vor 6 Stunden
Historischer Knicks-Sieg
Die New York Knicks haben Spiel 1 der Eastern Conference Finals spektakulär gewonnen. Gegen die Cleveland Cavaliers drehte New York einen 22-Punkte-Rückstand im Schlussviertel und gewann nach Verlängerung mit 115:104. Es war das zweitgrößte Playoff-Comeback seit 1996/97 und eines der verrücktesten Spiele der jüngeren NBA-Geschichte.

Lange Zeit sah alles nach einem perfekten Auftakt für die Cleveland Cavaliers aus. Angeführt von Donovan Mitchell (29 Punkte) kontrollierten die Gäste über weite Strecken das Spiel und führten Mitte des vierten Viertels mit 93:71. Laut ESPN-Wahrscheinlichkeitsmodell lag die Siegchance der Gastgeber zu diesem Zeitpunkt bei 99,9 Prozent.
Doch dann begann die Show von Jalen Brunson. Der Superstar der New York Knicks übernahm komplett und brachte die Hausherren zurück ins Spiel. Insgesamt erzielte Brunson 38 Punkte sowie sechs Assists und fünf Rebounds. Besonders absurd: In den finalen 12:49 Minuten der regulären Spielzeit erzielte Brunson alleine 17 Punkte und traf dabei acht seiner zehn Würfe.
Während Brunson offensiv explodierte, brach Cleveland komplett ein. Die Knicks starteten einen unglaublichen 44:11-Lauf bis zum Ende der Verlängerung. Auch defensiv drehte New York auf und nahm Cleveland in den entscheidenden Minuten komplett den Rhythmus.
In der Verlängerung setzte sich das Momentum fort. New York spielte nun mit voller Kontrolle und dominierte die zusätzlichen fünf Minuten klar. Landry Shamet traf wichtige Würfe von außen, Brunson blieb eiskalt und Cleveland fand offensiv kaum noch Antworten.
Der Einbruch der Cavaliers geht dabei direkt in die NBA-Geschichtsbücher ein. Teams mit mindestens 22 Punkten Vorsprung im vierten Viertel von Playoff-Spielen hatten zuvor eine Bilanz von 594:1. New York gelang damit erst das zweite derartige Comeback überhaupt.
Seit Einführung der Play-by-Play-Ära (1996/97) gab es überhaupt nur vier -20-Punkte-Aufholjagden im vierten Viertel eines Playoff-Spiels. Den Rekord halten weiterhin die Los Angeles Clippers, die 2012 gegen die Memphis Grizzlies einen 24-Punkte-Rückstand drehten. Die Knicks reihten sich nun mit ihrem 22-Punkte-Comeback direkt dahinter ein. Zuvor hatten lediglich die Boston Celtics 2002 gegen die Nets (-21) sowie die Golden State Warriors 2015 gegen die New Orleans Pelicans (-20) ähnlich große Rückstände noch gedreht
Zudem handelt es sich um das größte Comeback der Knicks-Franchisegeschichte in der Postseason. Die 11-Punkte-Differenz nach Verlängerung ist außerdem einer der höchsten Overtime-Siege in einem Conference-Finals-Spiel überhaupt.
Für die Knicks ist der Sieg auch emotional enorm wichtig. Noch im Vorjahr hatte New York selbst eine bittere Aufholjagd gegen die Indiana Pacers erlebt. Nun drehten die Knicks den Spieß um und stehen plötzlich nur noch drei Siege vor den ersten NBA Finals seit 1999.
kon