vor 54 Minuten
Ernüchterung in der Giannis-Ära
Trotz der Verpflichtung von Giannis Antetokounmpo warten die Miami Heat weiterhin auf ihren ersten Saisonsieg. Nach dem 110:115 gegen Charlotte fand Trainer Erik Spoelstra deutliche Worte für die Probleme seiner Mannschaft.

Erstmals seit der Saison 2007/08 ist Miami mit drei Niederlagen in eine Spielzeit gestartet. Damals beendete das Team die Saison mit einer Bilanz von 15 Siegen und 67 Niederlagen. Auch diesmal sind die Zahlen alarmierend: In den ersten drei Partien kassierten die Heat durchschnittlich 124,7 Punkte und wurden zusammengerechnet mit 47 Zählern Differenz übertroffen.
Gegen Charlotte lag Miami vor dem Schlussviertel bereits mit 75:96 zurück. Eine Energieleistung der zweiten Formation brachte die Heat noch einmal zurück, beim 104:104 gelang der Ausgleich. Die Führung übernahm Miami allerdings nie, am Ende stand die dritte Niederlage im dritten Spiel.
"Unser System ist unser System. Wir können zu jedem Zeitpunkt des Spiels so aktiv sein", sagte Spoelstra anschließend. Wenn seine Mannschaft diese Intensität nicht zeige, sei dies eine bewusste Entscheidung: "Und dafür zahlen wir momentan den Preis." Seine Botschaft an die Kabine sei deshalb klar gewesen: "Wir brauchen Inspiration. Es kann unglaublich viel bewirken, wenn man seine Mitspieler zu außergewöhnlichem Einsatz inspiriert."
Daneben kritisierte der langjährige Heat-Coach die Wurfauswahl seiner Mannschaft. Miami habe in der ersten Hälfte noch ordentlich gespielt, sich anschließend aber mehrfach für unüberlegte Abschlüsse entschieden. "Es gab plötzlich sechs oder acht Situationen, in denen wir Würfe genommen haben, die wir so nicht wollen. Das müssen wir abstellen."
Auch Antetokounmpo erlebte einen schwierigen Abend. Der zweimalige MVP kam in knapp 25 Minuten auf 14 Punkte, sechs Rebounds und drei Assists und schied im Schlussviertel mit seinem sechsten Foul aus. Spoelstra zeigte sich mit der Behandlung seines Superstars unzufrieden: "Er ist mit dem Ball in den Händen eine physische Kraft. Das Schwierige bei einem Spieler wie ihm ist, diese Situationen richtig zu pfeifen. Das war bei Shaq ähnlich." Gleichzeitig betonte der Trainer, die Niederlage nicht an den Schiedsrichtern festmachen zu wollen.
sgm