vor 12 Minuten
DBB-Kapitän erneut getradet
Dennis Schröders Roadtrip durch Nordamerika geht in unvermindertem Tempo weiter. Nach dem jüngsten Trade zu den Charlotte Hornets geht der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft in der kommenden Saison bereits für sein zwölftes Team auf Korbjagd - und für sein zehntes in den vergangenen fünf Jahren. Nun äußerte sich der 32-Jährige erstmals dazu und erklärte, warum der Wechsel für ihn sogar von Vorteil sei.

"Ich wusste es schon seit einem Monat", sagte Schröder am Rande des Testspiels der Löwen Braunschweig am Sonntag gegenüber der Braunschweiger Zeitung. "Ich glaube, es ist für mich sportlich die bessere Situation. Wenn du zwei Legenden auf deiner Position hast, die den Ball nach vorne bringen und viel Iso spielen, dann ist das halt schwierig", so der DBB-Kapitän über seine Positions-Konkurrenten Donovan Mitchell und James Harden.
Im Schatten dieses Duos habe Schröder anderweitig effektiv sein müssen, was für ihn "eine extrem schwierige Rolle" gewesen sei. Mit seiner nun abgeschlossenen Zeit in Cleveland sei er dennoch zufrieden, habe man schließlich die Eastern-Conference-Finals erreicht, "was cool war".
| Saison | Team | GP | PTS | FG | REB | BLK |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2013/14 | ATL | 49 | 3,7 | 38,3% | 1,2 | 0,0 |
| 2014/15 | ATL | 77 | 10,0 | 42,7% | 2,1 | 0,1 |
| 2015/16 | ATL | 80 | 11,0 | 42,1% | 2,6 | 0,1 |
| 2016/17 | ATL | 79 | 17,9 | 45,1% | 3,1 | 0,2 |
| 2017/18 | ATL | 67 | 19,4 | 43,6% | 3,1 | 0,1 |
| 2018/19 | OKC | 79 | 15,5 | 41,4% | 3,6 | 0,2 |
| 2019/20 | OKC | 65 | 18,9 | 46,9% | 3,6 | 0,2 |
| 2020/21 | LAL | 61 | 15,4 | 43,7% | 3,5 | 0,2 |
| 2021/22 | BOS/HOU | 64 | 13,5 | 43,1% | 3,3 | 0,1 |
| 2022/23 | LAL | 66 | 12,6 | 41,5% | 2,5 | 0,2 |
| 2023/24 | TOR/BKN | 80 | 14,0 | 43,5% | 3,0 | 0,2 |
| 2024/25 | BKN/GSW/DET | 75 | 13,1 | 40,6% | 2,6 | 0,2 |
| 2025/26 | SAC/CLE | 70 | 10,8 | 40,5% | 2,7 | 0,2 |
Unglücklich sei der erneute Umzug - bereits der zehnte seit 2021 - für seine Familie. Schröders Kinder hätten sich in Cleveland mit einigen Nachbarskindern angefreundet. Insgesamt sei die Situation aber nicht so tragisch. Die Medien würden es "schlimmer" darstellen, als es tatsächlich der Fall sei. "Die Teams bezahlen alles für uns, wir leben genauso weiter, wie wir vorher auch gelebt haben. Die Kinder machen Homeschooling, unsere Familie kommt zwei- bis dreimal im Jahr zu Besuch - es ändert sich nichts."
Sportlich sei Schröders nächste Station hingegen von Vorteil. "Für mich ist es gut, weil ich dort so spielen kann, wie ich normalerweise spiele." Des Weiteren findet der Braunschweiger in Charlotte bereits einige bekannte Gesichter vor. Präsident Jeff Peterson und Trainer Charles Lee kennt er noch aus gemeinsamen Tagen bei den Atlanta Hawks.

Und dann wäre da noch das frisch gedraftete deutsche Duo - Christian Anderson Jr. und Hannes Steinbach. "Für die beiden ist das natürlich ein Segen, dass sie jemanden haben, mit dem sie quatschen können - Hannes sogar in der Heimatsprache." Er selbst wäre in seiner Rookiesaison gern in dieser Situation gewesen.
Auf dem Parkett könnte Schröder sogar erstmals seit Jahren wieder eine Starterrolle erwarten. Neben DBB-Youngster Anderson Jr. befindet sich lediglich ein weiterer Point Guard (Coby White) auf dem Gehaltszettel der Hornets. Mit nun drei Vertretern löst das Franchise aus North Carolina zudem die Orlando Magic als jene Mannschaft mit den meisten Deutschen im Kader ab. Die Floridianer verfügen nach dem Wechsel von Moritz Wagner nur noch über dessen Bruder Franz sowie Tristan da Silva.
jos