NBA
12.11.2025
Ein Arbeitszeugnis
Harrison und seine Mavs-Moves: Doncic-Debakel, aber auch einige Volltreffer

Nico Harrison und seine wichtigsten Moves bei den Mavs: Doncic-Debakel, aber auch einige Volltreffer
Nico Harrison ist nicht mehr GM der Dallas Mavericks. Der Trade von Luka Doncic überschattet seine Arbeit, wir blicken zurück auf alle wichtigen Moves, die unter ihm gemacht wurden.
Getty Images
Harrison und seine wichtigsten Moves bei den Mavs: Doncic-Debakel, aber auch einige Volltreffer
Bemerkenswert: Mit Dwight Powell steht nur noch ein Spieler im Kader, der schon bei der Amtsübernahme von Harrison im Mai 2021 das Jersey der Dallas Mavericks trug.
Jerome Miron-Imagn Images
Mavs traden Josh Richardson nach Boston und erhalten Moses Brown (30. Juli 2021)
Harrisons erster Trade war ein klassischer "Salary Dump". Richardson war nie der erhoffte 3-and-D-Spieler mit Spielmacher-Qualitäten, nach nur einem Jahr war für ihn Schluss in Dallas - Fazit: zu vertreten
Tim Heitman-USA TODAY Sports
Mavs traden Kristaps Porzingis und einen Zweitrundenpick für Spencer Dinwiddie und Davis Bertans (10. Februar 2022)
Damals ein kleiner Schocker. Porzingis kam mit Doncic nicht zurecht, war oft verletzt und nicht der erhoffte Co-Star. Der Trade-Wert des Letten war im Keller, dafür gab es lediglich die "faulen" Verträge von Dinwiddie und Bertans.
IMAGO/Jan Huebner
Mavs traden Kristaps Porzingis und einen Zweitrundenpick für Spencer Dinwiddie und Davis Bertans (10. Februar 2022)
Aber: Dinwiddie entpuppte sich als Volltreffer und starke Ergänzung zu Doncic und Brunson im Backcourt. Die Mavs marschierten in der Folge bis in die Conference Finals. - Fazit: sehr umstritten, aber das Risiko zahlte sich aus.
Jerome Miron-Imagn Images
Mavs schnappen sich Christian Wood und schicken Boban Marjanovic, Trey Burke, Marquese Chriss und Sterling Brown nach Houston (24.06.2022)
Wood war stets ein polarisierender Spieler, auch in Dallas kam es Höhen und Tiefen. Rückblickend passte der Center aber so überhaupt nicht zum "Kultur-Fanatiker" Harrison und verließ die Mavs im folgenden Sommer wieder in der Free Agency. Fazit: wenig abgegeben, aber auch wenig gewonnen.
IMAGO/USA TODAY Network
Die Mavericks verlieren Jalen Brunson in der Free Agency 2022 an die New York Knicks
Das wäre zu vermeiden gewesen, weil Brunson bereit war, vorzeitig zu verlängern (4 Jahre, 54 Mio. Dollar). Harrison pokerte jedoch zu lange, weil der Guard ein möglicher Trade-Chip war. Dallas fand keinen Trade, das Brunson-Camp zog sich zurück - und der Wert des Spielmachers explodierte durch überragende Playoffs.
Jerome Miron-USA TODAY Sports
Die Mavericks verlieren Jalen Brunson in der Free Agency 2022 an die New York Knicks
Brunson unterschrieb stattdessen für 4 Jahre und 104 Mio. Dollar bei den Knicks, die Fan-Seele kochte. Hatten die Mavs noch eine Chance, das zu verhindern? Gab es gar kein Angebot? Hier gibt es unterschiedliche Aussagen. Aber: Wollte Besitzer Cuban überhaupt die Luxussteuer zahlen? Fazit: klassisch verzockt.
picture alliance / ASSOCIATED PRESS
Free Agency 2022: Die weiteren Signings
Viel passiert im Kader nicht, nur die Verpflichtung von JaVale McGee ist nennenswert. Der damals 34-Jährige bekommt einen Dreijahresvertrag - und wird nach 13 Monaten entlassen. Bis 2028 steht der Center damit weiter auf der Gehaltsliste - Fazit: Kompletter Fehlgriff
IMAGO/USA TODAY Network
Mavs traden Dinwiddie, Dorian Finney-Smith, einen First Rounder und zwei Seconds für Kyrie Irving und Markieff Morris nach Brooklyn (6. Februar 2023)
Der Homerun-Trade - zumindest im Nachhinein. Die Mavs mussten viel Kritik dafür einstecken, weil Irving in Brooklyn jede Menge Negativ-Schlagzeilen produzierte (Impfung, Teilen antisemitischer Inhalte, geplatzte Vertragsgespräche). Dazu lief Kyries Vertrag aus, es war erneut ein enormes Risiko, was Harrison einging.
Jerome Miron-Imagn Images
Mavs traden Dinwiddie Dorian Finney-Smith, einen First Rounder und zwei Seconds für Kyrie Irving und Markieff Morris nach Brooklyn (6. Februar 2023)
Doch es zahlte sich aus. Zwar wurden die Playoffs verpasst, doch im Jahr darauf stellten die Mavs mit Doncic und Kyrie den besten Backcourt der NBA. Irving wurde zum Leader in der Kabine und war ein Star, den auch Doncic gewissermaßen bewunderte - Fazit: High risk, high reward.
