26.02.2026
Nationalspieler nur mit Nebenrolle
David Krämer fand sich zunächst gut bei Real Madrid in die Saison rein, doch inzwischen spielt der deutsche Nationalspieler kaum noch eine Rolle bei den Königlichen. Warum?

Sammelt David Krämer wirklich Meilen? Am Donnerstag um 20.45 Uhr empfängt Real Madrid den FC Bayern München, knapp 24 Stunden spielt die deutsche Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation in Zagreb. Direktflüge zwischen den beiden Hauptstädten gibt es nicht, doch sollte Krämer wirklich unbedingt zur Natio wollen, könnte er gegen mit einmal Umsteigen gegen Mittag in Kroatien sein.
Als wäre die Belastung für die Basketballer nicht ohnehin schon groß genug, wie auch Bundestrainer Alex Mumbru immer wieder anmerkte, zuletzt im Podcast Abteilung Basketball. Spieler wie Andi Obst oder Isaac Bonga hatten durch den langen EM-Sommer kaum Urlaub, dazu kreiert die aufgeblähte EuroLeague mit 38 Spieltagen eine wahre Terminhatz für die besten Spieler Europas.
Dass FIBA und EuroLeague weiter im Clinch liegen und somit ihre Rahmenkalender nur bedingt anpassen, führt genau zu solchen Situationen wie mit Krämer und den Bayern-Spielern. Während die Münchner nicht kommen werden, besteht beim Guard der Königlichen Hoffnung, einfach auch weil er nicht so überspielt ist.
Die EM verpasste Krämer, weil er sich im ersten Vorbereitungsspiel verletzte und dann keine Freigabe von seinem Verein erhielt. Dazu spielt der gebürtige Slowake weniger als erhofft. Zu Beginn der Saison setzte Coach Sergio Scariolo noch voll auf den DBB-Spieler, teilweise musste Krämer sogar die besten Spieler des Gegners checken, doch Stück für Stück wurden seine Minuten weniger.
"Er hat die Seele eines Gladiators", adelte Scariolo seinen Schützling in den ersten Wochen. "Er bringt viel Energie und hat die Fähigkeit, das Spiel zu lesen und am richtigen Ort zu sein." Für diese Worte spielte Krämer danach aber vergleichsweise wenig, teilweise fehlte der Nationalspieler sogar im Kader für Spiele in der EuroLeague.
Das liegt auch am überfüllten Backcourt der Madrilenen, die mit Facundo Campazzo, Theo Maledon, Oldie Sergio Lllull, Alberto Abalde oder Andres Felix ein kleines Ensemble aufgebaut haben. Dazu treffen Abalde (45 Prozent) und Felix (42) ihre Dreier einfach zu gut und machen es für Krämer schwerer, Minuten zu finden.
Dieser steckt selbst in einem kleinen Loch, in der EuroLeague steht Krämer bei für seine Verhältnisse schwachen 32 Prozent von der Dreierlinie. "Seine Würfe fallen einfach nicht, aber wir gehen davon aus, dass er Rhythmus und Selbstvertrauen wieder finden wird", meinte Scariolo kürzlich.
Da Krämer aber wenig spielt, ist das nicht so einfach. Zumindest in der spanischen Liga gab es zuletzt einen Lichtblick, als er gegen Granada 22 Punkte (6/9 Dreier) in 23 Minuten erzielte. Im Pokal sah der Deutsche das Finale, welches Real gegen Baskonia überraschend verlor, aber wieder für 40 Minuten von der Bank.
Überhaupt spielte Krämer in dieser Saison gerade einmal 12,8 Minuten im Schnitt in allen Wettbewerben, seine Ausbeute mit 5,2 Punkte und 1,6 Rebounds ist mager. Womöglich kann da ein kleiner Ausflug zur Nationalmannschaft Gold wert sein, um sich wieder ein bisschen Sicherheit zu holen.
In 32 Länderspielen erzielte der 27-Jährige bisher zehn Punkte im Schnitt und traf 41 Prozent seiner Dreier, auf Zypern gelang ihm mit 14 Zählern und zehn Rebounds sogar ein erstmals ein Double-Double. Dafür lohnt es sich womöglich wirklich, schnell um sechs Uhr morgens den ersten Flieger in die kroatische Hauptstadt zu erwischen.
rar