10.01.2026
Fronten bleiben verhärtet
Die WNBA und die Spielergewerkschaft haben die gesetzte Frist für einen neuen Tarifvertrag verstreichen lassen. Stattdessen treten beide Seiten in eine Status-quo-Phase ein, während die Verhandlungen über zentrale Streitpunkte weiterlaufen.

Die WNBA und die WNBPA konnten bis zum Ablauf der Frist keinen neuen Collective Bargaining Agreement abschließen. Das bestätigte Breanna Stewart, Vizepräsidentin der Spielergewerkschaft. Damit bleibt der bestehende Tarifvertrag vorerst in Kraft, während beide Seiten weiterhin "in gutem Glauben" verhandeln wollen. Laut Stewart liegen Liga und Gewerkschaft bei mehreren Kernfragen noch deutlich auseinander.
Ein Streik bleibt für die Spielerinnen zwar eine Option, steht laut Stewart aktuell aber nicht unmittelbar bevor. Bereits Mitte Dezember hatten die Spielerinnen der Gewerkschaftsführung um Präsidentin Nneka Ogwumike die Befugnis erteilt, im Zweifel Arbeitskampfmaßnahmen einzuleiten. Liga-Quellen zufolge ist ein Lockout seitens der WNBA derzeit kein Thema, zudem gehe man weiterhin davon aus, dass die Saison 2026 planmäßig stattfinden kann.

Im Zentrum der Verhandlungen steht die Struktur der Einnahmenbeteiligung. Die WNBPA fordert ein Modell auf Basis der Bruttoeinnahmen, da Spielerinnen keinen Einfluss auf laufende Kosten hätten und nicht erst nach Abzug aller Ausgaben entlohnt werden sollten. Die Liga lehnt dieses Modell ab und verweist darauf, dass Bruttoeinnahmen operative Kosten unberücksichtigt ließen.
Nach Angaben aus Verhandlungskreisen würde ein von der Gewerkschaft vorgeschlagenes Modell mit rund 30 Prozent der Bruttoeinnahmen und einer Gehaltsobergrenze von 10,5 Millionen Dollar über die Laufzeit des Vertrags zu geschätzten Verlusten von 700 Millionen Dollar führen. Die WNBA verweist hingegen auf ein Angebot von mehr als 50 Prozent der Nettoeinnahmen.
Spielerinnen wie Paige Bueckers und Chelsea Gray betonten, dass es in den Gesprächen sowohl klare rote Linien als auch Bereiche für Kompromisse gebe.
kon