06.09.2025
Arbeitsteilung auf der deutschen Bank
Nachdem Alex Mumbru die gesamte Vorrunde in Tampere aufgrund einer Erkrankung im Bauchraum verpasst hatte, gab er nun gegen Portugal sein Comeback - allerdings nicht für lang. Bereits im zweiten Viertel übernahm Interimscoach Alan Ibrahimagic erneut für ihn. Doch wieso?

Aus Riga/Lettland berichtet Julius Ostendorf.
Sein Comeback an der Seitenlinie des DBB hatte sich Alex Mumbru möglicherweise anders vorgestellt. Mal ganz davon abgesehen, dass der Spanier auch anderthalb Wochen nach Turnierbeginn noch nicht vollständig genesen wirkte, musste er mit ansehen, wie seine Mannen das schlechteste Viertel des bisherigen Turniers hinlegten (17 Punkte).
Im zweiten Durchgang stellten Portugal dann sogar eine Führung von fünf Punkten her (21:26). Deutschlands Trainerstab entschied sich umgehend für die Auszeit. Aus dieser ging das DBB-Team allerdings nicht mehr mit Mumbru, sondern mit Interimstrainer Alan Ibrahimagic hervor. Der Bundestrainer im Nachwuchsbereich sollte bis zum Spielende beinahe durchgängig allein die Zügel in der Hand halten, während Mumbru auf dem zweiten Assistenzstuhl Platz nahm und nur in den Auszeiten das Wort ergriff.
"Es war so abgesprochen", erklärte Ibrahimagic den Tausch später. "Er muss auch erstmal zurückkommen. Er ist noch nicht zu 100 Prozent fit. Ich war ja auch während der Vorrunde da. Deswegen haben wir uns für dieses Zusammenspiel entschieden."
Dass der noch nicht vollständig regenerierte Mumbru in dieser kritischen Spielphase überfordert war, verneinte sein Vertreter hingegen. "Nein, das war nicht der Hintergrund. Das war schon vorher abgesprochen."
Auch, wenn Mumbru letztlich nicht über die gesamte Spielzeit an der Seitenlinie stand, freute sich die Mannschaft über sein Comeback. "Es war gut, den Trainer wieder da draußen zu sehen und bei uns zu haben", sagte Isaac Bonga. "Es war ein bisschen emotional und hat uns mehr Motivation gegeben."
Kapitän Dennis Schröder äußerte am MagentaSport-Mikrofon sein Verständnis für die lange Zwangspause. "Am Ende des Tages geht Gesundheit vor. Wir wissen, wie wir Basketball spielen wollen." Auch ohne den Cheftrainer habe sich für das Team nichts geändert - "und das wird es auch nicht."
Ob Mumbru beim Viertelfinale am kommenden Mittwoch über die volle Distanz an der Seitenlinie stehen wird, ist derzeit noch völlig unklar.