Basketball WM Männer
vor 9 Stunden
Enttäuschendes Vorrundenaus
Bonga und Wagner gestrichen: Der gescheiterte DBB-Kader der WM 2019

Bonga und Wagner gestrichen: Der gescheiterte DBB-Kader der WM 2019
Mit großen Ambitionen startete das DBB-Team 2019 in die Weltmeisterschaft, Dirk Nowitzki nannte es das "tiefste Team" der DBB-Geschichte, doch am Ende stand schon nach zwei Spielen das Aus in der Vorrunde. Wir blicken zurück auf jenes Team - mit erstaunlich vielen Spielern, die vier Jahre später Weltmeister wurden.
Getty Images
Debakel zum Turnierauftakt
Was war das für ein Debakel? Nach der Auftaktniederlage gegen Frankreich setzte es auch gegen die Dominikanische Republik eine Schlappe, das Vorrundenaus war perfekt. Mit Siegen gegen Jordanien, den Senegal und Kanada konnte dann zumindest noch Platz 18 gesichert werden, verbunden mit dem Ticket für ein Olympia-Qualifikationsturnier. Dennoch: Es war die schlechteste WM-Platzierung eines DBB-Teams.
imago images / kolbert-press
Streichkandidaten
Insgesamt 16 Spieler schafften es in das vorläufige Aufgebot. Gestrichen wurden schließlich noch Joshiko Saibou, Karim Jallow, Moritz Wagner sowie Isaac Bonga, der als letzter Spieler vor dem Turnier die Heimreise antreten musste.
IMAGO / kolbert-press
GUARDS - Dennis Schröder (Oklahoma City Thunder)
Individuell war es ein starkes Turnier für Schröder, der fast 20 Punkte und 9 Assists im Schnitt auflegte. Dennoch gab es Kritik, dass der Braunschweiger zu viel werfen würde. Bei den beiden Niederlagen gegen Frankreich und die Dominikanische Republik verwandelte er nur ein Drittel seiner Versuche.
imago images / Imaginechina
Ismet Akpinar (ratiopharm Ulm)
An Schröders Seite spielte damals der Ulmer Akpinar, der 3-and-D-Qualitäten geben sollte. Sein Wurf fiel aber gar nicht, über das Turnier stand eine Feldwurfquote von 31 Prozent. Spielte danach nur noch sechsmal in der bedeutungslosen EM-Quali für Deutschland (Gastgeber) und steht nun seit Jahren in der Türkei unter Vertrag.
IMAGO / Camera 4
Maodo Lo (Bayern München)
Der Berliner spielte ein solides Turnier unter schweren Umständen. Einen Monat vor WM-Start war dessen Bruder nach einem Unfall überraschend verstorben. Lo selbst ließ sich kaum etwas anmerken und war gegen die Domrep einer der wenigen Spieler, die Normalform erreichten.
picture alliance/dpa/MAXPPP
Andreas Obst (Obradoiro CAB)
Seine Stunde sollte erst bei der EM 2022 schlagen, in China war der damalige Spanien-Legionär eher eine Randfigur. Über das Turnier sah Obst gerade einmal 21 Minuten und konnte dabei kaum Akzente setzen.
imago images / Camera 4
FORWARDS - Paul Zipser (San Pablo Burgos)
Es war ein Turnier zum Vergessen für den Flügelspieler mit NBA-Erfahrung. In den ersten zwei Spielen traf Zipser nur einen von neun Würfen und versuchte nicht einmal einen Dreier. Der Bayern-Forward hatte keinerlei Rhythmus und absolvierte seine letzten Länderspiele, auch weil er im Juni 2021 eine Hirnblutung erlitt.
IMAGO / Camera 4
Maxi Kleber (Dallas Mavericks)
Auch Kleber kehrte nicht mehr zurück. Sein Auftritt gegen die DomRep (0 FGA) warf Fragen auf. Es folgte der mediale Ärger mit Dennis Schröder und später der Rücktritt. Bei der WM legte er noch durchschnittlich 11,2 Punkte auf und blockte fast zwei Würfe pro Spiel.
IMAGO / Camera 4
Robin Benzing (Besiktas)
Der Forward war damals noch Kapitän, kam aber nur noch von der Bank. Der Dreier fiel gut (42 Prozent), ansonsten ging wenig zusammen. Wurde schließlich kurz vor der Heim-EM 2022 von Gordon Herbert aussortiert.
imago images/camera4+
Danilo Barthel (Bayern München)
Als zweiter Power Forward erledigte der damalige Bayern-Kapitän seine Arbeit solide, so wie man es von ihm kannte. 6 Punkte und 4 Rebounds im Schnitt in 17 Minuten waren sein Arbeitszeugnis.
IMAGO / Camera 4
Niels Giffey (Alba Berlin)
Der Berliner war nur Ergänzungsspieler und war wie Obst die meiste Zeit außen vor. Nahm in fünf Spielen nur fünf Würfe in 21 Minuten. Erst unter Herbert sollte der Shooter wieder wichtiger werden.
picture alliance / BEAUTIFUL SPORTS
CENTER - Daniel Theis (Boston Celtics)
Der Center kam mit der Empfehlung von zwei NBA-Jahren sowie einer guten EM 2017, spielte aber ein mäßiges Turnier. Seine Dreier fielen nicht (1/9), dazu hatte Theis immer wieder Foulprobleme. So spielte Theis nur 18 Minuten im Schnitt, obwohl ja gerade die Chemie mit Schröder immer da war.
IMAGO/Eibner
Johannes Voigtmann (Baskonia)
Voigtmann hatte bei diesem Turnier hingegen seinen persönlichen Durchbruch und war nach Schröder der DBB-Topscorer (11,4 PPG). Zum Auftakt gegen Frankreich brandheiß von draußen (25 PTS, 5/7 Dreier), konnte dies aber nur bedingt über das Turnier hinweg weiter zeigen.
IMAGO / Camera 4
Johannes Thiemann (Alba Berlin)
JT war damals noch vor allem Arbeiter und nicht so filigran wie in späteren Jahren. In China war der Alba-Big nur der zwölfte Mann und spielte lediglich im dritten Gruppenspiel gegen Jordanien acht Minuten.
IMAGO/Alexander Trienitz
COACH - Henrik Rödl
Es war das erste große Turnier für Rödl, der ebenfalls viel Kritik einstecken musste. Der DBB hielt in der Folge an ihm fest und Rödl schaffte zwei Jahre später zumindest die Olympia-Qualifikation, mit der ohne Schröder kaum jemand rechnete. Danach war dennoch Schluss, ein gewisser Gordon Herbert übernahm im Herbst 2021.
picture alliance / SvenSimon