das Feld.
Raj Mehta-USA TODAY Sports
CENTER - Marc Gasol
Einer der wenigen Trades während der Saison, die voll aufgingen. Gasol verließ damals schweren Herzens Memphis, sollte aber das fehlende Puzzleteil für Toronto sein. Der Spanier war zwar nicht mehr in seiner Prime, aber als spielintelligenter Center mit Masse unter dem Korb unverzichtbar.
IMAGO/USA TODAY Network
Serge Ibaka
Auch Ibaka war nicht mehr das Block-Monster aus OKC-Tagen, hatte aber inzwischen ein stabiles Offensiv-Spiel und war stets für rund 15 Punkte pro Spiel gut. Zusammen mit Gasol bildete er ein exzellentes Center-Duo, manchmal standen die beiden sogar zusammen auf dem Feld.
IMAGO/Agencia EFE
COACH - Nick Nurse
Nurse war viele Jahre ein Weltenbummler, coachte auf dem College, in England oder auch Belgien. Die Raptors beförderten ihn 2018 zum neuen Head Coach und Nurse lieferte direkt in seiner ersten Saison ab und glänzte mit ausgefeiten Defensiv-Strategien. Seit 2023 betreut er die Philadelphia 76ers.
IMAGO/USA TODAY Network
FAZIT - Ein massiv unterschätztes Team
Rückblickend ist das wirklich ein exzellentes Team ohne klare Schwächen. Mit VanVleet, Lowry, Powell, Siakam, Leonard und Gasol standen sechs frühere oder kommende All-Stars im Team, garniert wurde dies mit drei der besten Rollenspieler der Dekade (Green, Anunoby, Ibaka). Die Raptors waren kein Glamour-Team, müssen sich aber vor anderen Champions definitiv nicht verstecken.
IMAGO/USA TODAY Network