vor 6 Stunden
Stärken und Schwächen des BYU-Stars
Kaum ein Prospect vereint im Draft 2026 so viele Eigenschaften, die NBA-Teams bei modernen Flügelspielern suchen, wie AJ Dybantsa. Der BYU-Star gilt als elitärer Scorer mit NBA-Maßen, doch auch bei ihm gibt es noch einige Baustellen, die über sein langfristiges Potenzial entscheiden könnten.

Wenn NBA-Teams heute nach Franchise-Spielern suchen, dann meist nach Guards und großen Flügelspielern, die selbst Würfe kreieren, mehrere Positionen verteidigen und offensiv das Spiel tragen können. Genau deshalb gilt AJ Dybantsa seit Jahren als eines der begehrtesten Talente seines Jahrgangs.
Der Forward von BYU bestätigte die hohen Erwartungen in seiner einzigen College-Saison eindrucksvoll. Mit 25,5 Punkten, 6,8 Rebounds und 3,7 Assists führte er die Cougars ins NCAA Tournament und etablierte sich als Top-Kandidat auf den ersten Pick im NBA Draft 2026. Dabei überzeugte Dybantsa nicht nur als Scorer, sondern zeigte auch Ansätze als Playmaker und vielseitiger Verteidiger.
Viele Scouts sehen in ihm den Prototyp des modernen NBA-Wings. Mit seiner Größe, Athletik und Fähigkeit, auf mehreren Ebenen zu scoren, bringt er die Tools mit, die in der heutigen Liga besonders gefragt sind. Gleichzeitig ist Dybantsa noch längst kein fertiger Spieler.
| MESSWERT | WERT |
|---|---|
| Größe | 2,06 m |
| Gewicht | 98,4 kg |
| Spannweite | 2,14 m |
| Standing Reach | 2,69 m |
| Max. Vertical Jump | 1,07 m |
Die größte Stärke von Dybantsa ist seine Shot Creation. Als Three-Level-Scorer können sich nur wenige Prospects seines Alters so zuverlässig eigene Würfe kreieren. Ob aus dem Dribbling, nach einem Richtungswechsel oder aus dem Midrange-Bereich - Dybantsa findet konstant Wege zu Punkten.
Besonders gefährlich ist er beim Zug zum Korb. Rund 40 Prozent seiner Abschlüsse kamen am Ring zustande, wo er starke 69 Prozent seiner Würfe verwandelte. Mit seiner Kombination aus Größe, Athletik und Körperkontrolle kann er Verteidiger schlagen und selbst gegen Kontakt erfolgreich abschließen.
Hinzu kommt seine Fähigkeit, Fouls zu ziehen. Mit durchschnittlich 8,5 Freiwurfversuchen pro Spiel gehörte Dybantsa zu den besten Spielern des College-Basketballs. Gerade in engen Spielen ist diese Fähigkeit enorm wertvoll, weil sie auch dann effiziente Punkte ermöglicht, wenn der Wurf einmal nicht fällt.
Auch sein Spiel aus der Mitteldistanz ist für einen jungen Flügelspieler bemerkenswert weit entwickelt. Während viele Prospects fast ausschließlich Abschlüsse am Ring oder von der Dreierlinie suchen, verfügt Dybantsa bereits über ein ausgeprägtes Midrange-Paket. Seine Quote von 46,5 Prozent aus der Mitteldistanz zeigt, wie komfortabel er sich in diesem Bereich fühlt.
Dazu kommt solides Playmaking-Potenzial. Seine 3,7 Assists pro Partie spiegeln wider, dass er nicht nur für sich selbst kreieren kann. Sobald Defenses auf seine Drives reagieren, findet er regelmäßig freie Mitspieler. Besonders seine Fähigkeit, Verteidiger zu binden und daraus Vorteile für seine Teamkollegen zu generieren, macht ihn zu mehr als nur einem Scorer.
Auch defensiv bringt Dybantsa ideale Voraussetzungen mit. Mit seiner Länge und lateralen Beweglichkeit besitzt er das Potenzial, mehrere Positionen zu verteidigen. Viele Scouts sehen langfristig einen vielseitigen Wing-Defender, der problemlos zwischen Guards, Flügelspielern und kleineren Big Men switchen kann.

Trotz seines Status als möglicher Nummer-eins-Pick ist Dybantsas Spiel noch nicht frei von Fragezeichen. Das Offensichtlichste betrifft seinen Distanzwurf.
Zwar deutet seine Freiwurfquote von 77,4 Prozent auf langfristiges Shooting-Potenzial hin, doch am College traf er lediglich 33,1 Prozent seiner Dreier. Gerade weil er häufig als primäre Option agieren soll, wird seine Entwicklung als Schütze entscheidend für sein Ceiling sein.
Auch sein Ballhandling kann noch sauberer werden. Gegen College-Verteidiger kam Dybantsa oft problemlos an seinen Gegenspielern vorbei, in der NBA wird er jedoch regelmäßig auf deutlich athletischere und diszipliniertere Verteidiger treffen.
Verbesserungsbedarf besteht zudem bei seiner Entscheidungsfindung. Immer wieder produzierte Dybantsa unnötige Ballverluste, wenn er schwierige Pässe forcierte oder beim Drive die Übersicht verlor. Insgesamt verzeichnete er mehrere Spiele mit fünf oder mehr Turnovern. Seine Spielmacherqualitäten sind vorhanden, die Konstanz fehlt allerdings noch.
Auch defensiv ist sein Einfluss aktuell größer, als die Statistiken vermuten lassen. Mit nur 1,1 Steals und 0,3 Blocks pro Spiel nutzte er seine körperlichen Voraussetzungen noch nicht konsequent genug. Hier erwarten viele Scouts in den kommenden Jahren deutliche Fortschritte.
| GP | MIN | PTS | REB | AST | STL | FG % | 3P % |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 35 | 33,8 | 25,5 | 6,8 | 3,7 | 1,1 | 51,0 | 33,1 |
Bei Dybantsa gibt es nur wenige Zweifel daran, dass er Punkte erzielen kann. Die spannendere Frage lautet, wie komplett sein Spiel werden kann.
Entwickelt er sich zu einem konstanten Dreierschützen und verbessert seine Entscheidungsfindung als Ballhandler, besitzt er das Potenzial, ein Contender-Team als primäre offensive Option anzuführen. Seine Mischung aus Shot Creation, Größe und Athletik gehört bereits heute zu den begehrtesten Spielerprofilen der NBA.
Genau deshalb wird Dybantsa von vielen Scouts als Favorit für den ersten Pick angesehen. Sein Floor ist bereits hoch, sein Ceiling könnte jedoch noch deutlich höher liegen. Gelingt die weitere Entwicklung in den Bereichen Shooting, Playmaking und Defense, könnte er sich langfristig zu einem der besten Spieler seines Jahrgangs entwickeln.
Sam Müller