IMAGO/ZUMA Press
Mavs traden Davis Bertans nach Oklahoma City (Draft 2023)
Ein sehr smarter Move, wobei Dallas nicht nur das Gehalt des Letten loswurde, sondern im Draft auch nach oben tradete und sich dort die Dienste von Dereck Lively II sicherte. Der Center spielte sich schnell in der Rotation fest, ist aber auch verletzungsanfällig - Fazit: Ein sehr starker Pick.
Wendell Cruz-USA TODAY Sports
Mavs traden Reggie Bullock für Grant Williams aus Boston (12. Juli 2023)
Einen Erstrundenpick war Harrison Williams wert, der kam in Dallas aber nie an und verscherzte es sich mit seiner Art schnell bei Doncic. Schon nach wenigen Monaten wurde der "Königstransfer" des Sommers wieder abgegeben - Fazit: Ein absoluter Flop.
IMAGO/CordonPress
Free Agency 2023: Irving verlängert, gute kleinere Deals
Irving bekommt seinen Maximalvertrag, es war ein kleines Risiko. Dafür kommt mit Derrick Jones Jr. zum Schnäppchenpreis ein athletischer Flügelspieler. Fazit: Beide Verträge waren Glücksgriffe.
picture alliance / ASSOCIATED PRESS
Mavs traden Curry und Williams für P.J. Washington nach Charlotte (8. Februar 2024)
Teil eins des Umschwungs. Die Mavs liefen wieder Gefahr, die Playoffs zu verpassen, das Experiment Williams wurde schnell beendet. Das kostete einen Erstrundenpick, was viele kritisch sahen. Washington hatte bis dato nicht viel gezeigt, blühte in Dallas als defensive Allzweckwaffe auf und wurde zu einem Fanliebling - Fazit: Ein Glücksgriff.
Petre Thomas-Imagn Images
Mavs traden Richaun Holmes für Daniel Gafford nach Washington (8. Februar 2024)
Und auch für Gafford wurde ein First Rounder investiert. Dallas bekam einen weiteren athletischen Center, zusammen mit Lively bildete Gafford ein starkes Center-Tandem und gab Doncic so jederzeit einen Rim Roller, der auch im fünften Stock anspielbar war. Fazit: Ein guter Trade.
Darren Yamashita-Imagn Images
Mavs traden Tim Hardaway Jr. und drei Zweitrundenpicks für Quentin Grimes (6. Juli 2024)
In der Theorie war das ein Steal, da Grimes noch mit seinem Rookie-Deal spielte. In New York war er ein guter Rollenspieler, Detroit hatte aber keine Verwendung. Solange er durfte, spielte Grimes eine gute folgende Saison für die Mavs. - Fazit: ein weiterer guter Trade.
Kevin Jairaj-Imagn Images
Mavs traden in 6-Team-Deal für Klay Thompson (6. Juli 2024)
In einem äußerst komplizierten Sign-and-Trade landeten die Mavs plötzlich Thompson und gaben dafür Josh Green ab. Die Warriors-Legende unterschrieb einen moderaten Deal und gab Dallas mehr Offense, im Gegenzug verließ Jones Jr. das Team in der Free Agency. Das war nicht zu verhindern - Fazit: eine gute Form von Schadensbegrenzung, auch wenn Thompson nie so wirklich zündete.
Jerome Miron-Imagn Images
Mavs traden Doncic, Kleber und Morris für Anthony Davis und Max Christie zu den Los Angeles Lakers (2. Februar 2025)
Hier muss nicht mehr viel gesagt werden. Ein verletzungsanfälliger Superstar und ein Erstrundenpick für einen der vermutlich fünf besten Spieler der NBA - Fazit: Debakel
IMAGO/Icon Sportswire
Mavs traden Grimes für Caleb Martin nach Philadelphia (4. Februar 2025)
Dieser Trade ist nur zu verteidigen, wenn es die Ansage gab, dass man Grimes im Sommer keinen neuen Vertrag geben wollte. (wusste Dallas mehr? Auch mit Philly konnte sich der Guard im Sommer nicht einigen und spielt nun für die Qualifying Offer).
IMAGO/ZUMA Press Wire
Mavs traden Grimes für Caleb Martin nach Philadelphia (4. Februar 2025)
Aber: Es wurde stattdessen der verletzte Martin geholt. Dallas bekam nach Revision sogar noch einen Zweitrundenpick dazu, weil Martin nicht spielfähig war und verzichtete auf das Veto-Recht des Trades. Seit seiner Ankunft spielt der Forward keine Rolle - Fazit: völlig unverständlich.
Kevin Jairaj-Imagn Images
Mavs draften Cooper Flagg an Position eins im NBA Draft 2025 (25. Juni 2025)
1,8 Prozent war die Wahrscheinlichkeit, dass Dallas den ersten Pick abstauben würde - und sie gewannen tatsächlich die Lottery. Pures Glück, schließlich wollten die Mavs nach dem Doncic-Trade vieles, aber sicher nicht ein Ticket in der Draft Lottery. Fazit: Unverschämtes Glück.
Jerome Miron-Imagn Images
Nico Harrison und seine wichtigsten Moves bei den Mavs: Doncic-Debakel, aber auch einige Volltreffer
Das waren die größten Transaktionen und es zeigt, dass Harrison trotz des Doncic-Trades vieles richtig machte. Die Deals für Irving, Washington und Gafford waren essentiell für die Franchise, Fehlgriffe gab es aber auch. Letztlich leistete Harrison zumeist gute Arbeit, doch der Doncic-Trade und das teils fragwürdige Verhalten innerhalb der Franchise sowie die Fan-Wut machten den Ex-Nike-Executive nicht mehr tragbar.
Jerome Miron-Imagn Images