05.07.2024
Auch Michael Jordan verpasst das Treppchen
Victor Wembanyama spielte für die San Antonio Spurs eine famose erste Spielzeit in der NBA und wurde einstimmig zum Rookie of the Year gewählt. Dennoch gab es andere Frischlinge, die in ihrer Rookie-Saison noch besser waren. Das Ranking der zehn besten Rookies seit 1973.

Anmerkung der Redaktion: Die Saison 1973/74 wurde bewusst als Trennlinie gewählt, da ab dieser Saison auch Blocks und Steals vermerkt wurden. So konnten Legenden wie Bill Russell, Wilt Chamberlain oder Oscar Robertson nicht berücksichtigt werden.
Stats: 16,5 Punkte, 53% FG, 7,9 Rebounds, 2,4 Assists, 2,3 Blocks
Richtig gelesen - der 23er Rookie-Jahrgang war WIRKLICH gut. Andere Rookies punkteten mehr als Chet, kaum jemand allerdings verteidigte auf einem höheren Level und war integraler Bestandteil eines Teams, das den 1st Seed im Westen holte. Chet belegte ligaweit Platz 15 bei den Win Shares, Platz 33 beim Estimated Plus/Minus, hatte einen All-Star-Case. Laut Box Plus/Minus hatte er die neunzehntbeste Rookie-Saison der Geschichte. Ohne Wemby wäre Holmgren der einstimmige ROY gewesen …
Stats: 20,9 Punkte, 41,7% FG, 5,5 Rebounds, 5,9 Assists, 1,6 Steals
Baby LeBron wurde kurioserweise Neunter im MVP-Rennen, obwohl sein Team nur 35 Spiele gewann - nun, es waren immerhin 18 mehr als im Jahr davor. Den Schritt zum Superstar machte James erst als Sophomore, schon beim Rookie war jedoch absehbar, dass hier kein gewöhnlicher Spieler in die Liga gekommen war.
Stats: 22,5 Punkte, 50,6% FG, 12,1 Rebounds, 3,8 Assists
Kam wie Holmgren mit einem Jahr Verspätung in die Liga und war vom ersten Tag an eine Naturgewalt. Griffin war der bisher letzte Rookie-All-Star und, was noch beeindruckender war: Als Rookie machte er die Clippers von einem Tag auf den anderen cool. Sie gewannen immerhin auch elf Spiele mehr als im Vorjahr.
Stats: 18 Punkte, 53% FG, 7,7 Rebounds, 7,3 Assists, 2,4 Steals
Oft wird Magic höher gerankt, weil sein letztes Spiel der Rookie-Saison eins der berühmtesten NBA-Spiele überhaupt ist und ihm den Finals-MVP einbrachte - was ja auch nicht schlecht ist (kein anderer Rookie schaffte dieses Kunststück)! Aber: Über die Saison war er nicht der beste Rookie der Liga und noch nicht die dominante Figur der späteren Jahre, er war nicht einmal der alleinige Point Guard seines Teams. Extrem gut war Magic natürlich aber trotzdem.
Stats: 21,4 Punkte, 46,5% FG, 10,6 Rebounds, 3,9 Assists, 3,6 Blocks, 1,2 Steals
Der dominanteste Rookie-Verteidiger ever, was an dieser Stelle noch einmal genauer erörtert wird. Mit anderem Teamkontext könnte er gut und gerne auch höher ranken, komplett ignorieren können wir den fehlenden Teamerfolg aber nicht.
Stats: 28,2 Punkte, 51,5% FG, 6,5 Rebounds, 5,9 Assists, 2,4 Steals
Die Bulls verbesserten sich in Jahr 1 immerhin um 11 Siege. Und Jordan füllte den Boxscore wie kein Rookie nach ihm: Bei BPM, VORP und PER belegte er direkt Platz zwei ligaweit (hinter MVP Larry Bird), seine BPM- und VORP-Marken für Rookies sind bis heute unerreicht (beim PER überholte ihn Platz 1 auf dieser Liste). Er war noch bei weitem nicht so smart als Leader und Two-Way-Player wie zu späteren Zeiten, das rohe Talent machte MJ jedoch direkt zur Scoring-Maschine. Seither hat kein Rookie je wieder einen 25-Punkte-Schnitt aufgelegt.
Stats: 23,4 Punkte, 56,2% FG, 13,9 Rebounds, 1,9 Assists, 3,5 Blocks
20 Siege mehr holten die Magic mit dem jungen Shaq in ihrer Mitte. O’Neal war von Tag 1 an ein Monstrum, eine der physisch dominantesten Figuren der Liga, dazu (in jungen Jahren) auch noch richtig schnell und bouncy. Wurde Siebter im MVP-Rennen und wäre in einer anderen Ära (ohne etablierte Center a la Olajuwon, Robinson, Ewing) auch sofort ein All-NBA-Spieler gewesen.
Stats: 21,1 Punkte, 54,9% FG, 11,9 Rebounds, 2,7 Assists, 2,5 Blocks
Es war vielleicht noch nie jemand so bereit für sein NBA-Debüt wie der junge Duncan. Es hat allerdings auch noch nahezu niemand einen so idealen Kontext für seine Stärken und Schwächen vorgefunden, direkt vom ersten Tag an. Die Kombination aus ihm und Robinson machte die Spurs sofort zum Contender - und zum Meister in Jahr zwei.

Stats: 21,3 Punkte, 47,4% FG, 10,4 Rebounds, 4,5 Assists, 1,7 Steals
Im ersten Jahr mit Larry Legend verbesserten sich die Celtics direkt um 32 Siege, holten 61. Von Platz 19 in der Offensive sprangen sie auf Platz zwei, allen voran dank ihm. Von allen offensiven Fixpunkten, die jemals in die Liga kamen, war Bird in seiner Entwicklung am weitesten fortgeschritten, nicht zuletzt wohl aufgrund seines Alters. Auch defensiv war Bird nicht schlecht, allerdings nicht auf dem Level von Platz 1.
Stats: 24,3 Punkte, 53,1% FG, 12 Rebounds, 2 Assists, 3,9 Blocks, 1,7 Steals
Es ist wohl eine gute Sache, vor Karrierestart erstmal zwei Jahre bei der Navy zu verbringen. Robinson kam als Erwachsener in die Liga, war als Rookie schon fast exakt auf dem Level, das er über die nächsten sieben Jahre hielt und das ihm einen MVP-Award sowie vier weitere Top-3-Finishes einbrachte. Als Rookie reichte es immerhin für Platz 6, das All-NBA Third Team, das All-Defensive Second Team und das höchste PER aller Frischling-Zeiten. Oh, und San Antonio gewann 35 Spiele mehr als im Jahr davor. Eine Messlatte, die bis heute noch nicht wieder erreicht wurde.
Ole Frerks