vor 13 Stunden
Der Sommer der Veolia Towers Hamburg
Die Veolia Towers Hamburg landeten in den vergangenen beiden Jahren stets im hinteren Tabellendrittel der easycredit BBL. Nun fällt die Doppelbelastung mit dem EuroCup weg, das bringt aber auch andere Probleme. Was ist drin für das Team von Head Coach Benka Barloschky?

Fünf Jahre in Folge hatten die Towers am EuroCup teilgenommen, diesmal gab es keine Wildcard für die Hamburger, die damit erstmals seit 2020/21 nicht international vertreten sind. Womöglich ist das auch besser so, in den vergangenen drei Jahren gewannen die Türme im EC von 54 Partien gerade einmal zehn.
Gleichzeitig hatten es die Hamburger im Sommer auch schwerer, Spieler zu rekrutieren. Keiner der Import-Spieler ist geblieben, im August verabschiedete sich dann auch noch der fest eingeplante Ungar Zsombor Maronka ans College. Mit Osaro Rich, Kenny Ogbe und Martin Breunig konnte zumindest der deutsche Kern gehalten werden, den Spot von Niklas Wimberg nimmt der erfahrene Sid-Marlon Theis ein.
Die neuen Imports sind dagegen schwer zu beurteilen, da sie ausschließlich aus kleineren Ligen an die Elbe kamen. In der Vorbereitung kristallisierte sich zumindest Noah Thomasson schon als Schlüsselspieler heraus, der Combo-Guard spielte in Polen eine starke Saison und dürfte der neue Go-to-Scorer der Hanseaten sein.
Oder wird es der junge Franzose Mathys Kangudia? Der 22-Jährige überzeugte als Spielmacher in der zweiten französischen Liga, gleiches gilt für Center Nicolas Pavrette, der dort einer der besten Shotblocker war. Es wird die Frage sein, wie schnell sich die beiden an die neue Liga gewöhnen werden.
Aus Frankreich kam zudem mit Zakai Zeigler ein weiterer Spielmacher, der 24-Jährige ist dabei eher als klassischer Aufbauspieler zu sehen, der aber über keinen besonders guten Wurf verfügt. BBL-Erfahrung bringt dagegen David Muenkat (Frankfurt, Würzburg), er gibt der Mannschaft auf dem Flügel noch ein athletisches Element und spielte im Vorjahr immerhin eine gute Rolle bei einem Champions-League-Teilnehmer.
| PG | SG | SF | PF | C |
|---|---|---|---|---|
| M. Kangudia | O. Rich | K. Ogbe | T. Wade | M. Breunig |
| Z. Zeigler | N. Thomasson | D. Muenkat | S. Theis | N. Pavrette |
| N. Martin | J. Fatnassi | E. Marshall | ||
| N. Krause | D. Egbe |
Zugänge: Sid-Marlon Theis (Rostock Seawolves), Emil Marshall (Val de Seine Basket), Mathys Kangudia (Nantes), Nicolas Pavrette (AMSB), David Muenkat (Würzburg), Noah Thomasson (Twarde Pierniki Torun), Zakai Zeigler (Nanterre), Trey Wade (Debrecen)
Abgänge: Jared Grey (High Point/NCAA), Devon Daniels (Legia Warschau), Ross Williams (Zadar), Benedikt Turudic, Zsombor Maronka (St. John's/NCAA), Zacharie Perrin (Lleida), Jan Niklas Wimberg (Palmer Basquet), L.J. Thorpe (Gravelines), Karl Gamble II (Genclik Bursa)

Kaum ein Team ist so schwer einzuschätzen wie die Towers, die mit ihren sehr unerfahrenen Importspielern (mal wieder) ein großes Risiko eingehen. Die deutsche Rotation ist dagegen auf den ersten vier Sports mehr als ordentlich, dazu könnte man sich von Youngster Nelson Martin auf der Guard-Position noch einen Sprung erhoffen. Ansonsten ist der Kader schon sehr dünn.
Der Wegfall der Doppelbelastung dürfte auch helfen, 20 Spiele in Serie wie in der Vorsaison wird man sicherlich nicht verlieren. Und doch wirkt der Kader wie ein kleiner Schritt zurück. Die Towers werden vermutlich eher in der unteren Tabellenhälfte vorzufinden sein, mit etwas Glück könnten zumindest die Play-Ins möglich sein. Solange die neue Halle aber nicht da ist, werden die Towers keine großen Sprünge machen können, wie auch Sportdirektor Marvin Willoughby bei Talkin' Basketball klarstellte. Wir werden nicht Leute irgendwo rauskaufen können, sondern wir müssen auf die Entwicklung der Spieler setzen." Ein gewisses Risiko schwingt dabei immer mit.
Robert Arndt