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    NBA

    vor 2 Stunden

    Die Offseason der Wahrheit wartet

    Warriors endgültig am Scheideweg: War es das jetzt?

    Seit Jahren reden wir über das Ende der Warriors-Dynastie. Selbst massive personelle Wechsel vermittelten in den vergangenen Jahren jedoch nicht das Gefühl, dass das letzte Kapitel geschrieben sei. Nach dem Play-In-Aus ist das nun anders.

    Oct 23, 2025; San Francisco, California, USA; Golden State Warriors guard Stephen Curry (30) embraces head coach Steve Kerr after their overtime win against the Denver Nuggets at Chase Center. Mandatory Credit: Bob Kupbens-Imagn Images
    Bob Kupbens-Imagn Images

    Die Szene ereignete sich unmittelbar nach Spielende. Trainer Steve Kerr sowie seine langjährigen Getreuen Stephen Curry und Draymond Green lagen sich in den Armen, schon fast melancholisch. Diesen Eindruck verstärkte der Head Coach mit seiner möglicherweise letzten Ansprache: "Ich weiß nicht, was als Nächstes passiert, aber ich liebe euch über alles", waren die Worte, die glücklicherweise ein TV-Mikrofon einfing. "Danke euch. Ich weiß das wirklich zu schätzen."

    Bereits zum vierten Mal sind die Warriors seit deren Einführung im Jahr 2020 in den Play-Ins angetreten. Zum dritten Mal stand am Ende das Ausscheiden zu Buche. Wenngleich sich Geschichte damit wiederholt hat, hat es das gleichzeitig auch nicht.

    Anders als in den vergangenen Jahren verfügen die Warriors diesmal nicht über einen emotionalen Strohhalm - den einen Umstand, der sich in der kommenden Saison ja doch zu ihren Gunsten drehen würde und damit im Moment für Hoffnung sorgt.

    Kerr möchte Curry nicht verlassen

    Zwar erwartet Golden State in der kommenden Saison das Comeback von Co-Star Jimmy Butler - die für die Franchise nun abgelaufene Saison hat aber längst allen vor Augen geführt, dass es für die Rückkehr auf den NBA-Thron doch weit mehr benötigt, als einen 36-jährigen Forward mit mangelhaftem Wurf.

    So dürften es auch längst nicht die Warriors-Verantwortlichen sein, die die Frage nach der Zukunft des Franchise beantworten werden. Kerr, ein neunmaliger NBA-Champion, gilt in San Francisco aus gutem Grund als unkündbar. Wenig überraschend steht Teambesitzer Joe Lacob angeblich kurz davor, dem 60-Jährigen eine mehrjährige Vertragsverlängerung anzubieten. Die Betonung liegt hier auf "mehrjährig".

    Die Frage, wie es mit den Warriors weitergeht, wird vielmehr von Kerr selbst beantwortet. Um seine Antwort hielt sich dieser nach dem finalen Saisonspiel gegen die Suns bedeckt: "Ich möchte Steph [Curry] nicht verlassen", machte er klar. "Ich werde nächstes Jahr defintiv nicht irgendwo anders in der NBA coachen. Aber all dieses Zeug muss aufeinander abgestimmt und korrekt sein."

    Wäre LeBron James eine Option für die Warriors?
    Wäre LeBron James eine Option für die Warriors? picture alliance / ASSOCIATED PRESS

    Haben die Warriors noch ein Ass im Ärmel?

    Kerr hat sich über Jahrzehnte ein Standing erarbeitet, Teil der immerwährend besten Mannschaften der Liga zu sein. Als Spieler gewann er an der Seite von Michael Jordan fünf NBA-Titel. Als Trainer mit den Warriors folgten vier weitere. Dass sich dieser Steve Kerr in einem Rebuilding-Prozess ohne mittelfristige Perspektive wähnen würde? Es ist unwahrscheinlich.

    Stattdessen stehen die Warriors im bevorstehenden Sommer vor der großen Frage, wie ernst sie das - scheinbar noch nicht schwinden wollende - Titelfenster von Stephen Curry nehmen. Ist der Glaube an einen letzten Run noch vorhanden? Die Zögerlichkeit Kerrs bei seinem langjährigen Arbeitgeber zu verbleiben, ist ein Ausdruck des Zweifels daran.

    Zwar verfügen die Warriors noch über alle Erstrundenpicks der kommenden Jahre, die einen verrückten Move - wie eine Verpflichtung von LeBron oder Giannis - in der Theorie möglich machen. Was allerdings fehlt, ist Personal in der Breite, welches für einen Championship-Kader unerlässlich ist. Nur durch Minimum-Verträge wird sich eine solche Rotation nicht zusammenbasteln lassen. Von den Fragezeichen, die die alternden Stars selbst umkreisen, mal ganz zu schweigen.

    Warriors: Green zweifelt an Kerr-Rückkehr

    Dass diese verzwickte Situation nun durchaus in einem Ende der Kerr-Warriors-Ära münden könnte, interpretierte entsprechend auch Draymond Green höchstpersönlich. "Ich hoffe, dass er nächstes Jahr unser Coach ist. Aber ich glaube es nicht. Es hat sich so angefühlt, als wäre es das gewesen", sagte er in seinem Podcast.

    Kerrs eigene Worte bestätigten diesen Eindruck indirekt: "Ich werde für immer dankbar sein, die unglaubliche Möglichkeit gehabt zu haben, diese Franchise vor den Fans in der Bucht zu trainieren." Hört sich so jemand an, der weitermachen will?

    Doch hängt von Kerrs Existenz bei der Franchise wirklich das Fortbestehen der Dynastie ab? Nun, eine Dynastie verlangt im urspünglichen Sinne politische Macht. In der NBA heißt das: Erfolge. Den letzten Titel hat man im Golden State aber bereits vor vier Jahren gesehen, schon bald sind es fünf. Das Ende von Steve Kerr wäre wohl nicht das Ende der Dynastie. Dieses hat schließlich schon längst stattgefunden. Es wäre vielmehr eine Zäsur und das Ende der Warriors, wie wir sie kennen.

    Julius Ostendorf