25.05.2025
DBB-Center im vierten Viertel im Fokus
Daniel Theis hat mit der AS Monaco den Sieg in der EuroLeague verpasst. Der Deutsche machte drei Viertel lang ein gutes Spiel, doch im Schlussabschnitt sah der deutsche Nationalspieler gegen Fenerbahce mehrmals nicht gut aus.

Zwölf Punkte und acht Rebounds verbuchte der 33-Jährige im Finale von Abu Dhabi und half seiner Mannschaft mehrmals in Phasen, in denen in der Offense kaum etwas gelingen wollte. Im zweiten Viertel war es ein Pick’n’Pop-Dreier, der eine längere Dürre seines Teams beendete, im dritten Abschnitt ein entschlossenes And-1 nach einem Offensiv-Rebound.
Es waren jedoch Aktionen, die durch den Spielverlauf in Vergessenheit geraten werden. Fenerbahce gewann das vierte Viertel mit 27:19 und das Spiel mit 81:70. Marko Guduric erzielte dabei 17 seiner 19 Punkte in der zweiten Halbzeit und hatte vor allem dann Erfolg, wenn er Theis aus dem Eins-gegen-Eins attackierte.
Mal war es ein entschlossener Drive (und zu wenig Hilfe seiner Mitspieler), mal ein eiskalter Stepback-Dreier. So gesehen gut eine Minute vor Schluss, als der Serbe auf 74:64 stellte und damit für die Vorentscheidung sorgte. Nachdem der Guard einige Male den Korb attackiert hatte, ließ Theis einfach zu viel Platz und war nicht mehr in der Lage, den Wurf so schwer wie möglich zu machen. Coach Vassilis Spanoulis wirkte an der Seitenlinie verärgert, gleichzeitig waren diese Aktionen nicht dafür verantwortlich, dass Monaco letztlich den Kürzeren zog.
"Wir haben den Ball nicht gut genug bewegt und sie haben große Würfe getroffen", analysierte der Coach. "Wir haben gut verteidigt, aber ihre Offense war heute einfach besser."
Die Monegassen trafen nur 39,7 Prozent aus dem Feld, das gefürchtete Guard-Trio aus dem besten Punktesammler der EuroLeague-Geschichte Mike James, dem hochtalentierten Elie Okobo und Matthew Strazel fand schlichtweg zu wenig Lösungen. Okobo blieb bei acht Versuchen ohne Field Goal, James tauchte nach guten Start lange ab und fand keinen Rhythmus mehr. Nur zehn von 34 Würfen wurden vom Trio versenkt, Fener nahm den Monegassen deren beste Waffe.
Dazu kam auch, dass viele Angriffe der Mannschaft aus dem Fürstentum unstrukturiert wirkten. Mal stimmte das Spacing nicht, mal war die Kommunikation zwischen Guard und Big Man mangelhaft, sodass zum Beispiel bei einem Drive von James im Weg stand und es seinem Mitspieler nur noch schwerer machte.

Fenerbahce überzeugte dagegen im Teamverbund und zog aus einer offensiv schwachen ersten Hälfte die richtigen Schlüsse. Für die Türken war es nach 2016, 2017 und 2018 die vierte Final-Four-Teilnahme, zum zweiten Mal stand am Ende der Pokalsieg. Monaco muss dagegen weiterhin auf den ersten Triumph warten, dürfte sein Team aber noch einmal aufrüsten.
Theis stieß erst im Februar zur Mannschaft und wird nun seine Mitspieler noch besser kennenlernen, dazu gibt es seit Wochen Gerüchte, dass sich die Monegassen mit Ex-MVP Nikola Mirotic verstärken werden. Auch Bayerns Guard Nick Weiler-Babb wird gehandelt. Superstar James (34) wird zwar nicht jünger, doch mit Monaco wird auch in den kommenden Jahren zu rechnen sein. Und womöglich bekommt Theis schon in der kommenden Saison die Chance, noch einmal nach dem Titel zu greifen.
Übrigens: Vor Theis haben erst fünf Deutschen den höchsten europäischen Klub-Wettbewerb gewinnen können und zwar: Tibor Pleiß (2021, 2022), Patrick Femerling (2003), Mike Koch (2000), Chris Welp (1993) sowie Norbert Thimm (1974).
Robert Arndt